Digitalisierung

Bachmann-Entwickler Josef Fritsche: Der Hansdampf

Josef Fritsche singt gerne im Chor in seinem Heimatdorf, arbeitet im Vereinsausschuss des Krankenpflegevereins mit und wandert gerne in den Bergen. Das war nicht immer so. Nach seinem Elektrotechnikstudium zog es den Österreicher in den 80er Jahren in die USA – ins Silicon Valley, als Softwareentwickler. Wo heute Google, eBay oder Facebook den Ton angeben, investierten Intel, Apple oder Sun Microsystems früh in die digitale Zukunft und ein Österreicher war mit dabei. „Wir hatten zwar eine vier Tage Woche, aber keinen 9 to 5 Job“, erinnert sich Fritsche. Und in der Freizeit?

„In den Bars diskutierten Ingenieure nur über die neuesten Technologien, das war toll“, schwärmt Fritsche heute noch. Doch ihm fehlte der Tiefgang im Leben, "ich sehnte mich nach Familie, nach Freunden, nach einem Vereinsleben“, blickt Fritsche zurück. Er kündigte. Verließ das Schlaraffenland der Ingenieure und machte sich in Österreich selbstständig.

In Bachmann electronic fand er seinen ersten Kunden. 1996 übernahm Bachmann electronic Fritsches Firma. Der Softwareentwickler war jetzt für die Software von Bachmanns neu zu entwickelnder Steuerung verantwortlich – die M1. „Das war ein tolles Projekt. Wir konnten auf der grünen Wiese starten.“ Ende 1998 kam die Steuerung auf den Markt – „heute unmöglich, zeitlich nicht machbar“, meint Fritsche.

Wie er heute Software entwickelt? Bei Bachmann arbeiten die Softwareentwickler in Projektteams von 5 bis 7 Mitarbeitern – Stichwort: agile Entwicklung. Daily Scrums stehen ebenso auf dem Tagesplan. Mit fünf Kollegen startete Fritsche bei Bachmann. Heute sind es mehr als 40 Softwareentwickler, die sich immer up to date halten müssen. „Die Automatisierung wird sich noch intensiver mit der IT beschäftigen müssen“, prophezeit Fritsche. Die IEC 61131 ist für ihn keine Zukunftssprache in der Industrie. „Wir müssen etablierte Hochsprachen wie Java oder Python oder auch funktionale Sprachen lernen", sagt er. Nur so „gewinnen wir weitere Anwender am Markt“.

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