Industrie 4.0 und KI : Künstliche Intelligenz in der Industrie: Einsatzmöglichkeiten, EU AI Act und Zukunftschancen

Arbeit an einem Roboter-Greifarm. Der Einsatz von Cobots (kollaborative Roboter) eignet sich in der Industrie nicht überall.

„Echte Kollaboration ist oft gar nicht sinnvoll, da viele Prozesse das gar nicht benötigen und unwirtschaftlich langsam wären." Trotzdem haben Cobots in der Industrie durchaus ihre Berechtigung – auf den richtigen Einsatzort kommt es an.

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Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren eine neue Ära der Innovation eingeläutet. Von der Automatisierung bis hin zur Entscheidungsfindung verändert KI die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, ihre Prozesse gestalten und Produkte herstellen. Besonders in der Industrie, einem Kernsektor der globalen Wirtschaft, entfaltet KI ihr enormes Potenzial, indem sie Produktionsabläufe optimiert, Ressourcen effizienter einsetzt und völlig neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

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Die vierte industrielle Revolution, oft als Industrie 4.0 bezeichnet, wird durch Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Big Data und KI geprägt. Diese Technologien wirken wie Zahnräder, die ineinandergreifen und eine Symbiose schaffen, um industrielle Prozesse intelligenter, schneller und flexibler zu gestalten. KI steht dabei im Mittelpunkt und sorgt für eine tiefgreifende Transformation – von der Entwicklung über die Fertigung bis zur Logistik.

Dieser Text beleuchtet umfassend, wie KI in der Industrie eingesetzt wird, welche Vorteile und Herausforderungen sie mit sich bringt und wie Unternehmen von ihr profitieren können. Abschließend wagen wir einen Blick in die Zukunft und zeigen auf, welche Trends und Innovationen die industrielle Landschaft weiter prägen werden.

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KI in der Industrie: Ein Überblick

Die Industrie durchläuft mit der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) eine der größten Transformationen ihrer Geschichte. Besonders im Kontext von Industrie 4.0 spielt KI eine zentrale Rolle, indem sie Automatisierung und Digitalisierung auf ein völlig neues Niveau hebt. KI optimiert dabei nicht nur einzelne Prozesse, sondern beeinflusst die gesamte industrielle Wertschöpfungskette – von der Produktion über die Qualitätskontrolle bis hin zur Logistik. 

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Produktion: Effizienz und Präzision durch KI

KI-gestützte Systeme steigern die Effizienz und Präzision in der Produktion erheblich. Laut einer Studie von McKinsey kann der Einsatz von KI die Produktivität in Fertigungsbetrieben um bis zu 20 % steigern. Ein Beispiel hierfür ist der Automobilhersteller BMW, der KI in seinen Werken nutzt, um die Fertigungsprozesse zu optimieren. Kameras und Sensoren überwachen Produktionslinien, während KI-Algorithmen in Echtzeit Daten analysieren, um Fehler oder Engpässe zu erkennen.

Darüber hinaus ermöglicht KI die flexible Anpassung von Produktionslinien. Siemens setzt in seiner „Amberg Electronics Factory“ KI ein, um die Fertigungslinien dynamisch anzupassen. So werden unterschiedliche Produkte auf derselben Linie ohne Verzögerungen produziert, was die Effizienz signifikant erhöht.

Qualitätskontrolle: Fehlerreduktion mit Computer Vision

Die Qualitätskontrolle ist ein weiterer Bereich, in dem KI überzeugt. KI-Systeme mit Computer-Vision-Technologien können in Echtzeit Produktionsfehler erkennen, die dem menschlichen Auge entgehen würden. In der Elektronikindustrie, beispielsweise bei Samsung, überprüfen KI-gesteuerte Kameras Mikrochips auf winzige Unregelmäßigkeiten, um eine fehlerfreie Lieferung sicherzustellen.

Ein Bericht von PwC zeigt, dass durch KI-basierte Qualitätskontrollsysteme die Ausschussrate in der Fertigung um bis zu 30 % gesenkt werden kann. Dies spart nicht nur Kosten, sondern reduziert auch den Materialverbrauch und trägt zur Nachhaltigkeit bei.

Instandhaltung: Predictive Maintenance als Schlüssel zu Kosteneinsparungen

Einer der kostspieligsten Faktoren in der Industrie sind ungeplante Ausfälle von Maschinen. Mit KI-gestützter Predictive Maintenance können Unternehmen diese Ausfallzeiten minimieren. Sensoren sammeln Daten über den Zustand der Maschinen, und KI-Algorithmen analysieren diese, um Wartungsbedarfe vorherzusagen, bevor ein Defekt auftritt.

Ein Beispiel ist General Electric (GE), das KI-basierte Wartungssysteme in seinen Turbinen einsetzt. Dank Predictive Maintenance konnten Ausfallzeiten um 15 % reduziert und die Wartungskosten um bis zu 20 % gesenkt werden. Laut dem Forschungs- und Beratungsunternehmen Gartner könnten Unternehmen durch Predictive Maintenance weltweit bis 2026 jährlich über 1 Billion US-Dollar an Wartungs- und Ausfallkosten einsparen.

Logistik: Effizienzsteigerung in der Lieferkette

Auch die Logistik profitiert stark von KI. Unternehmen wie Amazon setzen KI-basierte Systeme ein, um ihre Lagerbestände effizienter zu verwalten und Lieferzeiten zu optimieren. Die KI analysiert Daten wie Nachfrage, Transportzeiten und Lagerkapazitäten und passt Lieferketten in Echtzeit an.

Laut einer Studie von DHL können KI-basierte Logistiklösungen die Betriebskosten um bis zu 30 % senken. Autonome Fahrzeuge und Drohnen, die ebenfalls von KI gesteuert werden, spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Ein Beispiel ist die Zustellung mit Drohnen in abgelegenen Regionen, die von Unternehmen wie Zipline getestet wird.

Energieoptimierung: Nachhaltigkeit durch KI

In Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Anforderungen an Nachhaltigkeit setzen immer mehr Unternehmen KI ein, um den Energieverbrauch zu optimieren. Siemens hat beispielsweise ein System entwickelt, das mithilfe von KI den Energieverbrauch in Produktionsstätten analysiert und Empfehlungen zur Reduktion gibt.

Laut einer Studie von Accenture kann der Einsatz von KI den Energieverbrauch in der Industrie um bis zu 15 % senken. Dies hat nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck von Unternehmen erheblich.

