Young Talents

Generation Greta: 25 Talente, die Ihr Geschäftsmodell verändern

Greta Thunberg und 13 weitere Vertreter der Generation Z
© Industriemagazin Grafik

Sie haben die Jugend für sich gepachtet. Alles geht ihnen einfach und leicht von der Hand, wie es den jungen unverbrauchten Wirbelwinden, zu denen wir uns gerade noch selbst zählten, eben ergeht. Insularer Bartwuchs, Schlabberpulli, Sneakers? Das sind Erkennungsmerkmale der Generation Z, der Jahrgänge ab 1997. Müßiggang, Binge Watching, Muttizettel? Eher nicht.

„Hey, hey, leider schaffe ich es im Regelfall aufgrund meines Zeitplans nicht, unter einem Zeitfenster von drei bis fünf Tagen auf E-Mails zu reagieren“, lässt ein Teeniemanager in einer Autoreply-E-Mail Kunden nonchalant wissen. Der Halbwüchsige, einer von 25 genialen Köpfen dieser Story, ist in seinem Tagesgeschäft offenbar ziemlich eingespannt (geantwortet wird dennoch prompt). Aber sind er und seine Altersgenossen auch die Hoffnungsträger, mit denen der Lackmustest der digitalen Zeitenwende gelingen kann?

Die einfache Antwort: Ja. Zu einem ausgeprägten Sendungsbewusstsein der jungen Durchstarter – Kostprobe eines Twitter- Profils: „Doing my PhD at the Age of Twenty“ – oder reichlich hochfliegenden Träumen („Ich werde Kanzler!“) zählt eine Leistungsorientiertheit, die HR-Profis wie Susan Jandl von TJP auf die neuen Möglichkeiten in einer „Welt voller Bildung“ zurückführen – aber auch auf das kompetitivere Umfeld Heranwachsender – Stichwort krisengeschüttelter Arbeitsmarkt. "You only live once“ und „content beats position“ sind die Handlungsmaximen bereits in jungen Jahren", sagt sie. „Man optimiert sich schon in jungen Jahren – zuweilen auch mit der Brechstange“, beobachtet ein Experte. „Familie, Freunde und das Geschäftliche“ nennt ein 15-Jähriger dieser Story wie selbstverständlich als die drei wesentlichen Eckpfeiler im Leben.

Tweets statt Tweed

Allein dieser Umstand macht den Umgang mit der „getunten Generation“ (O-Ton eines HRProfis) zur Inspiration. Etwa in der Produktentwicklung. Ein marktfähiges Minimum Viable Product schufen viele der Generation Z schon per Internet- Videoanleitung im Kinderzimmer ihres Vertrauens. Die Gesetzmäßigkeiten der Plattformökonomie, an die sichVertriebler der großen Industrieunternehmen soeben herantasten, hat die Generation Netflix, die das Programmieren kurzerhand als ihre „Schule des Denkens“ (ein Jung-Gründer) kaperte, im Blut. Sogar Millennials spüren sorgenvoll, dass jemand mit noch größerer Mediengewandtheit – und dramatisch kürzeren Ausbildungszyklen – nachdrängt.

Social statt Digital Natives, bei denen die fast beiläufige Aneignung von Wissen in Netzwerken jetzt zur „Grundintention gehört“, beobachtet Sebastian Eschenbach, Professor der FH Wien und Mitinitiator eines Reverse-Mentoring- Programms der Rheinischen FH Köln. Statt väterlichem Rat von Top-Managern bei 3M, Airbus oder Rheinmetall gibt es hier Ezzes für die Alten von den Youngsters.

Kein „hostile takeover“ an den Hochsitzen der Macht durch eine kaugummikauende Jungschar, aber die Tendenz ist klar: „Unendlich viele Schnittstellen zu den jungen Querdenkern zu schaffen“, beobachtet der Berater Engelbert Wimmer. Die Konsequenz: Deutschlands jüngstem Hacker rollt die Industrie den roten Teppich aus, statt ihn mit Fragen zu seinem Alter zu löchern.

Traumgagen? Ideale!

Aber halten die Jungen, die von sich selbst behaupten, noch eine Spur zu flatterhaft zu sein, „um als Vorbild zu taugen“ (eine Jungforscherin), auch dem Erwartungsdruck im Big Business stand? Erstaunlicherweise sei die No-Nonsense-Attitüde bei vielen Jugendlichen „alles andere als aufgesetzt“, beobachtet ein Berater. „Und da sind wir bei Greta“, sagt er. CSR-Abteilungen großer Corporates seien oft die „Gefangenen ihrer eigenen Propaganda“. Die Jungen dagegen wären – des Klimafrevels ihrer Vorgänger überdrüssig – bei Themen wie der Nachhaltigkeit „oftmals Überzeugungstäter“. Und so drängen viele der Jungen nicht zuallererst ins Gagenparadies, sondern wollen woanders – Stichwort Menschwerdung – vorankommen.

