Wirtschaftspolitik

US-Strafzölle auf Stahl: China und Japan warnen Washington

Nicht nur Deutschland reagiert sehr kritisch auf Donald Trumps Ankündigung, neue Strafzölle auf Stahl aus Übersee zu prüfen. Jetzt warnen auch China und Japan eindringlich vor einer Abschottung. Peking schreckt auch diesmal nicht vor vollmundiger Kriegsrhetorik zurück und kündigt "berechtigte Vergeltungsschritte" an.

Im Strahlstreit mit den USA haben nach Deutschland auch China und Japan vor einer Abschottung des US-amerikanischen Marktes gewarnt. Die staatliche Zeitung "China Daily" schrieb am Montag in einem Kommentar, ein derartiger Schritt könne zu "berechtigten Vergeltungsschritten" gegen US-Firmen etwa im Finanz- oder Technologiesektor führen.

Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der US-amerikanischen Stahlkocher könne nicht durch Importschranken behoben werden. Auch der Vorsitzende des japanischen Stahlverbandes, Kosei Shindo, zeigte sich über den Protektionismus von US-Präsident Donald Trump besorgt. Shindo ist der Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal.

Trump hatte zuletzt Abwehrmaßnahmen zum Schutz der heimischen Stahlindustrie angekündigt. Er werde prüfen lassen, ob Einfuhren in dem Sektor die nationale Sicherheit beeinträchtigen. Dies könnte Einfuhrbeschränkungen nach sich ziehen: Trump prüft neue Strafzölle auf Stahl >>

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Am Freitag hatte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries die US-Regierung vor einer Abschottung gewarnt. Die Industrie in Deutschland befürchtet, dass noch mehr Stahl den europäischen Markt überfluten könnte. Die Aktien der deutschen Stahlkocher Thyssenkrupp und Salzgitter waren nach der Ankündigung von Trump unter Druck geraten.

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