Wirtschaftspolitik

Vorarlberger Industriellenvereinigung wünscht sich "mehr Mut im Land"

Martin Ohneberg, Chef der IV Vorarlberg, plädiert für mehr Mut im Land" und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Bund. Zugleich solle die "Marke Vorarlberg" weiter an Strahlkraft gewinnen.

Der Präsident der Industriellen-Vereinigung Vorarlberg (IV), Martin Ohneberg, wünscht sich "mehr Mut im Land" und eine bessere Zusammenarbeit mit dem Bund. Den "Vorarlberger Weg" sollten in Zukunft die drei Stoßrichtungen Innovation, Intelligenz und Vernetzung bestimmen. Zudem müsse häufiger positiv über Österreich geredet werden, "die neue Regierung hat eine Chance verdient", so Ohneberg.

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Der IV-Präsident nannte beim traditionellen Neujahrsempfang der Industriellenvereinigung in Hohenems insbesondere vier Themenbereiche, auf die 2018 der Fokus in Vorarlberg zu legen sei - nämlich Raumplanung und Infrastruktur, Innovation und Digitalisierung, die Nachbarregionen Vorarlbergs sowie die Marke "Vorarlberg".

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Stärkere Steuerung bei der Raumplanung gewünscht

In Sachen Raumplanung forderte Ohneberg eine deutlich stärkere und mutigere Steuerung durch das Land. Man müsse sowohl über die künftige Ausrichtung der Landesgrünzone reden als auch Initiativen bei Widmungen setzen, sagte der IV-Präsident.

Ebenso gelte es seitens der öffentlichen Hand die Chance der Digitalisierung noch viel stärker zu erkennen. Es sei an der Zeit, über das Thema "Smart City Rheintal/Walgau" zu sprechen, befand Ohneberg. Mit den Vorarlberger Nachbarregionen habe sich in der Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zwar viel getan, allerdings stünden der gegenseitige Informationsaustausch und die Vernetzungsbemühungen immer noch am Anfang.

"Marke Vorarlberg" stärken

Den von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) angestoßenen Prozess zur Erarbeitung einer Marke "Vorarlberg" lobte der IV-Präsident. "Bei der Marke Vorarlberg geht es der IV sehr stark um das Thema Arbeitskräfte und das Image Vorarlbergs als Lebens-, Freizeit-, Arbeits- und Wirtschaftsraum", so Ohneberg.

Angesichts der neuen Regierungskonstellation auf Bundesebene forderte der IV-Präsident einen Richtungswechsel hin zu mehr Zusammenarbeit im Sinne eines effizienten Staates. Kritikern der neuen Regierung - etwa wenn es um angebliche Zentralisierung gehe - müsse offensiv begegnet werden.

"Wir stehen dazu, dass wir einen budgetären Spielraum in Vorarlberg brauchen, wir stehen auch zu einem Wettbewerb zwischen den Bundesländern, aber wir stehen auch dazu, öffentliche Systeme und Strukturen, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben, im digitalen Zeitalter zu überdenken und effizienter zu gestalten", sagte der IV-Präsident. Auch habe sich die Abkehr von einer übertriebenen Länder- und Sozialpartnerlogik "eine Chance verdient". (apa/red)