In der Rolle des „gehorsamen Nachwuchsbüttels des Kapitalismus“ finde man sich immer seltener zurecht. Man wolle vielmehr „natural lean“ sein, meint ein Beobachter.

Kulturrevolution

Dass viele der Jungen sich dabei nicht in die klassischen Hierarchiegefüge zwängen lassen, ist dabei nur konsequent. „Eine Welt der Dekrete nehmen sie nicht hin“, meint ein Berater. Statt es Personalverantwortlichen mal so richtig reinzusagen, gehen sie den subtileren Weg. Sie fordern dort, wo es mehr Kürzel als im US-Geheimdienst gibt, eine Stimme – der Organisationsplanung.

Sogar mit den brandaktuellen Ansätzen – etwa der hierarchieentwöhnten Arbeit in der VUCA-Welt – seien „die Jungen ganz ohne betriebswirtschaftliches Studium bestens vertraut“, sagt er. Wenn das nicht Gesprächsstoff fürs Top-Management liefert, was dann?

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Porträts von 25 außergewöhnlichen Menschen, die Sie auf dem Radar behalten sollten.

Der Jugend-Versteher: Charles Bahr, 17, Social-Media-Agentur-Gründer

Neben der Schule zog er eine Agentur für Social Media hoch – und spricht mit Marketingchefs der B2B- und B2C-Welt jetzt Klartext.

„Sind Selfies noch cool, Herr Bahr?“ Das hänge „vom Filter ab“, kommt es bei Charles Bahr wie aus der Pistole geschossen. Wer mit dem heute 17-jährigen Agenturgründer redet, kann eine Menge über Social Media und die Jugend lernen. Warum 13-Jährige auf Tik Tok fliegen. Oder Facebook noch nicht abgeschrieben ist. Mit 14 gründete Bahr die Agentur Tubeconnect Media, „mit einem Kernteam aus Teenagern“ (O-Ton Bahr) erarbeitete er dort Strategien für Markenartikler wie Levi´s oder Ferrero. Mittlerweile ist das Unternehmen veräußert, in seiner neuen Firma Project Z liegt der Fokus stärker auf Kampagnen.

Schon beim Grundverständnis vieler, was denn Jugendliche anspreche, warte harte Arbeit: „Unternehmen müssen weg von klassischer Werbung“, sagt Bahr. Etwa bei der Suche nach Nachwuchskräften. Lächelnde Teenie-Kampagnenmodels? „Schrecken die Zielgruppe ab“, sagt er. Wie es geht, zeige Daimler vor. Dort bewerbe man Fahrzeuge über (autofreie) Werbung für den Führerschein, sagt Bahr.

Da sieht er sich in zehn Jahren: als Start-up-Entrepreneur

# stellte schon mit elf selbstproduzierte Videos ins Netz

# freut sich auf die Volljährigkeit und das Siegel „unbeschränkt geschäftsfähig“

# will Unternehmer mit falschem Jugendbegriff aus ihrer „Filterblase“ holen

Die Kompetitive: Magdalena Lederbauer, 17, Schülerin, Chemie-Olympiasiegerin

Magdalena Lederbauer sucht bei ihrer großen Leidenschaft, der Chemie, den Leistungslevel.

Leidenschaft kennt keine Altersgrenze – aber mitunter überwältigt sie einen schon in jungen Jahren. Wie das bei Magdalena Lederbauer der Fall ist. Aus ihrem Interesse für die Eleganz der Naturwissenschaften wurde – dank der richtigen Dosis Motivationsrhetorik eines Lehrers – bei der Gymnasiastin der Sir-Karl-Popper- Schule in Wien-Wieden bald mehr: Bei den Chemieolympiaden in Paris und St. Petersburg – ihr Motto: „Augen zu und durch“ – holte sie heuer jeweils Silber, speziell die „hohe Rätseldichte“(O-Ton Lederbauer: „Dort werfen sie einem ständig absichtlich Steine in den Weg, so cool!“) und die ungewohnte Laborausstattung an der Ostsee gefielen ihr.

Ein Auslandsstudium erachtete sie dennoch lange nicht als Option, bis ein Zürich-Aufenthalt bei Freunden (Lederbauer: „Natürlich hörte ich vor Ort Vorlesungen“) ihre Einstellung änderte: Input, Campus und Ausstattung an der Eliteuni seien – pekuniären Einsatz ihrer Eltern vorausgesetzt – „einfach überwältigend“, sagt Lederbauer.

Da sieht sie sich in zehn Jahren: mit einiger Wahrscheinlichkeit in einem PhD-Programm

# jobbte in den Ferien als Praktikantin bei den Synthesechemikern der Wiener TU

# würde sich in Unibibliotheken am liebsten „eingraben“

# hat ein Digitalabo der Chemistry World von ihrem Taschengeld berappt

Der Geerdete: Josef Chen, 18, Programmierer, Start-up- Unternehmer, Velonto

Mit einer App für Lieferdienste startete ein Linzer Schüler durch.

