Stahlindustrie : US-Präsident Trump prüft neue Strafzölle auf Stahl

US-Präsident Donald Trump holt Insidern zufolge zu einem weiteren Schlag gegen Stahlimporte aus. Der Präsident lasse prüfen, ob sie die nationale Sicherheit der USA beeinträchtigen, kündigten zwei Regierungsvertreter an. Demnach will Trump in Kürze im Beisein von Vertretern der amerikanischen Stahlindustrie eine entsprechende Anweisung unterzeichnen.

Salzgitter: "Wir werden mit diesem Zoll keine Tonne in die USA liefern"

Die Aktien der deutschen Branchengrößen ThyssenKrupp und Salzgitter sowie von Weltmarktführer ArcelorMittal gerieten unter Druck. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann gab sich unterdessen wegen der in den USA erlassenen Strafzölle kämpferisch. "Wir werden keine Tonne in die USA liefern, die mit diesem Zoll belegt sein wird", sagte er der "WirtschaftsWoche" laut Vorabbericht.

Trump will im Zuge seiner "America first"-Politik die heimischen Hüttenwerke stärken. Die nun geplante Anweisung basiere auf einem US-Gesetz, das Einfuhrbeschränkungen aus Gründen der nationalen Sicherheit erlaubt, erklärten die Regierungsvertreter. Beim Stahl könne dies wegen besonderer Legierungen etwa für die Panzerung von Schiffen zutreffen. Der Vorgang richte sich nicht gegen ein bestimmtes Land, sondern sei "produktbezogen".

Die Vorwürfe Washingtons

Erst kürzlich hatten die USA europäische Stahlunternehmen aufs Korn genommen. Die US-Regierung wirft Salzgitter, der Dillinger Hütte sowie auch direkt der Linzer Voestalpine und weiteren europäischen Konzernen Preisdumping vor.

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Salzgitter hat Zahlungen bestätigt

Salzgitter muss demnach künftig für Lieferungen von Grobblech in den USA Strafzölle von 22,9 Prozent zahlen. Mehr dazu hier: Strafzölle auf Stahl: Salzgitter bestätigt Zahlungen an die USA >>

Salzgitter-Chef Fuhrmann hält dagegen: Die Vorwürfe seien "absurd" und "willkürlich", sagte er dem Magazin zufolge. Der US-Markt für Großrohre, die aus Grobblech geschmiedet werden, sei derzeit ohnehin nicht sehr ergiebig. "Das Thema wird keine Blutspur in unserer Bilanz hinterlassen."

Berlin stellt sich hinter die Stahlkonzerne im Land

Die deutsche Regierung hat sich hinter die Unternehmen gestellt. Die EU-Kommission wird womöglich Mitte Mai entscheiden, wie sie gegen die Strafzölle der USA vorgeht. Sie könnte den Fall vor die Welthandelsorganisation (WTO) bringen. Deutschland und die EU setzen sich in dem Stahlstreit dafür ein, dass die US-Regierung bei der Berechnung der Anti-Dumping-Raten die geltenden WTO-Regeln anwendet.

WTO-widrige Berechnungsmethoden könnten zu höheren Zahlungsverpflichtungen und zu massiven Benachteiligungen im internationalen Wettbewerb führen.

Aktien der Industrieriesen unter Druck

ThyssenKrupp-Aktien verloren zuletzt zeitweise über zwei Prozent und Salzgitter-Papiere 2,5 Prozent an Wert. Händlern zufolge spielte bei den Kursverlusten von Salzgitter auch eine Herunterstufung durch Jefferies eine Rolle. Auch die Furcht vor einer sinkenden Nachfrage und einem Stahl-Überangebot in China drücken seit Tagen auf die Stimmung im Sektor. (reuters/apa/red)

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