Elektroindustrie

Siemens überrascht mit deutlich höherer Gewinnprognose

Im Vorfeld der letzten Hauptversammlung mit Joe Kaeser als Konzernchef hebt Siemens seine Prognosen für das laufende Jahr deutlich an, weil das Geschäft auch in der Krise floriert. So erwartet der Industrieriese nach einem überraschend guten ersten Quartal für heuer einen um 20 Prozent höheren Gewinn.

Bei Siemens floriert das Geschäft trotz der Coronapandemie. Der deutsche Technologiekonzern hob die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende September) nach einem überraschend guten ersten Quartal deutlich an. Der Gewinn nach Steuern soll nun um mindestens ein Fünftel auf 5,0 bis 5,5 (2019/20: 4,2) Milliarden Euro steigen, wie Siemens mitteilte.

Letzte Hauptversammlung mit Joe Kaeser als Konzernchef

Bisher hatte sich der Vorstand nur eine Steigerung um etwa fünf Prozent zugetraut. Der Umsatz werde auf vergleichbarer Basis um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz steigen, auch hier lag die Erwartung bisher bei einem moderaten Wachstum. "Ich bin dankbar, so ein starkes Unternehmen an die neue Führungsriege übergeben zu können", erklärte Vorstandschef Joe Kaeser, der nach der Hauptversammlung abtritt.

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"Digital Industries" als Treiber

Im ersten Quartal (Oktober bis Dezember) stieg der Umsatz, um Wechselkurseffekte bereinigt, um 7 Prozent auf 14,07 Mrd. Euro, der Auftragseingang sogar um 15 Prozent auf 15,94 Mrd. Euro. Getrieben wurde die Entwicklung vor allem von der Automatisierungs-Sparte Digital Industries, der Siemens auch im Gesamtjahr ein deutliches Wachstum bei hohen Margen zutraut. Das operative Ergebnis (Ebita) im Industriegeschäft schnellte wie erwartet um 39 Prozent auf 2,13 Mrd. Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,50 (1,09) Mrd. Euro. Siemens hatte schon im Jänner Eckdaten für die drei Kernsparten genannt. (reuters/apa/red)

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