Eine App für Lieferdienste per Rad: Dass die Idee ausgerechnet aus der Industriemetropole Linz kommt, wo der Verkehr mitunter zähflüssig tröpfelt, überrascht nicht. Warum ist jetzt kein Fahrradbote zur Stelle, dachte sich Josef Chen auch schon mal in seiner Schulzeit, wenn die Hausübung genau dort – nämlich zu Hause – liegen blieb. Solange ist das noch nicht her: Heuer maturierte er am Aloisianum (O-Ton Chen: „Schule hat Prio eins“), schon davor gründete er mit vier Mitschülern Velonto, ein Startup, dessen App sich einen KI-Algorithmus zunutze macht.

Den Prototyp in Javascript entwickelte Chen im Alleingang, „die unendlich vielen vorgefertigten Codestücke im Web“ (Chen) erleichterten ihm die Sache. Die hierarchielose Arbeit im Team aus Freunden lernte er zu schätzen. „Da gibt es keine Angst, irgendetwas Falsches zu sagen“, so Chen. Ob er dem Start-up- Business treu bleiben will? „Wir schauen uns das ein Jahr an“, sagt er. Auch eine Überarbeitung der App sowie die regionale Expansion steht an.

Da sieht er sich in zehn Jahren: in einem innovativen (vielleicht dem eigenen?) Unternehmen

# lernt nicht gern für den Lebenslauf

# war begeisterter Praktikant beim Wiener Kryptowährungs-Start-up Bitpanda

# will früher oder später auf die Uni

Der Anti-Hierarchische: Benjamin Wolba, 21, Physik-Doktorand

Das Physikgenie wünscht sich einen deutlichen Hierarchieabbau in der Arbeitswelt.

Mit 18 hatte er die Maturareife erlangt und zeitgleich schon den Bachelor für Physik in der Tasche: Benjamin Wolba, notorischer Frühaufsteher (Wolba: „Gerne vor sechs Uhr morgens“) und mittlerweile Doktorand am KIT, erreicht man dieser Tage in Tokyo. Grund seines Japan-Aufenthalts ist sein Mini-Retirement: Nicht bis zur Pension zu warten, um sich Lebensträume oder „Momente des persönlichen Vergnügens“ (O-Ton Wolba) nach Leistungspeaks zu erfüllen, erachtet Wolba – früh Fan der Relativitätstheorie – als inspirierend. Schon in seiner Schulzeit rührte er mit alternativer Pädagogik – der Idee von Schülergerichten – auf.

Ein Gleichgewicht der Kräfte sieht er auch in vielen aktuellen Jobs nicht, häufig eher sehr „durchstrukturierte Firmensysteme und Hierarchien“. „Für viele Mitarbeiter in großen Corporates ist es tabu, vor dem Chef nach Hause zu gehen“, sagt Wolba. In der Welt der KPIs, „in der Mitarbeiter wie Maschinen nach Durchsatz und Stückzahlen bemessen werden“ (O-Ton Wolba), bräuchte es den Wandel: „Dort hält es Junge wie mich kein Jahr“, sagt er.

Da sieht er sich in zehn Jahren: in der Forschung oder auch selbstständig im Start-up-Umfeld

# schrieb 2016 ein Buch zur Stärkung der Demokratie in der Schule („Bildung im Wandel“)

# publiziert im September sein zweites Buch über das Frühstudium

# erkennt in Frederic Lalouxs Organisationsfibel „Reinventing Organizations“ viel Wahres

Der Jungdynamiker: Max Spiess, 14, Schüler, Start-up-Unternehmer, PowerPointVorlagen.at

Seine unternehmerischen Projekte köcheln beim mehrfachen Gründer von Start-ups nicht auf Sparflamme.

Am Ehrgeiz, unternehmerisch die Fäden zu ziehen, mangelte es Max Spiess schon im Knabenalter nicht: „Das schlummerte in mir“, sagt der 14-Jährige. Mit zehn gründete er für seinen Heimatort, die 220-Seelen-Gemeinde Groisbach in Alland, eine Lokalzeitung (50 treue Abo-Kunden), bald legte der Schüler der Vienna Business School in Mödling einen Gang zu: Sein Start-up PowerPointVorlagen.at ist auf individualisierte Präsentationen spezialisiert, mit smartmarket.click bietet Spiess mit Kompagnon Noel Portugal einen Webshop mit Geld-zurück-Garantie für Technik-Gadgets, der „nicht komplett überteuert ist“ (O-Ton Spiess).

Was Spiess, den ein Wirtschaftsstudium reizt, am Unternehmertum am meisten imponiert? Die Freiheitsgrade, zugleich Umfang und Vielfalt der Aufgaben: „Nachmittage, an denen ich mich langweile, kenne ich nicht“, sagt Spiess.

