Klimaschutz

CO2-Bepreisung in allen Sektoren – diese Führungskräfte sind dafür

Peter Weinelt, stv. Generaldirektor der Wiener Stadtwerke

Peter Weinelt, stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke: "Die beste Kilowattstunde ist die, die wir nicht verbrauchen."

- © YouTube/ Forum Versorgungssicherheit

Die "CEOs for Future", ein privater Verein von Topmanagern Österreichs, sprechen sich für die Einführung einer CO2-Bepreisung in allen Sektoren aus.

"Eine Verschiebung würde nur die Abhängigkeit von fossilen Energien aufrechterhalten", so Vereinsvorständin Christiane Brunner. Es bedürfe eines zügigen Ausbaus der erneuerbaren Energien. "Wir müssen beim Gas aus der Raumwärme raus, aber geordnet", so Peter Weinelt, stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.

Grundsätzlich meinte er: "Die beste Kilowattstunde ist die, die wir nicht verbrauchen." Die Maßnahmen zur Erreichung der Klima- und Energieziele müssten beschleunigt werden, so Weinelt. So brauche Wien ein bis zwei Wasserstoff- Kraftwerke.

Um wirtschaftliche Verwerfungen in Krisenzeiten - Stichwort Ukraine-Krieg - zu vermeiden, sei eine Reihe von kurzfristigen Maßnahmen nötig. Sofort aus russischen Gaslieferungen auszusteigen, sei jedenfalls keine praktikable Lösung.

Eine Milliarde Euro sei als rascher "Booster" für den Klimaschutz notwendig. Das Geld dafür solle unter anderem aus den derzeitigen Steuermehreinnahmen des Bundes kommen. Die "CEOs for Future" würden jedenfalls die Ziele des Pariser Klimaabkommens und des "Green Deal" der EU unterstützen, so Brunner heute vor Journalisten.

In der Industrie sieht das natürlich nicht jeder so. "In einigen Unternehmen der chemischen Industrie stellt sich bereits die Frage, ob überhaupt noch kostendeckend produziert werden kann. Wir brauchen deshalb jetzt eine Entlastung bei den Energiekosten und eine Aufschiebung zusätzlicher Belastungen", appellierte jüngst Hubert Culik, Obmann des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO).

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Er verwies dabei auf die bereits mehrfach vorgebrachten Forderungen der Industrie wie die Strompreiskompensation oder die Einführung des Dekarbonisierungsfonds – aber auch eine Verschiebung der CO2-Bepreisung.

Auch der Zentralverband Spedition & Logistik forderte noch vor wenigen Wochen eine Verschiebung der ab Juli geplanten CO2-Bepreisung. (apa/red)