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Wifo: Das zweite Quartal wird heuer das schwierigste

Österreichs Wirtschaft ist wegen der Coronakrise schon im ersten Quartal stark geschrumpft. Wegen der Folgen des verordneten Stillhaltens werde das zweite Quartal "das schwächste des heurigen Jahres sein", so die Prognose des Wifo.

Österreichs Wirtschaft ist wegen der Coronakrise schon im ersten Quartal stark geschrumpft, um rund zweieinhalb Prozent. Damit sei "ein massiver Schock" über unser Land hereingebrochen, sagte Wifo-Konjunkturexperte Jürgen Bierbaumer-Polly zur APA. Durch das Niederfahren vieler Bereiche der Wirtschaft werde das laufende zweite Quartal "das schwächste des heurigen Jahres sein".

Wifo-Schnellschätzung zum ersten Quartal

Laut Wifo-Schnellschätzung von Donnerstag schrumpfte des Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum Jänner bis März gegenüber dem Vorjahr real um 2,7 Prozent und im Vergleich zum Vorquartal real um 2,5 Prozent. "Einen Rückgang in dieser Größenordnung hat es zuletzt während der Finanzmarktkrise 2008/09 gegeben", erklärte das Wifo, wobei anders als damals der Wachstumseinbruch schon zu Beginn der Krise hoch sei.

An der vorige Woche vom Wifo vorgelegten Mittelfristprognose, die für heuer einen Einbruch des BIP um 5,25 bis 7,5 Prozent angenommen hat, ändert sich laut Bierbaumer-Polly durch die nun fürs erste Quartal vorliegenden Detaildaten nichts. "Das Bild passt gut zusammen", meinte der Experte zur APA.

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Deutlich größere Rückgänge im zweiten Quartal

Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von April bis Juni werde wohl "ein Mehrfaches" des Minus vom ersten Vierteljahr ausmachen, so der Experte. Natürlich könne man derzeit nicht sagen, ob das zum Beispiel das Zwei- oder Dreifache sein könnte. Jedenfalls werde das Minus ungleich stärker ausfallen, wenn man bedenke, dass sich im Erstquartal nur in der zweiten März-Hälfte die Maßnahmen hemmend ausgewirkt hätten, man aber nun im zweiten Quartal nicht von ein, zwei normalen Monaten reden könne.

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Boom am Bau bis zum Start der Corona-Maßnahmen

Gestützt wurde die Wertschöpfungsentwicklung im ersten Vierteljahr von Dienstleistungen, bei denen nicht unmittelbar persönlicher Kontakt nötig ist bzw. wo Tätigkeiten auch per Online-Kommunikation möglich sind. Ebenfalls positiv zum BIP trug die Öffentliche Verwaltung bei. Die Konjunktur am Bau verlief bis zum Ausbruch der Krise sehr gut. Bierbaumer-Polly: "Durch das gute Wetter und eine gute Auftragslage hatte die Bauwirtschaft einen extrem starken Jahresauftakt." Erst in der zweiten März-Hälfte belasteten die Baustellenschließungen, sodass die Wertschöpfung im Quartal um 0,5 Prozent sank.

Einsetzende Flaute in der Industrie hat sich massiv verstärkt

In der Industrie verstärkten sich die Produktionsausfälle im März weiter, nachdem dort die Dynamik schon voriges Jahr nachgelassen hatte. "Hier hat sich die Schwäche des vierten Quartals und des zweiten Halbjahres 2019 etwas verschärft fortgesetzt, nachdem es im Jänner und Februar ein Halten der Erwartungen und im Februar eine Bodenbildung gegeben hatte", so der Experte. Insgesamt kam es bei Bergbau, Warenherstellung, Energie- und Wasserversorgung sowie Abfallentsorgung bis März zu einem Rückgang um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. um minus 2,1 Prozent im Vergleich zum vorhergehenden Quartal.

Auch die Investitionen wurden bis März eingeschränkt - so lagen die Anlageinvestitionen um 2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Der Außenhandel war ebenfalls beeinträchtigt: Die Exporte ließen im Jahresabstand um 3,9 Prozent nach, die Importe um 4,4 Prozent.

Starke Rückgänge in anderen Sektoren

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden im ersten Quartal wegen der seit Mitte März gegen die Pandemie verhängten Maßnahmen die Bereiche Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie mit über sieben Prozent Rückgang im Jahresabstand sowie diverse Dienstleistungen mit minus acht Prozent. (apa/red)

BIP, Konjunktur, Wifo, Grafik, Österreich © APA

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