Nichteisenmetalle

Metallindustrie fürchtet neue Strafzölle der USA auf Aluminium

Europas Metallindustrie schaut gerade mit großer Sorge nach Washington: Dort hat Präsident Trump weitere Strafzölle angekündigt - diesmal auf Aluminium. Es drohe "ein globaler Handelskrieg nach der Devise Auge um Augen und Zahn und Zahn", so der Fachverband VDM.

Die deutsche Metallindustrie hat besorgt auf Ankündigungen aus Washington reagiert, nach den Stahlimporten auch die Einfuhren von Aluminium unter die Lupe zu nehmen.

Trump: Abhängigkeit der USA verringern

Wenn die Regierung von US-Präsident Donald Trump in diesem Tempo weitermache, "droht uns ein globaler Handelskrieg nach der Devise Auge um Augen und Zahn und Zahn", sagte Thomas Reuther, Präsident des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) deutschen Redaktionen.

Nachdem Trump die Stahlimporte in die USA auf den Prüfstand gestellt hatte, kündigte er kürzlich wieder an, die US-Aluminium-Industrie stärken zu wollen, die durch Importe benachteiligt werde. Der Industriezweig sei "entscheidend" für die Rüstungsindustrie, argumentierte er. Es könne nicht sein, dass die USA beim Aluminium von anderen Ländern abhingen.

Aluminium als militärisch relevantes Gut? "Kompletter Unsinn"

Reuther sagte dazu dem Redaktionsnetzwerk, Strafzölle würden am Ende allen Volkswirtschaften schaden - "vor allem aber den Amerikanern selbst". Letztlich seien es die US-Konsumenten, die die höheren Preise zahlen müssten.

White Paper zum Thema

Den Rohstoff Aluminium als militärisch relevantes Gut einzustufen, sei außerdem "kompletter Unsinn", sagte der VDM-Chef weiter. "Relevant für das US-Militär sind höchstens Speziallegierungen, die ohnehin von heimischen Unternehmen hergestellt werden." (afp/apa/red)

Aktuell zu US-Strafzöllen auf Stahl und Reaktionen in Europa:
Washington gegen Europas Stahlindustrie: Sechs wichtigste Antworten >>
US-Präsident Trump prüft neue Strafzölle auf Stahl >>
Trotz US-Strafzöllen: Salzgitter investiert eine Milliarde in Produktion >>