Batteriehersteller

Geschäfte von Varta laufen noch besser als erwartet

Der dem österreichischen Investor Michael Tojner gehörende Batteriehersteller entwickelt sich in Deutschland zum Börsenliebling: Wegen starker Nachfrage fällt der Gewinnausblick von Varta überraschend positiv aus.

Varta Montana Tech Ergebnisse Batterien Michael Tojner

Die starke Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien stimmt den Batteriekonzern Varta, der dem österreichischen Investor Michael Tojner gehört, für 2019 erneut optimistischer. Vor allem der neue Gewinnausblick überrascht laut einem Händler positiv, während die Umsatzprognose weiter unter der durchschnittlichen Markterwartung liege.

Am Aktienmarkt blickten die Anleger vor allem auf die Gewinnentwicklung. Die Papiere schnellten nach oben und ließen erstmals die Marke von 100 Euro hinter sich.

So soll der Umsatz im laufenden Jahr auf 330 bis 340 Mio. Euro steigen und damit das bisherige Ziel von 320 bis 330 Mio. Euro übertreffen, wie der Konzern in Ellwangen mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet das Management nun zwischen 84 und 88 Mio. Euro. Nach der vorigen Prognoseerhöhung im August hatte Vorstandschef Herbert Schein hier noch 72 bis 76 Mio. auf dem Zettel.

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Schein begründete den Erfolg unter anderem mit der Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen für Hightech-Produkte für den Endverbraucher, vor allem für kabellose Kopfhörer. Diese sind sehr beliebt und bescheren Herstellern wie Apple, Huawei und Amazon glänzende Geschäfte. Erst etwa stellte Apple ein neues, hochpreisiges Modell mit aktiver Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen vor. Mit Blick darauf dürfte sich die Story übertroffener Erwartungen und erhöhter Unternehmensziele von Varta im Schlussquartal fortsetzen, glaubt Analyst Stephan Klepp von der Commerzbank.

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Varta steckt denn auch viel Geld in den Ausbau der Produktion. So sollen 2019 nun zwischen 95 und 110 Mio. Euro statt den bisher geplanten 75 bis 90 Mio. Euro investiert werden. Erst Anfang September hatte Varta mitgeteilt, die Produktion bis 2022 auf mehr als 150 Mio. Zellen jährlich auszubauen. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem Markt, der jährlich über 30 Prozent wachse.

Produktion wird um viel Geld ausgebaut

Das Marktwachstum spiegelt sich auch in der Geschäftsentwicklung der ersten neun Monate wider: Der Umsatz stieg bis Ende September im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 242,8 Mio. Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte trotz hoher Investitionen sogar um rund zwei Drittel auf 63 Mio. Euro zu. Der Überschuss schnellte ähnlich deutlich auf 33 Mio. Euro nach oben.

Für die Aktie ging es bis auf eine Bestmarke von 102,40 Euro nach oben. Am Nachmittag waren die Papiere mit einem Plus von 6,30 Prozent auf 101,20 Euro der Favorit im Kleinwerteindex SDAX.

Die starke Geschäftsentwicklung treibt die Aktien des Unternehmens schon länger an. Seit Ende 2018 haben die Papiere ihren Wert mehr als vervierfacht. Das bedeutet mit Abstand den ersten Platz im SDAX. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei knapp 4,1 Mrd. Euro. Größter Profiteur des Kursanstiegs ist das Schweizer Industrie-Konglomerat Montana Tech Industries von Tojner, das Varta im Herbst 2017 an die Börse gebracht hat, und immer noch etwas mehr als 60 Prozent hält. (dpa-afx/apa/red)

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