Hinweisgeberschutzgesetz Österreich : Compliance und HSchG: Wie Unternehmen das Whistleblower-Gesetz erfolgreich umsetzen

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Unternehmen stehen vor einer Compliance-Revolution: Das neue Hinweisgeberschutzgesetz erfordert nicht nur die Implementierung anonymer Meldesysteme, sondern setzt auch neue Maßstäbe für Unternehmenskultur und Mitarbeitendenvertrauen.

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Das HinweisgeberInnenschutzgesetz (HSchG, BgBl I 2023/6) markiert einen wichtigen Schritt in der österreichischen Gesetzgebung zur Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie (EU) 2019/1937/EU. Diese EU-Whistleblower-Richtlinie – die den Schutz von Personen sicherstellt, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden – ist ein zentrales Instrument zur Förderung von Transparenz und Rechenschaftspflicht in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Das HSchG erweitert den Geltungsbereich der EU-Richtlinie um nationale Rechtsmaterien, einschließlich der Korruptionsprävention.

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Ab dem 17. Dezember 2023 sind Unternehmen und öffentliche Dienststellen mit mehr als 50 Mitarbeitenden verpflichtet, einen anonymen Meldekanal bereitzustellen. Dieser Kanal soll es Personen ermöglichen, Verstöße gegen das Unionsrecht oder die im HSchG aufgeführten Gesetze der Unternehmensleitung zu melden. Für größere Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden trat diese Verpflichtung bereits im August 2023 in Kraft.

Effektive Meldesysteme als Kern des Hinweisgeberschutzgesetzes

Das HSchG sieht vor, dass sogenannte Hinweisgeber durch ein entsprechendes Meldesystem vor Sanktionen oder Nachteilen geschützt werden, wenn diese Missstände der Unternehmensleitung zur Kenntnis bringen. Werden etwa rechtswidrige Handlungen, Rechtsmissbrauch oder Verstöße erkannt, soll nun solch ein Meldesystem zur Verfügung stehen.

Das ist eine wesentliche Neuerung, die Unternehmen vor die Herausforderung stellt, dafür effektive und sichere Meldestrukturen zu implementieren. Doch neben der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, wird auch die Schaffung einer transparenten und offenen Unternehmenskultur damit gefördert.

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Das Meldesystem besteht dazu aus drei Stufen, die Hinweisgeber:innen in dieser Reihenfolge nutzen sollen:

  • Interner Meldekanal: Anonym, vertraulich und sanktionsfrei. Die Rechtsvertretung des Unternehmens prüft den Fall und stößt die Einleitung der nächsten Schritte an.
  • Externer Meldekanal: Bleiben Antworten der Rechtsvertretung aus, wird eine Meldung an die Behörde erfolgen.
  • Offenlegung: Versagen die vorherigen Kanäle und ist das öffentliche Interesse erkennbar, erfolgt die Offenlegung.

Dieses System soll sicherstellen, dass Hinweisgeber zunächst interne und externe Kanäle nutzen, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Unternehmen innerhalb definierter Fristen auf Meldungen reagieren und die Hinweisgebenden vor jeglichen Sanktionen schützen.

Grundlagen und Lösungsansätze zum HSchG

Um Unternehmen bei der praktischen Umsetzung zu unterstützen, präsentiert das INDUSTRIEMAGAZIN in Kooperation mit inndata Datentechnik GmbH das kostenlose Webinar „HinweisgeberInnenschutzgesetz kompakt: Ein praktischer Leitfaden für Unternehmen“.

Im Webinar erhalten Sie nicht nur einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen des HSchG, sondern auch Lösungsansätze für dessen Umsetzung. Experten wie Otto Handle von inndata und Rechtsanwalt Fabian Bösch von GPK werden tiefgreifende Einblicke in die technischen und rechtlichen Aspekte des HSchG geben.

Sie erfahren, wie Sie ein effektives Meldesystem in Ihrem Unternehmen implementieren können, das sowohl den gesetzlichen Anforderungen entspricht als auch das Vertrauen Ihrer Mitarbeitenden stärkt.

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Geschäftsführer Florian Althaler von Austria Bau Tirol und Vorarlberg Handels GmbH wird in dem Zusammenhang aus seiner Erfahrung bei der Anwendung des HSchG und der Umsetzung des Meldesystems in seinem Unternehmen berichten.

Dieses Webinar ist eine unverzichtbare Ressource für alle, die sich mit Compliance und Unternehmensethik beschäftigen und sicherstellen möchten, dass ihr Unternehmen den neuen Anforderungen des HSchG gerecht wird.

Der sogenannte Hinweisgeber muss durch das sogenannte Meldesystem vor Sanktionen oder Nachteilen geschützt werden, wenn er (oder sie) derartige Missstände der Unternehmensleitung zur Kenntnis bringt. Gemeinsam mit der renommierten Innsbrucker Rechtsanwaltskanzlei Pegger Kofler & Partner haben wir für unsere langjährigen Kunden und Partner ein Modell ausgearbeitet, mit dem Ihre Mitgliedsbetriebe sehr kostengünstig und effizient zu einer Lösung dieser Problematik kommen.
Otto Handle, Geschäftsführer, inndata Datentechnik GmbH

Praxisorientierte Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie

Zusätzlich zur Teilnahme am Webinar empfehlen wir das demnächst erscheinende Whitepaper "Von der Richtlinie zur Praxis: Umsetzung des HinweisgeberInnenschutzgesetzes". Dieser umfassende Leitfaden bietet detaillierte Informationen und Anleitungen zur Integration effektiver Meldesysteme im Unternehmensalltag.

Das Whitepaper beleuchtet, wie die Einführung von Meldesystemen Unternehmen dabei unterstützt, rechtliche Vorgaben zu erfüllen und gleichzeitig proaktiv zur Entwicklung einer ethischen Arbeitsumgebung beizutragen. Es bietet praktische Tipps, wie Sie das Vertrauen Ihrer Mitarbeitenden stärken und gleichzeitig Ihr Unternehmen vor potenziellen Risiken schützen können. Richtig umgesetzt wird es möglich, Vorwürfe stressfrei aufzuklären, bevor die breite Öffentlichkeit involviert wird.

Mit diesem Leitfaden erhalten Sie wertvolle Einblicke, wie Sie die Herausforderungen des HSchG meistern und die Chancen, die es bietet, optimal nutzen können.

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Zukunftssichere Compliance durch das Hinweisgeberschutzgesetz

Die Umsetzung des HSchG bietet die Möglichkeit, durch ein effektives Meldesystem und die Einhaltung seiner Richtlinien, Integrität und Vertrauen in Ihrem Unternehmen zu stärken und sich als transparente und verantwortungsbewusste Organisation zu positionieren.

Nutzen Sie die Ressourcen, die das Industriemagazin in Zusammenarbeit mit inndata und anderen Experten bietet, um sich über die neuesten Entwicklungen und Best Practices im Bereich des HinweisgeberInnenschutzes zu informieren. Das bevorstehende Webinar und das angekündigte Whitepaper "Von der Richtlinie zur Praxis: Umsetzung des HinweisgeberInnenschutzgesetzes" sind wertvolle Werkzeuge, die Ihnen helfen, Ihr Unternehmen auf die Herausforderungen und Chancen vorzubereiten, die das HSchG mit sich bringt.

Indem Sie proaktiv handeln und sich auf die Umsetzung des HSchG vorbereiten, sichern Sie nicht nur die Compliance Ihres Unternehmens, sondern tragen auch zu einer gerechteren und transparenteren Geschäftswelt bei.