Digitaler Zwilling von Siemens um Produkte, Maschinen, Produktionsprozesse und ganze Anlagen in der digitalen Welt zu entwerfen

- © Siemens

Was ist Künstliche Intelligenz und wie funktioniert sie?

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Technologien, die darauf ausgelegt sind, menschliches Denken und Handeln nachzuahmen oder zu ergänzen. Dabei handelt es sich um Systeme, die aus Daten lernen, Probleme analysieren und eigenständig Entscheidungen treffen können. Die Grundlage von KI bildet der Einsatz von Algorithmen und maschinellem Lernen (Machine Learning).

Machine Learning ermöglicht es Systemen, Muster und Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen und auf dieser Basis Prognosen oder Entscheidungen zu treffen. Eine fortgeschrittene Form davon ist das Deep Learning, bei dem neuronale Netze ähnlich wie das menschliche Gehirn funktionieren und tiefere, komplexere Erkenntnisse aus Daten gewinnen.

Zusätzlich spielen sogenannte schwache und starke KI eine Rolle: Schwache KI ist spezialisiert auf einzelne Aufgaben wie Spracherkennung oder Bilderkennung, während starke KI darauf abzielt, universell wie ein Mensch zu denken und zu handeln.

Besonders wichtig ist die Fähigkeit von KI-Systemen, durch fortlaufende Datenanalyse ihre Leistung kontinuierlich zu verbessern. Dieser Prozess, auch bekannt als selbstlernende Systeme, macht KI so wertvoll für den Einsatz in der Industrie, wo Präzision, Geschwindigkeit und Effizienz entscheidend sind. So wird KI zu einem Werkzeug, das Innovationen und Fortschritt in vielen Bereichen vorantreibt.

Vorteile von KI in der Industrie

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie hat eine transformative Wirkung auf nahezu jeden Bereich der Wertschöpfungskette. Unternehmen profitieren durch Kosteneinsparungen, gesteigerte Produktivität, verbesserte Sicherheitsstandards und eine erhöhte Kundenzufriedenheit. Im Folgenden werden die zentralen Vorteile von KI in der Industrie detaillierter erläutert.

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a) Effizienzsteigerung und Kostensenkung

Die Integration von KI führt zu einer signifikanten Steigerung der Effizienz und einer Reduzierung von Kosten in der Produktion. Durch automatisierte Fertigungsstraßen, die von KI gesteuert werden, können Produktionsprozesse präziser und schneller durchgeführt werden. Fehler in der Produktion, wie fehlerhafte Komponenten oder Qualitätsmängel, werden durch KI-gestützte Systeme wie Computer Vision frühzeitig erkannt und aussortiert.

Laut einer Studie von McKinsey können Unternehmen durch die Implementierung von KI die Betriebskosten um bis zu 15 % reduzieren. Ein praktisches Beispiel bietet Tesla: Das Unternehmen setzt in seinen Fabriken KI-gesteuerte Roboter ein, die den Zusammenbau von Fahrzeugen optimieren und gleichzeitig den Ausschuss minimieren. Diese automatisierten Prozesse haben es Tesla ermöglicht, Produktionskapazitäten zu steigern und gleichzeitig die Effizienz zu maximieren.

Zudem senkt KI den Energieverbrauch in der Produktion. Unternehmen wie Siemens haben KI-Systeme entwickelt, die den Energiebedarf in Echtzeit analysieren und unnötigen Verbrauch minimieren. Dies führt nicht nur zu Kostenersparnissen, sondern auch zu einem geringeren ökologischen Fußabdruck.

„Eine winzige Änderung in der Beschleunigung des Greifarms kann schon große Verbesserungen in der Lebensdauer bringen und Ausfälle vermeiden." Titanilla Komenda von Fraunhofer Austria.

- © Fraunhofer Austria

b) Personalisierung und Flexibilität

Ein entscheidender Vorteil von KI in der Industrie ist die Möglichkeit, maßgeschneiderte Produkte zu entwickeln, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. Moderne KI-gesteuerte Fertigungsanlagen können sich flexibel anpassen, um verschiedene Produkte auf einer einzigen Produktionslinie herzustellen. Dies ist besonders in Branchen wie der Automobil- oder Konsumgüterindustrie von Bedeutung, wo der Wunsch nach personalisierten Produkten immer stärker wird.

Ein Beispiel ist Adidas, das in seiner „Speedfactory“ KI nutzt, um individuell angepasste Sportschuhe herzustellen. Kunden können Design, Farbe und Passform ihrer Schuhe auswählen, während die KI-gesteuerten Systeme in der Produktion diese Anforderungen in Echtzeit umsetzen. Durch diese Flexibilität können Unternehmen nicht nur schneller auf Kundenwünsche reagieren, sondern auch kleinere Chargen effizienter produzieren.

c) Schnellere Entscheidungen durch Datenanalyse

In einer datengetriebenen Industrie ist die Fähigkeit, schnell und fundiert Entscheidungen zu treffen, von entscheidender Bedeutung. KI-Systeme analysieren große Mengen an Daten in Echtzeit und liefern Entscheidungsgrundlagen, die auf aktuellen Markt- oder Produktionsbedingungen basieren.

Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von KI in der Lieferkette: Unternehmen wie Amazon verwenden KI, um Nachfrageprognosen zu erstellen und Lagerbestände entsprechend anzupassen. Dies ermöglicht es, Lieferengpässe zu vermeiden und gleichzeitig die Kosten für überschüssige Lagerhaltung zu senken.

Zudem spielen KI-Systeme in der Produktionsplanung eine wichtige Rolle. Bosch verwendet KI, um Produktionspläne dynamisch anzupassen, basierend auf Faktoren wie Rohstoffverfügbarkeit, Maschinenauslastung und Nachfrageänderungen. Dadurch können Unternehmen schneller auf unvorhergesehene Herausforderungen reagieren und Ressourcen optimal einsetzen.

d) Sicherheitssteigerung in der Industrie

Die Sicherheit in industriellen Umgebungen ist von zentraler Bedeutung, und KI bietet hier bahnbrechende Möglichkeiten. KI-Systeme können Produktionsanlagen kontinuierlich überwachen und potenzielle Gefahrenquellen erkennen, bevor diese zu ernsthaften Problemen führen.