Da sieht er sich in zehn Jahren: an der Spitze seines eigenen (mitarbeiterstarken!) Unternehmens

# sucht nach der Matura ein Jahr „Auszeit“ für die Entwicklung seiner Start-ups

# zählt Familie, Freunde und das Geschäftliche zu den wichtigsten Dingen im Leben

# seine Fußballleidenschaft wird nur von seinem jüngeren Bruder Ron übertroffen

Der Couragierte: Felix Valmont, 19

Begann sein Informatikstudium an der JKU in frühen Jahren

Er folgt seinem großen Traum: der Schauspielkunst.

Er folgt dem Credo von Steve Jobs: „Do what you love, and you´ll never work a day in your life“. Die gängigen Hierarchiegefüge der Arbeitswelt, worauf die „Schule so beflissen vorbereitet“ (O-Ton Valmont), sind gar nicht sein Fall. Seit 16 studiert er Informatik an der JKU, die Zeit für eine langfristige Karriereplanung sei „dort oder im Entrepreneurship besser angelegt als im Klassenzimmer“, sagt er. Er mischt bei Start-up- Projekten mit, beim Linzer Fotonetzwerk Pixxers werkt er als Produktentwickler. Und er verfolgt seinen großen Traum – die Schauspielerei. Da gibt es Rollen, national wie international, in denen er sich einen Namen machen konnte. Sein Idol: Arnold Schwarzenegger. „Er ist mit limitierten Ressourcen über sich hinausgewachsen“, sagt Valmont.

Da sieht er sich in zehn Jahren: als Filmschauspieler und Unternehmer in Hollywood

# tritt aufgrund von starker Affinität für persönlichen Datenschutz unter seinem Künstlernamen auf

# entwickelte mit zehn seine erste Website „Play-Web“, eine Suchmaschine für Browser- Games

# engagiert sich für Klima- und Datenschutz

Der Experimentierfreudige: Nikolaus Juch, 17

Elektronik-Frühstudium mit 15, Mentee der Uni-Koryphäe Bernd Deutschmann

Der passionierte Elektroniktüftler versetzt sein Uni-Umfeld unablässig in Staunen.

Sein Wochenprogramm beim Schnuppern am Institut für Elektronik der TU Graz spulte er an einem Vormittag ab. Dass Nikolaus Juch heute mit immer noch erst 17 Jahren außerordentlicher Hörer an der TU ist, hat also gute Gründe. Über ein Schulprojekt (O-Ton Juch: „Ich sondierte auf gut Glück online das Angebot“) fand er – fast ausschließlich aus Eigenantrieb – zu Uni-Koryphäe Bernd Deutschmann – und somit zu einem akademischen Betätigungsfeld für seine große Passion.

Die nicht von ungefähr kommt: Sein Großvater werkte als Betriebsleiter einer Wasserkraftwerksgruppe des Verbund. In der anwendungsnahen Forschung, hat er sich sagen lassen, sei das Arbeiten „sehr angenehm“ – auch deshalb, weil Industriepartner mit großem Qualitätsstreben in den Projekten „auf ordentliche F&E-Etats Wert legen“ würden, sagt Juch.

Da sieht er sich in zehn Jahren: als Uniabsolventen, in der Mikro- oder Leistungselektronik jobbend

# baute sich daheim seine eigene CNC-Fräse zur Anfertigung von Leiterplatten

# entwickelte eine – mittlerweile prämierte – singende Tesla-Spule

Der Agile: Lukas Rogl, 21, Student, Vehicle Data Hackathon-Sieger

In einem Automotive-Hackathon lief der FH-Student zur Hochform auf.

Fürs Programmieren hatte Lukas Rogl schon als Schüler in der HAK Vöcklabruck ein Faible. Und die großen technologischen Umbrüche zogen ihn seit jeher in den Bann: So viele Möglichkeiten, dachte sich Rogl. In den Neunzigern das Internet, in den Nullerjahren die Smartphone- Welt und jetzt die Vernetzung, etwa von Verkehrsteilnehmern, Stichwort Vehicle to Everything. Und erst die neuen Arbeitsformen! Gebrauch machte Rogl davon gleich bei seinem zweiten Bachelorsemester im Studiengang Automotive Computing an der FH Hagenberg: Im Rahmen eines Vehicle Data Hackathons des EU-Projekts SCOTT belegten er und seine beiden Mitstreiter Simon und Alina Rang eins.

Von seinem Arbeitgeber verlangt er nichts Unmögliches: Weiterbildung und Aufstieg, „ein gutes Arbeitsklima und einen netten Chef“. Und wenn es mal länger wird? „Solange die Arbeit erfüllt, ist alles andere Nebensache“, sagt Rogl.

Da sieht er sich in zehn Jahren: in einem innovationsstarken Technikunternehmen oder einem mit Gleichgesinnten gegründeten Start-up

# wurde mit dem WU-Studium nicht glücklich

# liebt es, sein Kreativpotenzial auszuschöpfen

# wandert leidenschaftlich gern im Salzkammergut

Die Netzwerkerin: Alexandra Waldherr, 17, Schülerin, Mikroorganismus-Bloggerin

Die Wiener Schülerin ging zielstrebig ihren Weg in der Scientific Community.

