Logistik

Deutscher Fachverband: Lkw-Fahrer an der Belastungsgrenze

Die Coronakrise und der explosionsartig gestiegene Konsum von Verbrauchern bringe Lastwagenfahrer an die Grenzen der Belastung, so der deutsche Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung. Dazu käme die angespannte Situation in den Lieferketten der Industrie.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und Hamsterkäufe der Verbraucher bringen die Lkw-Fahrer nach Darstellung des Branchenverbands an die Belastungsgrenze. Der seit Jahren herrschende Fahrermangel in der Logistik-Branche habe sich durch die Folgen der Virus-Ausbreitung weiter verschärft, sagte ein Sprecher des deutschen Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL).

Aufgrund der starken Nachfrage der Verbraucher nach Gütern wie Klopapier, Konserven und Mehl hätten die großen Supermarktketten die Lieferfrequenzen erhöht, dadurch stiegen die Belastungen für die Lkw-Lenker: "Sie fahren so viel, wie sie können und dürfen." Die Lieferketten seien dadurch "angespannt - aber sie halten".

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Die Politik müsse dafür sorgen, dass der grenzüberschreitende Warenverkehr reibungslos passieren kann, forderte der BGL. Dies lasse sich beispielsweise durch die Einrichtung von sogenannten "Green Lane"-Spuren für Lkw an Grenzen erreichen, die die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. Informationen müssten in Krisennotfallzentren gebündelt werden.

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In Deutschland kämen zudem etwa 20 Prozent der weit über 500.000 sozialversicherungspflichtigen Fahrer aus dem Ausland. Es sei wichtig, dass diese wüssten, ob sie bei längeren Pausen und einer vorübergehenden Rückkehr zu ihren Familien in ihren Heimatländern in Quarantäne müssten und ob sie zurück über Grenzen an ihre Arbeitsplätze könnten. Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch zahlreiche Länder in der EU hatte zu langen Staus geführt. (reuters/apa/red)

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