Ein Beispiel ist das Unternehmen Honeywell, das KI in der Öl- und Gasindustrie einsetzt, um Sicherheitsrisiken zu minimieren. Sensoren überwachen den Zustand von Maschinen und die Umgebung, während KI-Algorithmen Unregelmäßigkeiten wie Druckabfälle oder Temperaturanstiege erkennen und Warnungen auslösen.

Zudem verbessert KI die Sicherheit von Arbeitskräften. In der Bauindustrie nutzt Caterpillar KI-gestützte Systeme, um Gefahrenzonen auf Baustellen zu identifizieren und Mitarbeiter in Echtzeit zu warnen. Dies hat zu einer Reduktion von Arbeitsunfällen geführt und die Sicherheitsstandards erheblich erhöht.

„Es bringt wenig, die KI auf einen noch fehlerhaften Datenbestand loszulassen.“
Johanna Schmidt, Forschungsgruppenleiterin am VRVis

Praktische Anwendungen von KI in der Industrie

Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie hat zu einer Revolution der Arbeitsabläufe geführt. Von der Produktion bis zur Logistik optimiert KI zahlreiche Prozesse, steigert die Effizienz und sorgt für eine höhere Qualität. Hier werden die zentralen praktischen Anwendungsbereiche detaillierter vorgestellt:

Roboter in der Fertigung: Effizienz durch Automatisierung

Industrie-Roboter, die mit KI ausgestattet sind, übernehmen immer komplexere Aufgaben in der Fertigung. Sie können präzise und rund um die Uhr arbeiten, wodurch menschliche Fehler minimiert und die Produktivität gesteigert wird. Besonders in der Automobilindustrie ist der Einsatz von KI-Robotern unverzichtbar.

Ein Beispiel ist die Produktion bei Ford: KI-gestützte Roboter montieren Karosserieteile mit einer Genauigkeit von weniger als einem Millimeter. Gleichzeitig passen sie sich flexibel an verschiedene Fahrzeugmodelle an, die auf derselben Produktionslinie gefertigt werden. Laut der International Federation of Robotics (IFR) wurden 2022 weltweit mehr als 500.000 neue Industrieroboter installiert, ein Großteil davon in der Automobil- und Elektronikindustrie.

Auch in der Elektronikfertigung kommen KI-Roboter zum Einsatz. Sie montieren komplexe Mikrochips und stellen sicher, dass die Präzision im Nanobereich eingehalten wird. Unternehmen wie Foxconn setzen solche Technologien ein, um die Produktionsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Fehlerquote zu minimieren.

Predictive Maintenance: Wartung der Zukunft

Predictive Maintenance ist eine der erfolgversprechendsten Anwendungen von KI. Durch den Einsatz von Sensoren und KI-Algorithmen werden Daten über den Zustand von Maschinen gesammelt und analysiert. Das Ziel ist es, Wartungsbedarfe vorherzusagen, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Ein bekanntes Beispiel ist Rolls-Royce, das Predictive Maintenance für seine Flugzeugtriebwerke einsetzt. Sensoren überwachen in Echtzeit den Zustand der Triebwerke, während KI-Algorithmen Anomalien erkennen und Wartungsmaßnahmen voraussagen. Laut einer Studie von Deloitte reduziert Predictive Maintenance ungeplante Ausfallzeiten um bis zu 50 %, während die Wartungskosten um 30 % gesenkt werden können.

Auch in der Fertigungsindustrie nutzt Siemens diese Technologie. Das KI-gestützte Wartungssystem "MindSphere" analysiert Maschinendaten und schlägt proaktive Wartungsmaßnahmen vor. So konnten Unternehmen wie Siemens Kunden dabei helfen, die Lebensdauer ihrer Maschinen zu verlängern und gleichzeitig die Produktionszeiten zu maximieren.

Industrie-Roboter, die mit KI ausgestattet sind

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Qualitätskontrolle mit Computer Vision: Perfektion durch KI

Die Qualitätskontrolle ist ein entscheidender Faktor in der Industrie. KI-Systeme, die mit Computer-Vision-Technologien arbeiten, überprüfen Produkte visuell und erkennen auch kleinste Defekte, die für das menschliche Auge nicht sichtbar wären.

Ein Beispiel ist die Halbleiterindustrie: Hier werden Wafer, die Grundlage für Mikrochips, von KI-Systemen auf mikroskopisch kleine Fehler untersucht. Das südkoreanische Unternehmen Samsung hat ein KI-basiertes System entwickelt, das Defekte in Echtzeit erkennt und somit Ausschussware reduziert.

Studien zeigen, dass der Einsatz von Computer Vision die Ausschussrate um bis zu 30 % senken kann. Gleichzeitig werden Produktionskosten gesenkt und die Kundenzufriedenheit durch fehlerfreie Produkte erhöht.

Lieferkettenmanagement: Effizienzsteigerung durch Daten

KI revolutioniert das Lieferkettenmanagement, indem sie Transparenz und Effizienz erhöht. Systeme analysieren historische und aktuelle Daten, um Nachfrageprognosen zu erstellen, Lagerbestände zu optimieren und Transportwege effizient zu planen.

Amazon ist ein führendes Beispiel für den Einsatz von KI im Lieferkettenmanagement. Das Unternehmen nutzt Algorithmen, um Bestellungen automatisch den optimalen Versandzentren zuzuweisen und Lieferwege zu optimieren. Dadurch konnte Amazon die Lieferzeiten drastisch reduzieren.

Laut einer Studie von PwC können Unternehmen, die KI im Lieferkettenmanagement einsetzen, ihre Betriebskosten um bis zu 15 % senken. Dies wird besonders in der globalisierten Wirtschaft immer wichtiger, in der flexible und skalierbare Lösungen gefragt sind.

Autonome Fahrzeuge: Innovation in Logistik und Produktion

Autonome Fahrzeuge finden zunehmend Anwendung in der Industrie, insbesondere in Lagerhallen und Produktionsstätten. Selbstfahrende Gabelstapler und Transportfahrzeuge nutzen KI, um ihre Umgebung zu erkennen und sicher zu navigieren.

Ein Beispiel ist DHL, das autonome Lieferfahrzeuge in seinen Lagerhäusern testet. Diese Fahrzeuge transportieren Waren zwischen verschiedenen Bereichen des Lagers und erhöhen so die Effizienz. Auch Unternehmen wie BMW setzen autonome Transportsysteme ein, um Bauteile innerhalb ihrer Fabriken zu bewegen.

Der Markt für autonome Fahrzeuge wächst rasant. Laut einer Analyse von Allied Market Research wird der Markt für autonome Industriefahrzeuge bis 2030 auf über 12 Milliarden US-Dollar geschätzt.

