Home Office Pauschale 2023 : Homeoffice: Nachweis der Anzahl an Homeoffice-Tagen

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Arbeitnehmer können im Rahmen ihrer Arbeitnehmerveranlagung einerseits Ausgaben für Schreibtisch, Beleuchtung, etc. des Homeoffice-Platzes bis zu 300 Euro im Jahr steuerlich verwerten, wenn im Kalenderjahr mindestens 26 Homeoffice-Tage geleistet wurden.

- © APA/BARBARA GINDL

Auch nach der Corona-Pandemie, als die Arbeit von zu Hause aus zur Standardpraxis wurde, stellen sich immer noch Fragen zur Besteuerung des Home-Office. Arbeitnehmer, die an mindestens 26 Tagen im Jahr von zu Hause aus arbeiten, können bestimmte Kosten für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich abesetzen.

Das kann eine willkommene Erleichterung sein, aber wie genau funktioniert das?

Im folgenden geht es darum, wie Arbeitnehmer Ausgaben für Schreibtisch, Beleuchtung und vieles mehr in ihrem Heimbüro steuerlich absetzen können. Wir gehen auch darauf ein, wie das Finanzamt die Berechnungen vornimmt und was zu tun ist, wenn ein Arbeitgeber nicht alle erforderlichen Angaben gemacht hat. Informieren Sie sich, wie Sie die Kostenpauschale für das häusliche Arbeitszimmer optimal nutzen können und wie Sie sicherstellen, dass Ihre Steuererklärungen korrekt sind.

Homeoffice-Steuerabzug: So nutzen Sie die Pauschalen

Arbeitnehmer können im Rahmen ihrer Arbeitnehmerveranlagung einerseits Ausgaben für Schreibtisch, Beleuchtung, etc. des Homeoffice-Platzes bis zu 300 Euro im Jahr steuerlich verwerten, wenn im Kalenderjahr mindestens 26 Homeoffice-Tage geleistet wurden. Zudem dürfen bis zu 3 Euro pro geleisteten Homeoffice-Tag (für maximal 100 Tage im Jahr) als Homeoffice-Pauschale angesetzt werden (insofern der Arbeitgeber nicht ohnehin 3 Euro pro Tag steuerfrei zuschießt).

Homeoffice-Daten beim Finanzamt einreichen

Das Finanzamt ermittelt die Höhe des maximal zulässigen Homeoffice-Pauschales automatisch auf Basis der vom Arbeitgeber gemeldeten Homeoffice-Tage am Lohnzettel. Auch die Prüfung der 26 Homeoffice-Tage erfolgt auf Grundlage der angegebenen Tage am Lohnzettel. Sollte jedoch der Arbeitgeber seiner Pflicht, die Homeoffice-Tage verlässlich mitzuführen und zu melden, nicht vollständig nachgekommen sein, kann der Arbeitnehmer dem Finanzamt dennoch andere Beweismittel vorliegen, die die korrekte Anzahl der erbrachten Homeoffice-Tage untermauern. In solchen Fällen ist eine Nachschau des Finanzamts beim Arbeitgeber jedoch sehr wahrscheinlich.

StB Michael Sadl, BSc. LL.B. ist Manager der ICON Wirtschaftstreuhand GmbH, Linz, michael.sadl@icon.at.

Michael Sadl, Steuerberater und Manager Tax der ICON Wirtschaftstreuhand
Michael Sadl, Manager der ICON Wirtschaftstreuhand GmbH - © ICON Wirtschaftstreuhand

Wer hat Anspruch auf die Home-Office-Pauschale in Österreich?

In Österreich haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine Heimarbeitsplatzzulage, wenn sie in einem Kalenderjahr mindestens 26 Tage in einem Heimbüro gearbeitet haben. Darüber hinaus können bis zu 3 € pro Arbeitstag (maximal 100 Tage pro Jahr) als Home-Office-Zuschuss geltend gemacht werden, sofern der Arbeitgeber nicht bereits 3 € pro Tag steuerfrei ansammelt. Damit diese Steuervergünstigung in Anspruch genommen werden kann, muss sichergestellt werden, dass die Mindestanzahl der Arbeitstage im häuslichen Arbeitszimmer eingehalten wird.

Lesetipp: Steuerliche Behandlung von Öffi-Tickets für Mitarbeiter.

