Neues Geschäftsfeld

Rittal-Nachhaltigkeitsprofi Christoph Unger: "Nirgendwo ließe sich die Energiewende besser mitgestalten"

Christoph Unger leitet seit März die Geschäftseinheit für nachhaltige Energielösungen bei Rittal Österreich. Mit seinem neuen Job erfüllt sich der ausgebildete Bio- und Umweltressourcenmanager einen Traum.

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"Mit dem Beginn der Viruspandemie ging das Umsetzungstempo in Sachen Ökologisierung etwas verloren. Doch nun kommen wir von einem schleichenden in einen sehr dynamischen Prozess."
Christoph Unger, Leiter Business Unit Energy & Power Solutions, Rittal 

1192 Seiten stark, bietet das System-Handbuch 36 einen durchaus vollständigen Überblick über das Portfolio von Rittal. Für ihn, den neuen Mann in der österreichischen Vertriebsniederlassung des Hessener Systemanbieters für Schaltschrankbau, Stromverteilung, Klimatisierung und IT- Infrastruktur, ist das Studium des Standardwerks eine Selbstverständlichkeit: Christoph Unger, seit Anfang März an Bord und hierzulande Leiter der neu im Unternehmen geschaffenen Business Unit Energy & Power Solutions, kommt als Quereinsteiger, bringt jedoch genau jenes Wissen und jene Erfahrung ein, die jetzt gefragt sind.

Absolvent des Boku-Studiums Umwelt- und Bioressourcenmanagement, Diplomand bei MAN in München und zuletzt viereinhalb Jahre Energieeffizienzexperte beim Elektrogroßhändler Rexel Austria, wird für Unger in seinem jüngsten Betätigungsfeld nun ein Traum wahr: Rittal ist Ausstatter und Lösungsanbieter bei Smart Grids und intelligenten Stomnetzen, beherrscht die Stromverteilung und sorgt für optimale Klimatisierung von Industrieaggregaten, "nirgendwo also könnte ich besser die Energiewende mitgestalten", sagt Unger. 

EEG soll Investitionsklima schaffen 

Triebfeder für das neue Geschäftssegment der Herborner, die bereits im Bereich Schaltschränke und Stromverteilungslösungen die Basis für die Energiewirtschaft schufen, ist hierzulande das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, das den Weg für Milliardeninvestitionen bis 2030 ebnen soll.

White Paper zum Thema

Rittal © Rittal

Eine Domäne für den Rittal-Schaltschrank - und Klimagerätebau: Windkraftanlagen.  

 

Mit dem Beginn der Viruspandemie ging das Umsetzungstempo in Sachen Ökologisierung etwas verloren, doch nun kommen wir von einem schleichenden in einen sehr dynamischen Prozess", schildert Unger. Was das auf die Rittal-Organisation umgemünzt bedeutet, weiß auch Rittal Österreich-Vertriebsleiter Peter Payr: "Wir wollen unsere Stärken einer klassischen Vertriebsorganisation überall dort ausbauen, wo sich durch neue Technologien neue Bedarfe auftun", sagt er. Ein Blick über den Tellerand, wenn man so will, der auch als Lösungsconsulting interpretiert wird.  

Flexible Organisationseinheit 

Aktuell sieben Mitarbeiter habe die Abteilung in Wien, die Fähigkeit, "auf den Wandel sehr flexibel und schnell zu reagieren", zeichne diese aus, hört man bei Rittal. Etwa bei der Errichtung noch effizienterer Windkraftanlagen, in deren Gondel Rittals Schaltschranktechnologie (VX25) und Niederspannungshauptverteiler (VX 25 Ri4Power) zum Einsatz kommt - oder der stärkeren Durchdringung der Anlagenparks mit hocheffizienten Klimageräten (wie etwa Blue e+).

Rittal, Peter, Payr © Rittal

"Wir bauen unsere Stärken einer klassischen Vertriebsorganisation überall dort aus, wo sich durch neue Technologien neue Bedarfe auftun."
Peter Payr, Verkaufsleiter Rittal Österreich

Dass Mehrwert dabei künftg noch viel stärker in der Cloud entsteht, gilt für Christoph Unger, geboren und aufgewachsen in Steyr, übrigens als ausgemacht. "Kunden entsteht so etwa bei der Planung einer Schaltanlage mit Softwaretools unserer Schwesterfirma Eplan ein Riesenhebel für eine deutlich höhere Effizienz im Engineering", sagt er.

Die nächsten Wochen will Unger nun dazu verwenden, mit den Kollegen der vier Rittal-Standorte Wien, Linz, Graz und Lustenau als Business Unit eins zu werden.