„Neben KI-gestützter optischer Inspektion können wir auch Fertigungsschritte mittels KI-Algorithmen automatisch nachregeln, um etwa Unebenheiten einzelner Schichten auszugleichen“, sagt Martin Schrems, Leiter Geschäftsentwicklung bei AT&S. Davon erwarte man sich „höhere Produktivität und Ausbeute“.

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Herausforderungen beim Einsatz von KI in der Industrie

Obwohl Künstliche Intelligenz (KI) in der Industrie enormes Potenzial bietet, gibt es auch zahlreiche Herausforderungen, die Unternehmen meistern müssen, um KI erfolgreich zu implementieren und langfristig zu nutzen. Von hohen Kosten über ethische Fragen bis hin zu Akzeptanzproblemen: Der Weg zu einer KI-getriebenen Industrie ist komplex und erfordert strategische Ansätze.

a) Hohe Implementierungskosten

Die Einführung von KI-Technologien ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Unternehmen müssen in leistungsstarke Hardware, spezialisierte Software sowie die Schulung ihrer Mitarbeiter investieren. Darüber hinaus erfordert die Implementierung oft eine grundlegende Umstrukturierung bestehender Prozesse, was zusätzliche Kosten verursacht.

Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) stellen diese finanziellen Hürden ein großes Problem dar. Laut einer Studie von PwC betragen die durchschnittlichen Anfangsinvestitionen für KI-Projekte in der Industrie oft mehrere Hunderttausend Euro, abhängig von der Größe und dem Umfang des Projekts. Hinzu kommen laufende Kosten für die Wartung der Systeme und die Anpassung an neue Anforderungen.

Um die finanziellen Barrieren zu senken, bieten einige Regierungen Förderprogramme an, wie zum Beispiel die Initiative „KI Made in Germany“, die deutschen Unternehmen finanzielle Unterstützung für KI-Innovationen bietet. Dennoch bleibt der Zugang zu KI-Technologie für kleinere Unternehmen oft eine Herausforderung.

b) Datenqualität und -sicherheit

Ein zentraler Faktor für den Erfolg von KI ist die Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Daten. KI-Systeme sind darauf angewiesen, aus großen Datenmengen Muster zu erkennen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Wenn diese Daten jedoch fehlerhaft, unvollständig oder veraltet sind, können die Ergebnisse der KI unzuverlässig sein.

In der Industrie entstehen oft enorme Datenmengen, beispielsweise durch Sensoren, Maschinen oder Produktionsprozesse. Diese Daten sind jedoch nicht immer in einer einheitlichen oder nutzbaren Form vorhanden. Laut einer Studie von Gartner verbringen Unternehmen durchschnittlich 80 % ihrer Zeit mit der Bereinigung und Vorbereitung von Daten, bevor diese für KI-Modelle genutzt werden können.

Zusätzlich birgt die Verarbeitung sensibler Daten Sicherheitsrisiken. Cyberangriffe auf industrielle Netzwerke können nicht nur sensible Informationen gefährden, sondern auch ganze Produktionsanlagen lahmlegen. Ein Beispiel ist der Cyberangriff auf den Lebensmittelhersteller JBS im Jahr 2021, bei dem durch Ransomware die gesamte Produktion unterbrochen wurde.

Die Einführung robuster Sicherheitsmaßnahmen und die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien, wie der DSGVO in Europa, sind daher essenziell, um sowohl die Qualität als auch die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.

c) Akzeptanz bei den Mitarbeitern

Die Einführung von KI-Technologien bringt nicht nur technologische, sondern auch soziale Herausforderungen mit sich. Viele Mitarbeiter fühlen sich durch die Automatisierung ihrer Aufgaben bedroht und befürchten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Diese Sorgen sind nicht unbegründet: Laut einer Analyse des Weltwirtschaftsforums (WEF) könnten bis 2025 rund 85 Millionen Arbeitsplätze durch KI wegfallen, während gleichzeitig 97 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen.

Diese Umbrüche erfordern ein Umdenken in der Personalstrategie. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter durch Weiterbildungsprogramme auf die Arbeit mit KI vorbereiten und ihnen neue Kompetenzen vermitteln. Ein Beispiel ist Bosch, das spezielle Schulungsprogramme für seine Mitarbeiter eingeführt hat, um den Umgang mit KI-Systemen zu fördern.

Darüber hinaus ist eine offene Kommunikation entscheidend. Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern die Vorteile von KI erklären und verdeutlichen, dass KI-Systeme als Unterstützung und nicht als Ersatz gedacht sind. Vertrauen und Akzeptanz können nur entstehen, wenn die Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess eingebunden werden.

d) Regulierung und Ethik

Der Einsatz von KI wirft auch zahlreiche ethische und rechtliche Fragen auf. Ein zentrales Problem ist die Haftungsfrage: Wer ist verantwortlich, wenn ein KI-System Fehler macht oder Schäden verursacht? Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind oft unzureichend, um solche Fälle zu regeln.

Ein weiteres Thema ist die Fairness und Transparenz von KI-Systemen. Algorithmen können unbewusst voreingenommen sein, wenn die zugrunde liegenden Daten Verzerrungen enthalten. Dies kann zu Diskriminierung oder unfairen Entscheidungen führen. Ein bekanntes Beispiel ist der Einsatz von KI in der Personalrekrutierung, bei dem Algorithmen bestimmte Bewerbergruppen aufgrund von historischen Vorurteilen benachteiligt haben.

Darüber hinaus müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme mit den gesetzlichen Vorschriften übereinstimmen. In Europa wird derzeit der „AI Act“ entwickelt, ein umfassender Rechtsrahmen, der den sicheren und ethischen Einsatz von KI regeln soll. Dieser wird beispielsweise Anforderungen an die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Algorithmen enthalten.

e) Technologische Komplexität und Integration

Eine weitere Herausforderung beim Einsatz von KI in der Industrie ist die technologische Komplexität. Die Entwicklung und Implementierung von KI-Lösungen erfordert ein hohes Maß an Fachwissen in Bereichen wie maschinellem Lernen, Datenanalyse und IT-Infrastruktur. Viele Unternehmen verfügen nicht über das notwendige interne Know-how und sind daher auf externe Dienstleister oder spezialisierte Partner angewiesen.