Steuerliche Vorteile für österreichische Pendler dank Doppelbesteuerungsabkommen

Durch die kürzlich erfolgte Anpassung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und Deutschland und die Neuregelung des grenzüberschreitenden Arbeitens können nun auch Arbeitnehmer aus Österreich, die zur Arbeit ins benachbarte Deutschland pendeln, die Vorteile eines Home-Office genießen und ihre Arbeitszeit flexibler gestalten. Diese Neuerungen gelten auch für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes.

Bisher konnten österreichische Arbeitnehmer aus steuerlichen Gründen, insbesondere nach dem Auslaufen der befristeten COVID-19-Maßnahmen im Jahr 2022, nicht in einem Home-Office arbeiten, da dieses in Österreich als Auslandsbüro galt. Dies führte zu finanziellen Schwierigkeiten für deutsche Arbeitgeber und bedeutete oft, dass österreichische Arbeitnehmer zur Arbeit erscheinen mussten, während ihre deutschen Kollegen dies nicht mussten.

Wie wirkt sich das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Deutschland auf die Besteuerung von Home Office-Arbeiten aus?

Die Aktualisierung des Doppelbesteuerungsabkommens bedeutet nun, dass Arbeitstage im häuslichen Arbeitszimmer "nicht mehr als schädlich im Sinne der Grenzgängerregelung angesehen werden". Dies ist eine wesentliche Erleichterung für Arbeitnehmer, die in grenzüberschreitenden Büros arbeiten und trägt den veränderten Anforderungen der modernen Arbeitswelt, insbesondere während der Pandemie COVID 19, Rechnung. Diese Änderung bringt mehr Flexibilität für Arbeitnehmer und Unternehmen im Grenzgebiet zwischen Österreich und Deutschland.

Homeoffice in Österreich: Was ist zu beachten?

Bei der Arbeit im Homeoffice in Österreich gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Steuerliche Aspekte: Sie müssen mindestens 26 Tage im Jahr von zu Hause aus arbeiten, um steuerliche Ansprüche geltend machen zu können. Alle Belege für Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer wie Schreibwaren, Möbel oder Strom sollten gesammelt werden.

  • Arbeitsrecht: Wenn Sie in einem Heimbüro arbeiten, unterliegen Sie auch dem Arbeitsrecht. Dies gilt für Arbeitszeiten, Pausen sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

  • Sicherheit am Arbeitsplatz: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Heimarbeitsplatz sicher und ergonomisch gestaltet ist, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

  • Kommunikation mit dem Arbeitgeber: Regelmäßiger Kontakt mit Ihrem Arbeitgeber ist ein Muss, ebenso wie die Klärung der Arbeitsbedingungen und der Erwartungen an das Homeoffice.

  • Datenschutz und IT-Sicherheit: Datenschutz und IT-Sicherheit, wenn Sie mit sensiblen Informationen umgehen.

  • Versicherung: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob Sie für die Zeit, in der Sie im Homeoffice arbeiten, versichert sind und ob Unfälle im Homeoffice abgedeckt sind.

  • Arbeitsmittel und technische Ausstattung: Vergewissern Sie sich, dass Sie über die notwendigen Arbeitsmittel und eine zuverlässige technische Ausstattung verfügen, um im Homeoffice effektiv arbeiten zu können.

Wie viele Tage darf man in Österreich im Homeoffice arbeiten?

In Österreich gibt es keine gesetzliche Obergrenze für die Anzahl der Heimarbeitstage. Die Anzahl der Tage, an denen Sie im Homeoffice arbeiten können, wird in der Regel individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart. Das bedeutet, dass die Anzahl der Tage, an denen Sie von zu Hause aus arbeiten können, von Ihrem Arbeitsvertrag und den Arbeitsanforderungen abhängt.

Im Vergleich dazu ist in Deutschland die Anzahl der Tage, an denen Sie von zu Hause aus arbeiten können, genauer geregelt. Im März 2021 wurde dort das "Gesetz über mobile Arbeit" (auch "Home-Office-Gesetz" genannt) verabschiedet. Nach diesem Gesetz haben Arbeitnehmer in Deutschland das Recht, von zu Hause aus zu arbeiten, wenn die Art ihrer Arbeit dies zulässt. In Deutschland wird die Anzahl der Tage, an denen von zu Hause aus gearbeitet werden darf, ebenfalls durch eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt.

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