Wolfgang Schäuble: Nord Stream 2 hat in Osteuropa Vertrauen zerstört

Anders als Kanzlerin Merkel und die frühere österreichische Regierung kann der deutsche Bundestagspräsident Schäuble auch die Kritik an der zweiten russischen Gasröhre durch die Ostsee durchaus nachvollziehen, an der die OMV maßgeblich beteiligt ist.

Der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble kann die Bedenken der östlichen Nachbarn Deutschlands gegen die umstrittene Erdgasleitung Nord Stream 2 nachvollziehen. "Die Sichtweise unserer östlichen Nachbarn übergangen zu haben, gehört nicht zu den Glanzpunkten deutscher Politik und hat viel Vertrauen zerstört", schreibt Schäuble in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Die Welt".

Zugleich warnte er die Gegner: "Das Projekt auf Umwegen zu sabotieren, ist aus gesamteuropäischer Sicht trotzdem keine vernünftige Lösung."

Den Planungen zufolge soll die etwa 1.200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline Ende des Jahres betriebsbereit sein. Die deutsche Regierung steht zwar hinter dem Projekt und hofft auf Versorgung mit preiswertem Gas.

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Gegenwind aus den USA

Doch die USA und einige europäische Staaten kritisieren den Bau, unter anderem weil sie eine zu große Abhängigkeit von russischem Gas befürchten. Erst hatte US-Vizepräsident Mike Pence Polen für den Widerstand gegen Nord Stream 2 gelobt und Deutschland kritisiert. Aktuell dazu: Der Kampf ums Gas: So wollen die USA Nord Stream 2 doch noch stoppen >>

Die Fertigstellung der neuen Pipeline, die laut Nord Stream bereits zu 70 Prozent verlegt ist, könnte sich verzögern, weil es noch keine Einigung zum Trassenverlauf vor Bornholm gibt. (dpa/apa/red)

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