Darüber hinaus ist die Integration von KI in bestehende Systeme oft schwierig. Industrielle Anlagen, die seit Jahrzehnten in Betrieb sind, sind häufig nicht kompatibel mit modernen KI-Technologien. Die Nachrüstung solcher Anlagen, auch bekannt als „Retrofitting“, ist mit erheblichen Kosten und technischem Aufwand verbunden.

Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter durch Weiterbildungsprogramme auf die Arbeit mit KI vorbereiten

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10 Zukunftsperspektiven: Wie wird sich KI weiterentwickeln?

Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie schreitet rasant voran und wird die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten, in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Innovationen und Trends, wie die Integration von KI und dem Internet der Dinge (IoT), der verstärkte Einsatz von Digital Twins, eine verbesserte Mensch-Maschine-Kollaboration und ein zunehmender Fokus auf Nachhaltigkeit, werden die Industrie nachhaltig prägen.

1. Effizienzsteigerung und Automatisierung

KI wird die Automatisierung in der Produktion weiter vorantreiben. Roboter, die durch KI gesteuert werden, können bis 2030 komplexe Aufgaben mit höherer Präzision und Geschwindigkeit ausführen. Nach einer Studie von McKinsey könnten weltweit 70 % der Fertigungsprozesse durch KI vollständig automatisiert werden.
Beispiel: Flexible Fertigungsstraßen, die sich dynamisch an wechselnde Produktanforderungen anpassen, werden zur Norm.

2. Verbreitung von Predictive Maintenance

Mit KI-gestützter Predictive Maintenance wird es möglich, Maschinenstillstände nahezu vollständig zu eliminieren. Bis 2030 könnten Unternehmen laut PwC bis zu 1 Billion US-Dollar durch die Vermeidung von Ausfällen und unnötiger Wartung sparen. KI-Systeme analysieren kontinuierlich Maschinendaten, erkennen Verschleißmuster frühzeitig und schlagen proaktive Maßnahmen vor.

3. Neue Geschäftsmodelle und Personalisierung

KI ermöglicht es Unternehmen, Geschäftsmodelle zu verändern. Bis 2030 wird Mass Customization (maßgeschneiderte Produkte in Massenproduktion) durch KI effizienter realisierbar. Kunden können Produkte individuell konfigurieren, während KI die Produktion in Echtzeit anpasst.
Beispiel: Unternehmen wie Adidas und Tesla setzen bereits auf KI, um individuelle Kundenwünsche zu erfüllen.

4. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

KI wird ein entscheidender Treiber für nachhaltige Industriepraktiken. Laut Accenture kann KI den Energieverbrauch in der Industrie bis 2030 um bis zu 15 % senken. Intelligente Systeme werden dabei helfen, Abfall zu reduzieren, den Einsatz von Ressourcen zu optimieren und den CO₂-Ausstoß zu minimieren.

5. Intelligente Lieferketten

KI wird Lieferketten effizienter, flexibler und widerstandsfähiger machen. Echtzeit-Analysen und Vorhersagen ermöglichen eine präzisere Planung und schnellere Reaktionen auf Marktveränderungen oder Störungen. Bis 2030 könnten autonome Fahrzeuge und Drohnen durch KI den globalen Logistiksektor revolutionieren.

6. Digitalisierung und Industrie 5.0

Während Industrie 4.0 stark auf Automatisierung und Vernetzung setzt, wird Industrie 5.0 bis 2030 den Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI legen. KI wird den Menschen in kreativen und strategischen Prozessen unterstützen, während repetitive Tätigkeiten vollständig automatisiert werden.

7. Jobveränderungen und Qualifikationsanforderungen

KI wird bis 2030 die Arbeitswelt grundlegend verändern. Während repetitive Aufgaben automatisiert werden, entstehen gleichzeitig neue Berufe im Bereich Datenanalyse, KI-Entwicklung und Robotik. Laut dem Weltwirtschaftsforum könnten bis 2030 85 Millionen Arbeitsplätze wegfallen, aber gleichzeitig 97 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, die spezialisierte Fähigkeiten erfordern.

8. Mensch-Maschine-Kollaboration: Neue Arbeitswelten

In der Zukunft wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine eine zentrale Rolle spielen. Statt Aufgaben zu ersetzen, werden KI-Systeme als „Kollegen“ fungieren und Mitarbeiter in ihrer Arbeit unterstützen. Intelligente Assistenzsysteme werden manuelle Aufgaben erleichtern, während KI-gesteuerte Maschinen Routineaufgaben übernehmen. Ein Beispiel ist das Unternehmen ABB, das KI-gestützte Roboter entwickelt, die in der Lage sind, mit Menschen sicher und effektiv zusammenzuarbeiten. Diese „kollaborativen Roboter“ entlasten Mitarbeiter bei monotonen oder gefährlichen Aufgaben und steigern gleichzeitig die Produktivität.

9. Integration von KI und IoT: Smarte Netzwerke für intelligente Fabriken

Die Kombination von KI und dem Internet der Dinge (IoT) wird als eine der größten Chancen für die Industrie der Zukunft angesehen. Mit IoT vernetzte Maschinen sammeln kontinuierlich Daten aus Produktionsprozessen. KI analysiert diese Daten in Echtzeit und gibt Handlungsempfehlungen, um Prozesse effizienter zu gestalten.

Ein Beispiel ist die „Smart Factory“, die mithilfe von KI und IoT autonome Entscheidungen trifft, um Produktion und Wartung zu optimieren. Laut einer Prognose von McKinsey könnte die Integration von KI und IoT den globalen Industrieumsatz bis 2025 um bis zu 1,5 Billionen US-Dollar steigern.

10. Verstärkter Einsatz von Digital Twins

Digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder von Maschinen oder Prozessen, werden immer präziser und vielseitiger einsetzbar. Mithilfe von KI können digitale Zwillinge in der Industrie verwendet werden, um Simulationen durchzuführen, Probleme frühzeitig zu erkennen und Optimierungen vorzunehmen, bevor Änderungen in der realen Welt umgesetzt werden.

Ein Beispiel ist Siemens, das in seinen Produktionsstätten digitale Zwillinge einsetzt, um Maschinen zu testen, bevor diese tatsächlich gebaut werden. Dies spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern reduziert auch Risiken. Experten gehen davon aus, dass der Markt für digitale Zwillinge bis 2030 auf über 50 Milliarden US-Dollar anwachsen könnte.