Sie ist notorische Frühaufsteherin, zumeist um sechs Uhr morgens auf den Beinen. „Da ist die Stadt herrlich ruhig und Ideen am besten“, sagt Alexandra, die mehr der Growth-Typ – Motto: Anfangen macht alles möglich! – ist. Die 17-jährige Schülerin der HBLVA Rosensteingasse entwickelte im Sommer am TU-Institut für Materialchemie für ihre HTLDiplomarbeit umweltfreundliche Synthesemethoden von High-Performance-Pigmenten, und auch sonst bringt ihre Aussage „unglaublich gerne neue Dinge zu entdecken“ es auf den Punkt.

„Misch dich nicht überall ein!“, hörte sie als Kind öfters. Jetzt, ein paar Jahre später, hat sie u. a. Österreich beim International Space Camp repräsentiert, bloggt über Mikroorganismen und nimmt es selbst in die Hand, so viel Neues wie möglich zu konsumieren als auch zu produzieren: „Online geht es im Moment sehr auseinander: Zwischen reduzierten Fun Facts und Fachjargon- Publikationen fehlte mir einfach anschauliche und humorvolle Wissenschaft!“

Da sieht sie sich in zehn Jahren: in der F&E der chemischen Industrie

# mit 12 Jahren Mitglied des Vienna Open Lab-Jugendbeirats

# Programmieren ist ihr „Labor“ ohne Aufräumarbeiten und Explosionsgefahr

# liebt das Tauchen

Der Entschlossene: Moritz Lechner, 15, Schüler, Start-up-Unternehmer, Freebiebox

Aus einer Idee formte der Wiener ein Start-up mit Expansionslust.

Das Wirtschaftstreiben hat ihn immer schon fasziniert: Mit zwölf war Moritz Lechner Praktikant bei einem Wagniskapitalgeber, zwei Jahre später ging er selbst mit Freebiebox, spezialisiert auf Überraschungsboxen mit Werbeprodukten, unter die Gründer. Seine Überlegung: „Was habe ich außer etwas Taschengeld zu verlieren“, erzählt Lechner. Die Website, mit der alles begann, hat sich Lechner – ganz Minimum Viable Product – selbst zusammengebastelt. „Im Kinderzimmer, mit Youtube-Anleitungen“, erzählt der Schüler der Schumpeter Handelsakademie in Wien-Hietzing.

Geschenkartikel, vorwiegend aus Restbeständen, fänden so Abnehmer. „Zielgruppengenau und ohne Streuverluste“, sagt Lechner. Dafür arbeitet er hart. Die Verpflichtungen nehmen zu, „so einfach zu sagen, heut hab ich keine Lust, heut geh ich schwimmen“ (O-Ton Lechner), das spielt es im Leben des 15-Jährigen nicht mehr. Es gibt ohnedies Spannenderes: Die sukzessive Expansion, erst hierzulande, „später in Europa und vielleicht sogar den USA“, ist in Vorbereitung.

Da sieht er sich in zehn Jahren: definitiv in der Gründerszene

# nimmt für seine Wunsch-HAK eine Anreise quer durch Wien in Kauf

# hat Runtastics-Gründer Florian Gschwandtner als Investor an Bord

# zählt Unternehmen wie Bosch oder OeKB zu seinen Kunden

Die Selbstdisziplinierte: Alina Schärmer, 19, Entwickelte zur Matura ein Easy-Vision Bilderkennungs-Framework

Die Tiroler HTL-Absolventin verzichtet für eine Top-Ausbildung auf einige Annehmlichkeiten.

Ihre Entscheidung, nach Wien zu gehen, hat sich Alina Schärmer nicht leicht gemacht: Ihr Freund und ihre Eltern leben in Tirol, und auch in Innsbruck gibt es die Informatik im Studienangebot. In Wien bietet man der Absolventin der HTL Anichstraße, die in ihrem Maturaprojekt im Team ein Easy-Vision Bilderkennungsframework entwickelte, dennoch mehr: „Es gibt hier gleich fünf verschiedene Bachelorstudientypen und die TU genießt einen tollen Ruf“, sagt Schärmer.

Lern- und Arbeitsdisziplin hat sie schon in der HTL unter Beweis gestellt (O-Ton Schärmer: „Da hast du 40 Wochenstunden, während am Gym schon mehr Freizeit bleibt“). Das Maturaprojekt holte bei einem HTL-Wettbewerb Platz drei – da mitzumachen, begründet Schärmer so: „Sonst schreibt man die Arbeit um des Schreibens willen.“ Warum sie ihre Arbeitsgruppe anführte, also die ganze Organisation schupfte? „Das war ein fast natürlicher Prozess“, hält Schärmer den Ball flach.

Da sieht sie sich in zehn Jahren: in einem spannenden F&E-Job

# pendelt zwischen Wien und Innsbruck

# stammt aus einer Lehrer-Familie

# zieht die Uni der „verschulten“ FH vor, obwohl sich dort viel anrechnen ließe

Der Umdenker: Benjamin Hadrigan, 17, Schulbuchautor, Labelgründer

Der Wiener Schüler bringt mit einem Lernbuch pädagogische Konzepte zum Erschüttern.

