Textilindustrie

Wegen Schulden: Wolford verkauft Bregenzer Stammsitz an Blum

Der Vorarlberger Wäschehersteller Wolford verkauft seine Betriebsliegenschaft am Stammsitz in Bregenz an den Beschlägehersteller Blum. Das Hauptquartier und die Produktion von Wolford bleiben am Standort.

Der Vorarlberger Wäschehersteller Wolford verkauft seine Betriebsliegenschaft am Stammsitz in Bregenz. Mit dem Erlös von 72 Mio. Euro kann Wolford voraussichtlich die Kreditlinien der österreichischen Bankpartner sowie des Mehrheitsaktionärs Fosun zurückführen. Die für das Headquarter, die Innovation und Produktentwicklung sowie für die Produktion benötigten Flächen sollen am Standort verbleiben.

Verkauf und dann Miete - Bedeutung des Standorts Bregenz unverändert

Wolford plant nämlich die langfristige Anmietung dieser Räumlichkeiten. Für die Mitarbeiter ändere sich nichts, betonte das Unternehmen. Die Bedeutung des Standorts Bregenz als textiles Zentrum sei auch vom Aufsichtsrat von Wolford mehrfach hervorgehoben worden. Andrew Thorndike, Vorstand und COO von Wolford, wies darauf hin, dass viele Flächen im Gebäude am Stammsitz mittlerweile ungenutzt seien und entsprechende Kosten verursachten. Auch deshalb sei ein Verkauf bei gleichzeitiger Anmietung der nötigen Flächen die sinnvollste Option für Wolford. Die genauen Pläne für die künftige Flächennutzung seien in Ausarbeitung.

Käufer der Liegenschaft sind Landsleute

Käufer der Betriebsliegenschaft mit den Adressen Wolfordstraße 1 und 2 ist die Vorarlberger Beschlägehersteller-Gruppe Julius Blum GmbH. Laut Wolford befinden sich die Verhandlungen in der Schlussphase. Den exklusiven Gesprächen mit Blum sei ein mehrmonatiges Bieterverfahren mit mehreren Kaufinteressenten vorausgegangen. "Wir hoffen sehr auf einen erfolgreichen Abschluss der Transaktion, denn dieser Schritt ist gut für Wolford und für den Standort Bregenz," betonte Thorndike. Durch den Verkauf werde man auch über genügend finanzielle Mittel verfügen, um das Unternehmen optimal für die Zukunft aufstellen zu können, hieß es.

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Schwierige Zeiten bei Wolford dauern an

Der Strumpf- und Wäschehersteller, der inzwischen mehrheitlich dem Mischkonzern Fosun aus China gehört, kämpft bereits seit längerem gegen rote Zahlen. Zum Jahresende war von einem Umsatzrückgang im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2019/2020 (bis Oktober) von 62,37 auf 60,49 Mio. Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode berichtet worden, der Verlust nach Steuern stieg von 7,33 Mio. auf 11,86 Mio.

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Zudem geht Wolford aufgrund der Coronakrise nicht mehr von einem positiven operativen Ergebnis (EBIT) für das Geschäftsjahr 2020/21 aus. Es sei mit "deutlich negativen Folgen für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung" zu rechnen, wurde vor wenigen Tagen bekannt. Diese negativen Effekte würden wohl auch im neuen Geschäftsjahr (1. Mai 2020 bis 30. April 2021) spürbar sein. (apa/red)

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