EU AI Act: Wie die EU KI-Systeme in der Industrie regelt

Der EU AI Act ist das erste umfassende gesetzliche Rahmenwerk der Europäischen Union zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI). Er zielt darauf ab, die Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen sicher und vertrauenswürdig zu gestalten, indem er Risiken adressiert und gleichzeitig Innovationen fördert.

Anwendungsbereich und Risikoklassifizierung

Der AI Act gilt für Anbieter, Nutzer, Importeure und Distributoren von KI-Systemen innerhalb der EU, unabhängig davon, ob sie ihren Sitz in der EU haben oder nicht. Er deckt eine breite Palette von Sektoren ab, einschließlich der Industrie, mit Ausnahme von militärischen Anwendungen. Die Verordnung klassifiziert KI-Anwendungen in vier Risikostufen:

  1. Unvertretbares Risiko: Anwendungen, die als unvertretbar riskant gelten, wie z. B. staatlich betriebenes Social Scoring, sind verboten.
  2. Hohes Risiko: Anwendungen mit hohem Risiko, wie z. B. KI-Systeme, die in sicherheitskritischen Infrastrukturen oder zur Personalrekrutierung eingesetzt werden, unterliegen spezifischen Anforderungen. Diese umfassen strenge Verpflichtungen in Bezug auf Sicherheit, Transparenz und Qualität sowie Konformitätsbewertungen.
  3. Begrenztes Risiko: Anwendungen mit begrenztem Risiko, wie z. B. Chatbots, müssen Transparenzanforderungen erfüllen, damit Nutzer wissen, dass sie mit einer KI interagieren.
  4. Minimales Risiko: Anwendungen mit minimalem Risiko, wie z. B. Spam-Filter oder Videospiele, unterliegen keinen spezifischen Anforderungen.

Auswirkungen auf die Industrie

Für die Industrie bedeutet der AI Act, dass Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen, ihre Anwendungen entsprechend der festgelegten Risikostufen bewerten und die jeweiligen Anforderungen erfüllen müssen. Insbesondere für als "hoch riskant" eingestufte Anwendungen sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, darunter:

  • Risikomanagementsysteme: Implementierung von Prozessen zur Identifizierung, Bewertung und Minderung von Risiken, die mit dem KI-System verbunden sind.
  • Daten- und Datensätze: Sicherstellung der Qualität und Relevanz der verwendeten Datensätze, um Verzerrungen zu minimieren und Genauigkeit zu gewährleisten.
  • Technische Dokumentation: Erstellung und Pflege detaillierter technischer Unterlagen, die die Konformität des KI-Systems nachweisen.
  • Transparenz und Bereitstellung von Informationen: Gewährleistung, dass die Funktionsweise des KI-Systems nachvollziehbar ist und relevante Informationen den Nutzern zur Verfügung gestellt werden.
  • Überwachung nach dem Inverkehrbringen: Einrichtung von Systemen zur kontinuierlichen Überwachung der Leistung des KI-Systems und zur Meldung von Vorfällen oder Fehlfunktionen.

Diese Anforderungen sollen sicherstellen, dass KI-Systeme in der Industrie sicher, transparent und im Einklang mit den Grundrechten eingesetzt werden. Unternehmen müssen daher ihre Entwicklungs- und Implementierungsprozesse überprüfen und gegebenenfalls anpassen, um die Konformität mit dem AI Act sicherzustellen.

Der EU AI Act regelt KI-Anwendungen in der EU

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Warum ist eine Regulierung von KI in der Industrie notwendig?

Die Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie ist essenziell, um Innovationen voranzutreiben, Risiken zu minimieren und das Vertrauen in diese bahnbrechende Technologie zu stärken. KI-Systeme bieten zahlreiche Vorteile, wie Effizienzsteigerung, Automatisierung und Kostensenkung, bergen jedoch auch Herausforderungen und Risiken, die ohne klare Rahmenbedingungen schwer zu kontrollieren wären.

Im Folgenden werden die wichtigsten Gründe für die Notwendigkeit einer Regulierung näher erläutert:

1. Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleisten

Industrielle KI-Systeme, wie jene in Produktionsanlagen, Logistikprozessen oder Qualitätskontrollen, arbeiten oft in sicherheitskritischen Bereichen. Fehlfunktionen können schwerwiegende Konsequenzen haben, beispielsweise Produktionsausfälle, Maschinenschäden oder sogar Gefährdungen für Menschenleben.

Eine Regulierung stellt sicher, dass KI-Systeme strengen Sicherheitsstandards entsprechen. Dies umfasst robuste Tests vor der Einführung, kontinuierliche Überwachung im Betrieb und klare Vorgaben, wie Risiken identifiziert und minimiert werden können. Zum Beispiel sind in der Automobilindustrie KI-gesteuerte autonome Fahrzeuge auf umfassende Tests und Zertifizierungsverfahren angewiesen, bevor sie eingesetzt werden dürfen.

2. Vermeidung von Diskriminierung und Verzerrungen

KI-Systeme basieren auf Daten. Wenn diese Daten fehlerhaft, unvollständig oder vorurteilsbehaftet sind, können die Ergebnisse der KI-Systeme diskriminierend sein oder Verzerrungen enthalten. Dies könnte dazu führen, dass bestimmte Gruppen von Menschen oder Regionen benachteiligt werden.

Ein Beispiel sind KI-gesteuerte Bewerbungsprozesse, die aufgrund historischer Daten bestimmte Bewerbergruppen bevorzugen oder benachteiligen könnten. Regulierungen, wie sie der EU AI Act vorsieht, fordern, dass die zugrunde liegenden Daten sorgfältig geprüft und mögliche Verzerrungen eliminiert werden. Dies gewährleistet Fairness und Transparenz im Einsatz von KI.

3. Haftungsfragen klären

Die Automatisierung durch KI führt zu neuen rechtlichen Herausforderungen. Wer haftet, wenn ein KI-System Fehler macht? Liegt die Verantwortung beim Entwickler, dem Anbieter oder dem Nutzer des Systems?

Eine klare Regulierung ist notwendig, um solche Haftungsfragen zu klären. Der EU AI Act beispielsweise definiert Anforderungen, wie KI-Systeme dokumentiert und überprüfbar gemacht werden müssen, um Verantwortlichkeiten nachweisen zu können. Dies schafft Rechtssicherheit für Unternehmen und stärkt das Vertrauen von Verbrauchern und Geschäftspartnern.