Das heimische Schulsystem? Zu Schiefertafel und Frontalunterricht hat Benjamin Hadrigan akzentuierte Ansichten. Das ganze System sei veraltet, allein die streng getakteten Lehreinheiten samt anschließender Pause findet er überdenkenswert. Dienten Pausen Klosterschulen doch früher als Beteinheiten. „Und noch immer hält man an ihnen fest“, wundert sich der Wiener AHS-Schüler. Es wird mehr Schüler geben, die wie er denken. Nicht alle aber gehen gleich unter die Autoren. Im Frühjahr schrieb Hadrigan – ein Einserschüler mit Anlaufschwierigkeiten – sein erstes Buch mit Titel „#Lernsieg.

Erfolgreich lernen mit Snapchat, Instagram und WhatsApp“. Und hat damit einen ersten Erfolg („In sechs Amazon-Kategorien auf der Eins“) gelandet. Eine App ist im Anmarsch, das Gründergen (O-Ton Hadrigan: „Dank Internet ist es heute sehr viel einfacher, seinen Weg zu machen“) scheint ihm in die Wiege gelegt. Warum er dabei auf die Tube drückt? „Den meisten von uns bleiben 80 Jahre auf diesem Planeten. Mit 20 ist bereits ein Viertel davon aufgebraucht“, sagt Hadrigan.

Da sieht er sich in zehn Jahren: In der Selbstständigkeit

# gründete ein Klamotten-Label samt Webshop

# veräußerte dieses im Sommer „still an einen Freund“

# studiert neben der Schule Wirtschaftsrecht

Der Ambitionierte: Daniel Honies, 20, Robotik-Weltmeister

Um seinen Traum von der Drohnenforschung wahr zu machen, nahm er den Umweg über Deutschland.

Ein Informatik-Studium in Wien? Daniel Honies ist kein Freund von der Großstadt, zu anonym, zu wenig überschaubar sei das alles dort. Aachen dagegen? „Gefühlt die halbe Stadt“ sei Uni, von etwas mehr als 250.000 Einwohnern bilden ein Fünftel Studierende. Der Schritt ins Ausland? Fiel dem gebürtigen Niederösterreicher, der „auf alle Fälle“ (O-Ton Honies) den Master machen will, leicht: Schon in der HTL brachte ihn seine Begeisterung für Fugdrohnen – getriggert durch den Freigegenstand Robotik – im Rahmen von Robotik-Wettbewerben an spannende Destinationen der Erde.

Im Vorjahr holte er sich mit Kollegen den WM-Titel an der US-Westküste ab. Er sei ein „sehr kompetitiver Mensch“, sagt Honies. Einer, der gern den Überblick behalte. Das schnelle Geld? Lockt ihn vorerst nicht. „Lieber größere Ambitionen verfolgen“, sagt Honies.

Da sieht er sich in zehn Jahren: in der F&E-Abteilung eines Corporates oder Start-ups

# stand als Kind „im ständigen Wettbewerb mit dem Zwillingsbruder“ (O-Ton Honies)

# wollte nach der Schule „nur weg“ – und absolvierte den zehnmonatigen europäischen Freiwilligendienst

# jobbt in Aachen bei einer studentischen Initiative

Der Weltverbesserer: Paul Bäumler, 20, Start-up-Unternehmer, Letsact

Mit seiner Plattform für Corporate Volunteering nimmt der Studienunterbrecher CSR-rührige Unternehmen in die Pflicht.

Nein, als Vehikel einer „Umerziehungskampagne“ (O-Ton Bäumler) sei Letsact niemals geplant gewesen. Die „missionarische Arbeit“ überlasse man lieber anderen, sagt Paul Bäumler, neben Ludwig Petersen einer von zwei Gründern des aktuell zehnköpfigen Start-ups in München. Vielmehr gesucht: „Eine coole Lösung“ (Bäumler), um frischen Wind ins Corporate Volunteering, das Ehrenamt für Unternehmen, vor allem in Zusammenarbeit mit Vereinen und Nonprofit-Organisationen, zu bringen.

App und Plattform schaffen diesen schnellen „Match“ – mit den richtigen Idealen. „Da verkauft eine Versicherung dann einmal im Jahr nicht gewinnorientiert Versicherungen, sondern Produkte, die viele Menschen glücklich machen“, sagt Bäumler. Allerdings wolle man „ein Influencer sein, nicht Greenwashing Vorschub leisten“, sagt er. Sehe man „keine Vision oder falsche Absichten“, gönne man sich den Luxus, Corporate-Aufträge abzulehnen.

