Bahnindustrie

Alstom mit Bombardier: Brüssel will bis Ende Juli entscheiden

Der französische Bahnindustriekonzern Alstom und der kanadische Hersteller Bombardier haben die geplante Fusion ihrer Bahnsparten nun der EU zur Kontrolle vorgelegt. Die Wettbewerbshüter wollen in einigen Wochen eine Entscheidung treffen.

Die EU-Wettbewerbshüter untersuchen die geplante Übernahme der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns durch den französischen Hersteller Alstom. Das Vorhaben sei in Brüssel förmlich angemeldet worden, bestätigte ein Sprecher von Alstom in Saint-Ouen bei Paris.

Die Überprüfung bei der EU-Kommission wird in Paris äußerst genau beobachtet. Alstom war an Bedenken der EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert, mit der Siemens-Zugsparte zu fusionieren. Nun darf es nach dem Willen der französischen Politik kein Veto mehr geben. Der mächtige Pariser Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire pocht darauf, europäische Spitzenunternehmen zu formieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Kommission hat nach ihren eigenen Regeln nun bis Mitte Juli Zeit zu entscheiden, ob sie direkt grünes Licht für den Deal gibt oder ihn länger intensiv prüft. Die Wettbewerbshüter können Zusagen wie beispielsweise Spartenverkäufe verlangen, um eine Fusion zu billigen. Alstom - der Hersteller der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge - hatte die Fusion im Februar ankündigt. Dafür sind nach damaligen Angaben 5,8 Milliarden bis 6,2 Milliarden Euro fällig.

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Große Standorte in Wien und in Deutschland

Bombardier hat ein großes Werk in Wien und mehrere Werke in Deutschland. Auch Alstom betreibt sein größtes Werk in Deutschland. Beide beschäftigen nach früheren Angaben in Deutschland zusammen mehr als 9.000 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft IG Metall hatte bei der Fusionsankündigung weitere Werksverlagerungen an Billigstandorte befürchtet und von der Politik gefordert, den Prozess zu begleiten. (dpa/apa/red)

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