4. Datenschutz und Cybersecurity sicherstellen

KI-Systeme verarbeiten oft große Mengen an sensiblen Daten, sei es zur Überwachung von Maschinen, zur Analyse von Produktionsprozessen oder zur Steuerung von Lieferketten. Ohne angemessene Regulierungen könnten diese Daten unzureichend geschützt sein und anfällig für Cyberangriffe werden.

Die Regulierung legt Standards fest, wie Daten gespeichert, verarbeitet und geschützt werden müssen, um den Datenschutz (z. B. gemäß DSGVO) zu gewährleisten. Zusätzlich sollen Unternehmen Maßnahmen gegen potenzielle Angriffe auf KI-gesteuerte Systeme umsetzen, da Cyberattacken in der Industrie katastrophale Auswirkungen haben können, wie der Angriff auf die Produktionssysteme von Honda im Jahr 2020 zeigte.

5. Vertrauen und Akzeptanz fördern

Ohne Regulierung könnte das Vertrauen in KI in der Industrie schwinden. Viele Menschen stehen KI skeptisch gegenüber, insbesondere wenn sie ihre Arbeitsplätze bedroht oder potenziell unfair handelt.

Klare Vorschriften schaffen Transparenz und sorgen dafür, dass Unternehmen ihre KI-Systeme verantwortungsbewusst und im Einklang mit ethischen Prinzipien einsetzen. Dies stärkt die Akzeptanz der Technologie bei Mitarbeitern, Verbrauchern und der breiten Öffentlichkeit.

6. Förderung von Innovationen

Während Regulierungen oft als Hemmschuh für Innovationen betrachtet werden, können sie in der KI-Branche das Gegenteil bewirken. Einheitliche Standards schaffen einen Rahmen, der Unternehmen Sicherheit bietet und Investitionen in neue Technologien fördert.

Durch Regulierung können zudem weltweit einheitliche Normen etabliert werden, die den Handel und die Zusammenarbeit zwischen Ländern erleichtern. Der EU AI Act positioniert Europa als Vorreiter in der KI-Regulierung und schafft klare Spielregeln, die europäische Unternehmen auf dem globalen Markt wettbewerbsfähiger machen können.

Vor- und Nachteile einer Regulierung von KI

Ob die mangelnde oder fehlende Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Ländern wie China und den USA ein Vorteil oder Nachteil ist, hängt von der Perspektive ab. Es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile, die sich auf Innovation, Wirtschaft, Sicherheit und ethische Fragen auswirken. Eine Analyse dieser Aspekte bietet ein besseres Verständnis:

Vorteile einer fehlenden Regulierung

  1. Schnellere Innovation und Entwicklung
    In Ländern wie den USA und China profitieren Unternehmen von einem weniger restriktiven Umfeld, das die Entwicklung neuer Technologien beschleunigen kann. Ohne regulatorische Hürden können Unternehmen ihre Ressourcen stärker auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, anstatt sie in die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen zu investieren. Beispiel: Unternehmen wie OpenAI oder Baidu bringen KI-Produkte schneller auf den Markt, da sie nicht durch langwierige Compliance-Prüfungen eingeschränkt werden.
  2. Flexibilität und Marktdynamik
    Die Abwesenheit strenger Vorschriften ermöglicht es Unternehmen, auf Marktveränderungen flexibel zu reagieren und neue Geschäftsmodelle auszuprobieren. Start-ups können beispielsweise KI-Modelle in kurzer Zeit testen und anpassen, ohne sich mit regulatorischen Vorgaben auseinandersetzen zu müssen. Beispiel: In China entwickeln Unternehmen wie Alibaba oder Tencent KI-gestützte Systeme, die direkt im Alltag integriert werden, wie intelligente Stadtlösungen oder Gesichtserkennungssysteme.
  3. Kostenvorteile
    Ohne aufwändige Regulierungen entfallen für Unternehmen die Kosten, die für Compliance, Zertifizierungen oder Dokumentationen entstehen würden. Diese Einsparungen können in Innovation und Skalierung investiert werden.
  4. Globale Wettbewerbsfähigkeit
    Die schnelle Entwicklung von KI-Systemen verschafft Ländern wie China und den USA einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Regionen wie der EU, die strenger reguliert sind. Der Fokus liegt stärker auf wirtschaftlichem Wachstum und technologischem Fortschritt, anstatt auf rechtlichen Einschränkungen.

Nachteile einer fehlenden Regulierung

  1. Erhöhte Risiken und Unsicherheit
    Ohne Regulierung gibt es keine klaren Leitlinien für Sicherheit, Fairness oder ethische Standards. Dies kann zu Fehlfunktionen, unvorhersehbaren Schäden und einer erhöhten Unsicherheit führen. Beispiele dafür sind fehlerhafte autonome Fahrzeuge oder diskriminierende KI-Systeme. Beispiel: In den USA wurde Amazons KI-Rekrutierungssystem kritisiert, weil es weibliche Bewerber benachteiligte – eine direkte Folge unzureichender Standards für Datenqualität und Fairness.
  2. Mangelndes Vertrauen
    Die fehlende Regulierung kann zu einem Vertrauensverlust bei Verbrauchern und Geschäftspartnern führen. Insbesondere in sicherheitskritischen Bereichen, wie der Industrie oder dem Gesundheitswesen, könnten Nutzer skeptisch gegenüber KI-Systemen werden. Beispiel: Chinas umfassender Einsatz von Gesichtserkennung und Social Scoring hat international Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Überwachung ausgelöst.
  3. Ethische Probleme und gesellschaftliche Risiken
    Ohne klare Vorschriften laufen Unternehmen Gefahr, KI-Systeme zu entwickeln, die gegen ethische Prinzipien verstoßen. Dies betrifft vor allem den Schutz der Privatsphäre, Diskriminierung und die Transparenz der Entscheidungen. Beispiel: Der großflächige Einsatz von KI zur Überwachung in China wird von vielen Menschenrechtsorganisationen als problematisch eingestuft.
  4. Langfristige Schäden durch fehlende Standards
    Der Fokus auf schnelle Innovation kann dazu führen, dass langfristige Risiken wie Sicherheitslücken, mangelnde Datenqualität oder fehlerhafte Algorithmen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dies könnte schwerwiegende Folgen haben, wie Cyberangriffe auf KI-gestützte Infrastrukturen.
  5. Wettbewerbsnachteile durch künftige Regulierungen
    Länder, die KI nicht frühzeitig regulieren, könnten später mit strengeren Auflagen konfrontiert werden, die auf globale Standards reagieren. Dies könnte dazu führen, dass Unternehmen ihre Technologien umfassend anpassen müssen, was teurer ist, als von Anfang an Regulierungen zu berücksichtigen.