Da sieht er sich in zehn Jahren: im Corporate Volunteering eine Nummer größer

# durch seine außerschulische Arbeit in Flüchtlingsheimen geprägt

# hat namhafte Investoren wie Purple Orange Ventures an Bord

# will sein BWL-Studium zügig zu Ende bringen

Der Reflektierte: Philipp Kalweit, 19, Profihacker, Unternehmer, Kalweit ITS

Er ist einer der begehrtesten Nachwuchshacker – und macht sich über die Welt so seine Gedanken.

Mit 16 ging er unter die Gründer. Auf der Seite der redlichen Hacker stand er da schon lange zuvor: Philipp Kalweit, heute volljähriger Auftragshacker, berät mit seiner Cybersecurity- Firma Kalweit ITS Konzerne, Banken und Behörden. Auf stattliche Größe sei das Team (Kalweit: „Darunter viele feste Kollegen“) mittlerweile herangewachsen. Bei Bewerbungsgesprächen challenged Kalweit die Interaktion auf gemeinsamen Kajak-Ausfahrten auf der Außenalster.

Das Schlimmste, sagt Kalweit, sei für ihn Routine. Risikobereitschaft, darauf hält er große Stücke. „Das treibt mich an“, sagt Kalweit. Doch Freiheit „beschneidet die Freiheiten anderer“, bringe also immer auch Verantwortung. Zur persönlichen Bespaßung Ressourcen hinterherzujagen, sei kein tragfähiges Gesellschaftskonzept. „Wir sollten überlegen: Macht ein Smoothie wirklich gesund und ein Auto glücklich?“

Da sieht er sich in zehn Jahren: Glücklich! Vielleicht auf einer einsamen Insel?

# will den Mount Everest besteigen

# sucht Ausgleich beim Kajak-Sport

# ist leidenschaftlicher Taucher

Die Zielstrebige: Enea Vlk 17 (rechts im Bild) und die Energiegeladene: Natalie Fleischmann, 17

Reverse Mentorin der 3M-Geschäftsführung

Enea erweiterte den Social-Media-Horizont eines 3M-Managers am Wienerberg.

Welche Gefahren im Darknet lauern und warum Facebook für viele Junge nicht mehr der Kommunikationskanal ihrer Wahl ist: All das erfuhr 3M-Global Business Director Felix Thun- Hohenstein nicht über die Consultingschiene. Zwei Schülerinnen der Vienna Business School, Enea Vlk und Natalie Fleischmann, teilten ihre Erfahrungen mit dem Manager im Rahmen eines Reverse-Mentoring-Projekts der FH Wien. „Das war für beide Seiten spannend“, sagt Vlk, die später „definitiv“ (O-Ton Vlk) Jus studieren will und sich und ihre Klassenkameraden als „schon recht zielstrebig“ beschreibt.

Von Informationen lässt sie sich gerne „fluten“: Schiller, ein Buch über künstliche Intelligenz und die Klassentheorie stehen aktuell auf ihrer Leseliste.

Da sieht sie sich in zehn Jahren: im Rechtsberuf

# lernte Facebook gar nicht mehr kennen

# verschlingt Sachbücher und Klassiker

Die Wiener Schülerin Natalie beteiligte sich an einem Reverse-Mentoring-Programm – und fand den Austausch interessant.

Ihr erstes Handy bekam sie in der vierten Volksschulklasse. Um die Eltern von der Schullandwoche aus anrufen zu können. Irgendwann war das Mobiltelefon aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken. Als Treffpunkt für Freunde auf Snapchat oder Instagram. Und vor allem als Informationsquelle. Natalie Fleischmann ist (wie Enea Vlk, siehe Porträt oben) Schülerin der Vienna Business School, Wissen über KI oder das menschliche Gehirn eignet sie sich gern im Internet an. „Doch insgesamt ist mein Medienkonsum eher abnehmend“, sagt Fleischmann. Grund? Real life.

Freifächer, Sport, Events überlagern ihre Webaktivitäten. Dennoch war sie genau die Richtige, um 3M-Manager Felix Thun- Hohenstein im Rahmen eines Reverse-Mentoring- Projekts der FH Wien Tipps für Social Media und das Nutzerverhalten Junger zu geben. Worum es in der Lektion so ging? „Die klassischen Social-Media-Kanäle, aber auch ums Darknet“, sagt Fleischmann.

Da sieht sie sich in zehn Jahren: in einem wirtschaftlichen Beruf

# mag das Rechnungswesen

# achtet auf einen geringen CO2-Abdruck

Der Wissenshungrige: Paul Haunschmied, 22, Smart-City-Vordenker

Der Hagenberger Softwareingenieursstudent überzeugte in einem Zukunftswettbewerb.

