Bauindustrie

Zulaufstrecken des BBT: Gewessler und Platter kritisieren Deutschland

Tirols LH Günther Platter (ÖVP) und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) üben Kritik an den "minimalen Fortschritten" Deutschlands bei den Zulaufstrecken des BBT. Der milliardenschwere, aktuell größte Tunnelbau Europas ist zwingend auf diese Zulaufstrecken angewiesen.

Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Tirols LH Günther Platter (ÖVP) drängen Deutschland weiter in Sachen Realisierung der Zulaufstrecken für den Brennerbasistunnel (BBT) und haben Kritik am mangelnden Fortschritt geübt. Gewessler sah nur "minimale Fortschritte", dies sei "noch lange nicht genug". "Wir haben hier raschen Handlungsbedarf", meinte die Ministerin bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. "Deutschland ist am Zug, aber nicht auf Schiene", mahnte Platter.

Man habe mit Deutschland einen gemeinsamen "Zehn-Punkte-Plan", so die Verkehrsministerin. Dabei müsse man darauf pochen, dass dieser nicht nur von Österreich, sondern auch von Deutschland erfüllt werde. Es sei mit Deutschland "alles vereinbart worden", betonte auch der Tiroler Landeshauptmann. "Unsere Maßnahmen sind umgesetzt worden. Man sieht, dass Verträge nicht eingehalten werden. Es ist schon ein Ärgernis, wenn man sich auf die Partner nicht verlassen kann", übte Platter einmal mehr scharfe Kritik. Zuletzt hatte sich Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) nicht davon überzeugt gezeigt, ob ein Bau der Zulaufstrecken überhaupt zustande komme, was zu heftiger Kritik in Tirol führte.

Zuletzt dazu:
BBT-Streit: Landeshauptmann Platter fordert konkreten Zeitplan >>
  
Brenner Baulos H51: Milliardenauftrag wird neu ausgeschrieben >>

White Paper zum Thema

Dass Umleitungen des Transitverkehrs funktionieren, würde die derzeitige Situation im Süden zeigen, meinte Platter zudem bei dem Pressgespräch. Damit es wegen bestehender Corona-Kontrollen an den Grenzen zu keinen Staubildungen kommt, werden Transit-Lkw bereits bei Verona über andere Wege über die Alpen umgeleitet. Dies habe zu einem Rückgang des Lkw-Transits über den Brenner um 33 Prozent geführt, berichtete der Landeschef: "Man sieht, es geht doch". (apa/red)