Sparprogramm : Bosch Stellenabbau und Arbeitszeitkürzungen: Bis zu 10.000 Mitarbeitende betroffen

Robert Bosch AG, Bosch KI, Künstliche Intelligenz, Industrie.

Der deutsche Autozulieferer Bosch will wegen der schwachen Nachfrage in den kommenden Jahren zusätzlich bis zu 5.550 Arbeitsplätze abbauen.

- © Bosch

Der deutsche Autozulieferer Bosch kündigte an, in den kommenden Jahren bis zu 5.550 Arbeitsplätze abzubauen, um auf die schwache Nachfrage zu reagieren. Besonders betroffen ist der Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, wo bis Ende 2027 weltweit 3.500 Stellen gestrichen werden sollen. Davon entfällt etwa die Hälfte auf deutsche Standorte. Die österreichische Tochtergesellschaft von Bosch bleibt von diesen Maßnahmen unberührt.

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- © Industriemagazin

3.200 Mitarbeitende in Österreich

Im Bereich Cross-Domain Computing Solutions sei die wirtschaftliche Situation laut Bosch „noch angespannter als vor ein paar Monaten“. Zudem verfüge der Geschäftsbereich über deutlich mehr Personal als benötigt. Konkret sollen im Werk Hildesheim bis 2032 rund 750 Stellen wegfallen. Im Lenkungswerk Schwäbisch Gmünd könnten zwischen 2027 und 2030 bis zu 1.300 Arbeitsplätze betroffen sein. Der Konzern betonte, dass weitere Personal- und Strukturanpassungen notwendig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Bosch wolle jedoch gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern sozialverträgliche Lösungen erarbeiten.

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In Österreich beschäftigt die Bosch-Gruppe derzeit mehr als 3.200 Mitarbeitende. „Von den heute in Deutschland angekündigten Personalanpassungsplänen ist Bosch in Österreich ausgeschlossen“, bestätigte die Bosch Group Austria auf Anfrage der APA.

Bosch verkürzt Arbeitszeit

Nach Angaben der IG Metall fallen allein in Deutschland insgesamt 3.800 Stellen weg. Frank Sell, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats im Bereich Mobility Solutions, äußerte deutliche Kritik: „Die Ankündigung des Unternehmens, Personal in diesem Ausmaß zu reduzieren, ist für die Mitarbeiter ein Schlag ins Gesicht.“ Sell verwies zudem darauf, dass im Juli 2023 eine Vereinbarung getroffen worden sei, betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2027 auszuschließen. Bereits im Mai 2024 war der Abbau von 2.200 Arbeitsplätzen in vier Geschäftsbereichen beschlossen worden. Nun sollen weitere 3.800 Stellen gestrichen werden – nur wenige Monate später.

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Trotz des bereits erfolgten Stellenabbaus rechnet Bosch damit, die gesteckten Jahresziele zu verfehlen. In einem weiteren Schritt zur Kostensenkung kündigte das Unternehmen an, die Arbeitszeit von 450 Mitarbeitenden in der Zentrale sowie an anderen deutschen Standorten ab dem 1. März 2025 auf 35 Stunden pro Woche zu reduzieren. Die Arbeitszeitverkürzung bei Bosch betrifft rund 10.000 Mitarbeitende an mehreren Standorten, darunter Abstatt, Holzkirchen, Stuttgart-Feuerbach, Schwieberdingen, Hildesheim, Leonberg, Renningen, Schwäbisch Gmünd und Gerlingen-Schillerhöhe. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

Die meisten betroffenen Beschäftigten verfügen derzeit über Verträge mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38 bis 40 Stunden. Durch die geplante Arbeitszeitkürzung reduziert sich auch das Gehalt entsprechend. Das Unternehmen hatte bereits in der Vergangenheit Teile dieser Maßnahmen angekündigt.