Lampenfieber? Das hat sich Mitte August bei dem Studierenden (Fachrichtung Software Engineering) der FH Hagenberg schon einigermaßen eingestellt. Seine erste Asienreise, noch dazu ins Machtzentrum China: „Eine großartige Erfahrung“ erwarte ihn dort, sagt Paul Haunschmied. Er hat die Gelegenheit dazu beim Schopf gepackt. Die Österreich-Tochter Huawei lud zum Ideenwettbewerb „Seeds for the Future“, Haunschmieds dreiseitiger Essay über Smart-City-Ökosysteme überzeugte die Jury auf voller Länge. Der 14-tägige Trip, der Haunschmied unter anderem nach Shenzhen und Peking führen wird, ist sichtlich gut getaktet:

Neben einem Einführungskurs in Chinesisch stehen unter anderem auch Workshops, etwa in der Huawei-Zentrale, auf dem Programm. Seit jeher zielstrebig unterwegs (O-Ton: „Ich versuche, so viel Bildung wie möglich aufzunehmen, auch autodidaktisch“), setze er beim Sammeln von Erfahrungen auf große Bandbreite, „um Ziele optimal erreichen zu können“, sagt er. Im Juli ist er mit dem Bachelor fertig geworden, jetzt ist der Master an der Reihe. „Die IT ist mein Zuhause“, sagt Haunschmied.

Da sieht er sich in zehn Jahren: in der IT-Welt, als Softwarearchitekt oder Unternehmer

# gefällt die Hands-on-Ausrichtung seines Studiums

# jobbte als Praktikant bei IT-Schwergewichten wie Atos und Dynatrace

# ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Langenstein

Der Tatkräftige: Florian Schönig, 19, Doppelstudium und Reverse-Mentor für Industriemanager

Der Dualstudent gab im Vorjahr als Schüler einem Airbus-Manager Social-Media-Tipps.

Schüler, die Managern die Welt von Social Media erklären: Das klang für Florian Schönig, damals noch Schüler am Kölner Dreikönigsgymnasium, ziemlich einleuchtend. „Da gibt es riesige Unterschiede in der Nutzung“, sagt Schönig. Also sagte er, ohne darüber groß mit sich in Klausur zu gehen, zu. Eingefädelt wurde das Treffen von einem Reverse-Mentoring-Projekt „jung.digital.innovativ“ des Europa-Instituts für Erfahrung und Management der deutschen Rheinischen FH Köln. Als der Tag immer näherrückte, „stieg auch die Spannungskurve“, so Schönig. Das Treffen selbst mit Airbus-Manager Alexander Reinhardt – begleitet von einem TVTeam – in der Berliner Zentrale brachte der Schüler cool über die Bühne. Reinhardt bekam Tipps fürs Multichanneling.

Derzeit spult Schönig als Dualstudent der Informatik auch in den Sommertagen eine 40-Stunden-Woche ab. In seinem Job will er aufgehen, Motto: „Glücklich zur Arbeit fahren“ (O-Ton Schönig). Die Selbstständigkeit sieht er zwiespältig. „Viele Risiken, Arbeit ohne Ende. Dafür ist man der Chef im eigenen Haus“, so Schönig.

Da sieht er sich in zehn Jahren: glücklich im IT-Business

# teilt die Welt ungern in Schwarz und Weiß

# spielt mit Kumpels gern Laser Tag

# findet bei Fitness und Fußball Ausgleich

Der Beharrliche: Eric Steinberger, 20, Forschungsmitarbeiter für KI am MIT in Boston

Erfolg stellt sich erst durch Hartnäckigkeit ein, ist der KI-Forscher überzeugt.

Seine Einstiegsdroge war die Quantenphysik. Mit 14 verschlang er Fachbücher und Vorlesungen am MIT, sprach in der Freizeit von nichts anderem als Verschlüsselungstechniken und begriff von alledem doch herzlich wenig. „Ich machte einen Schritt zurück und ließ es langsamer angehen“, erinnert sich Eric Steinberger. Also: HTL Spengergasse, wo ihm Attitüde, Lehrer und Lehrstoff – vor allem das Programmieren – unheimlich taugte. Und Weichen gestellt wurden.

Steinberger ist einer der führenden Nachwuchs-KI-Profis im Land, er forschte in Luxemburg, an der Wiener TU und seit dem Vorjahr ist er an der Bostoner Eliteuni MIT Forschungsmitarbeiter. Vielleicht etwas Glück, vor allem aber Beharrlichkeit hat Steinberger dorthin geführt. Er drücke lieber den „Zweiprozent- Knopf“ (O-Ton Steinberger) hunderte Male, sucht Projekte, die „nach beharrlicher Arbeit“ Erfolg brächten. Greta Thunberg findet er toll, stellt sie gar auf eine Stufe mit Gandhi. Wer würde nicht gern „jedes Jahr nach Thailand fliegen“ und „Rindersteaks essen“. „Aber das „geht halt nicht, solange die Klimaprobleme ungelöst sind“, sagt Steinberger.

Da sieht er sich in zehn Jahren: eng mit der internationalen KI-Forscherszene verwoben

# eignete sich mit 15 über Online-Kurse (etwa des MIT) Grundlagen der Mathematik und Physik an

# Spezialist für Deep Reinforcement Learning

# ist davon überzeugt, mit 20 Lines of Code viele „Sinnlos-Aufgaben“ automatisieren zu können