FAQs: Wie wird KI die Automatisierung in der Industrie weiter vorantreiben?

KI wird die Automatisierung in der Industrie auf ein neues Niveau heben, indem sie komplexe Aufgaben übernimmt, die bisher menschliches Eingreifen erforderten. Mithilfe von maschinellem Lernen und Algorithmen können KI-Systeme Produktionsprozesse analysieren, optimieren und in Echtzeit anpassen. Dadurch werden Produktionslinien flexibler, was eine effiziente Fertigung verschiedener Produktvarianten ermöglicht.

Ein Beispiel ist die Integration von KI in der Automobilproduktion: Roboter, die durch KI gesteuert werden, montieren präzise Bauteile, erkennen Fehler autonom und passen ihre Arbeitsweise dynamisch an. Studien zeigen, dass bis 2030 bis zu 70 % der industriellen Prozesse vollständig automatisiert sein könnten.

Durch KI wird zudem Predictive Maintenance ermöglicht, wodurch Maschinenwartung proaktiv statt reaktiv erfolgt. Dies minimiert Ausfallzeiten und steigert die Produktivität. Insgesamt treibt KI die Automatisierung voran, indem sie nicht nur wiederholbare, sondern auch datenintensive Aufgaben effizienter gestaltet.

FAQs: Welche Rolle spielt maschinelles Lernen bei der Optimierung von Produktionsprozessen?

Maschinelles Lernen (ML) ist ein zentraler Bestandteil der Optimierung von Produktionsprozessen. ML-Modelle analysieren große Datenmengen aus Sensoren, Maschinen und Produktionslinien, um Muster zu erkennen, Prozesse zu verbessern und Vorhersagen zu treffen. Diese Analysen ermöglichen es, ineffiziente Abläufe zu identifizieren und gezielt zu optimieren.

Ein konkretes Beispiel ist die Qualitätskontrolle: ML-Algorithmen erkennen in Echtzeit Fehler an Produkten, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. So wird Ausschussware reduziert. Gleichzeitig optimiert ML die Energieeffizienz, indem es den Energieverbrauch von Maschinen analysiert und optimiert.

Darüber hinaus ermöglicht ML die dynamische Anpassung von Produktionslinien an Veränderungen in der Nachfrage oder an Störungen im Betrieb. Laut McKinsey können ML-basierte Systeme die Effizienz um bis zu 30 % steigern und Produktionskosten signifikant senken. ML ist damit der Schlüssel für eine datengetriebene und flexible Fertigung.

FAQs: Wie können digitale Zwillinge mithilfe von KI effizienter gemacht werden?

Digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder physischer Anlagen oder Prozesse, profitieren enorm von KI. Mit KI können digitale Zwillinge kontinuierlich Daten aus der realen Welt analysieren, um präzisere Simulationen und Vorhersagen zu liefern. Dies ermöglicht es Unternehmen, Probleme zu erkennen und Lösungen zu testen, bevor sie in der Realität umgesetzt werden.

Ein Beispiel ist die Wartung: KI-gestützte digitale Zwillinge überwachen den Zustand von Maschinen in Echtzeit. Durch die Analyse von Verschleißdaten und Betriebsparametern können sie den optimalen Wartungszeitpunkt bestimmen, wodurch ungeplante Stillstände vermieden werden.

Zudem helfen KI-gesteuerte Zwillinge bei der Produktionsoptimierung. Sie simulieren neue Fertigungsprozesse oder Anlagenlayouts und zeigen potenzielle Effizienzsteigerungen auf. Laut einer Prognose von Deloitte könnten digitale Zwillinge durch KI die Betriebskosten um bis zu 15 % reduzieren. Diese Kombination macht Produktionsprozesse zuverlässiger und wirtschaftlicher.

FAQs: Welche Fortschritte gibt es bei KI-gestützten Robotern in der Fertigung?

KI-gestützte Roboter haben in der Fertigung erhebliche Fortschritte gemacht und übernehmen zunehmend komplexe Aufgaben. Dank maschinellem Lernen können sie sich an neue Prozesse anpassen, Aufgaben autonom erledigen und mit Menschen sicher interagieren. Diese Roboter sind nicht nur präzise, sondern auch lernfähig, wodurch sie flexibel auf Produktionsanforderungen reagieren.

Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, wo Roboter von Unternehmen wie ABB oder KUKA eingesetzt werden, um Karosserieteile präzise zu montieren. KI ermöglicht es den Robotern, visuelle und sensorische Daten in Echtzeit zu verarbeiten, was ihre Genauigkeit erhöht.

Fortschritte bei kollaborativen Robotern (Cobots) sind besonders bemerkenswert. Diese Roboter arbeiten direkt mit Menschen zusammen, entlasten sie bei monotonen oder gefährlichen Aufgaben und verbessern die Produktivität. Bis 2030 könnte der Markt für KI-gestützte Roboter laut PwC auf 35 Milliarden US-Dollar anwachsen.

FAQs: Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme robust und fehlerfrei arbeiten?

Unternehmen können die Robustheit und Zuverlässigkeit ihrer KI-Systeme durch klare Prozesse, regelmäßige Tests und Qualitätskontrollen sicherstellen. Zunächst ist es wichtig, hochwertige und vielfältige Daten zu verwenden, um Verzerrungen und Fehler im Modell zu vermeiden. Eine sorgfältige Datenbereinigung und Validierung ist dabei unerlässlich.

Zudem sollten Unternehmen KI-Systeme regelmäßig testen und ihre Leistung kontinuierlich überwachen. Dies gilt besonders in der Industrie, wo Fehler hohe Kosten oder Sicherheitsrisiken verursachen können. Predictive Maintenance ist hier ein wichtiges Beispiel: Systeme, die Maschinendaten überwachen, müssen regelmäßigen Updates unterzogen werden, um ihre Genauigkeit zu gewährleisten.

Ein weiteres Element ist die Transparenz: Unternehmen sollten nachvollziehbare Algorithmen entwickeln und dokumentieren, um bei Fehlfunktionen schnell handeln zu können. Laut einer Umfrage von Gartner setzen 60 % der Unternehmen auf Audits, um KI-Systeme robust zu halten. Diese Maßnahmen helfen, Zuverlässigkeit und Vertrauen in KI zu gewährleisten.

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