Oberösterreich

Greiner bietet sich eine Chance für eine große Übernahme

Der oberösterreichische Kunststoffverarbeiter Greiner kooperiert seit Langem mit der belgischen Gruppe Recticel. Diese bekam jetzt ein 700 Millionen Euro schweres Angebot, zwei ihrer Bereiche zu verkaufen. Für Greiner wäre das eine Chance, heißt es in Kremsmünster.

Der Kunststoffkonzern Greiner mit Sitz in Kremsmünster will den Bereich Weichschaum ausbauen. Die Schaumstoffsparte ist eine wesentliche Säule der insgesamt vier operativen Sparten von Greiner.

Kooperation mit Belgiern seit 1992

In diesem Bereich kooperiert Greiner auch mit dem Unternehmen Recticel in Belgien. Recticel ist ein börsennotierter Hersteller von Produkten aus Polyurethanschaum und in den vier Bereichen Bettwaren (Bedding), Autoindustrie (Automotive) sowie Weichschaum (Flexible Foams) und Bauisolierungen (Insulations) tätig.

Über eine Gemeinschaftsfirma mit dem belgischen Unternehmen Recticel hält Greiner die Hälfte der Anteile am Hersteller Eurofoam, nach Firmenangaben ein führender Hersteller von Polyurethan-Weichschaum in Zentral- und Osteuropa.

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Neue Chance durch Angebot aus Irland

Jetzt könnte sich für Greiner eine neuen Chance für eine Übernahme bieten. Auslöser ist ein Angebot der irischen Gruppe Kingspan an Recticel. Die Iren bieten den Belgiern 700 Millionen Euro für zwei Bereiche von Recticel. Dieses Angebot wird derzeit geprüft.

Die Sparte für Bauisolierungen von Recticel hat zuletzt 271,2 Mio. Euro Umsatz gemacht und ein operatives Ergebnis von 447 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Sparte für Weichschaum der Belgier hatte zuletzt einen Umsatz von 621,5 Mio. Euro bei einem operativen Ergebnis von 41,5 Mio. Euro.

Kingspan informierte bei seinem Angebot, dass eine Vereinbarung mit einem nicht näher genannten Unternehmen über die Übernahme von Flexible Foams bestehe.

Greiner am Bereich Weichschaum interessiert

Jetzt teilt Greiner mit, dass man im Fall einer Übernahme durch Kingspan den Bereich Weichschaum erwerben wolle. Weitere Auskünfte zu dem geplanten Deal seien zum derzeitigen Zeitpunkt nicht möglich, hieß es auf eine APA-Anfrage.

Eckdaten zu Greiner

Greiner hat 2017 seinen Umsatz um 7 Prozent auf 1,579 Mrd. Euro gesteigert und beschäftigte über 10.000 Mitarbeiter an 139 Standorten in 33 Ländern. Die Bilanzzahlen für 2018 will das Unternehmen in seinem Jahrespressegespräch am 9. Mai veröffentlichen.

(red mit apa)

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