Bahnindustrie

Vor Bahnfusion mit Siemens: Starke Zuwächse bei Alstom

Im ersten Halbjahr 2019 soll der französische Bahnindustriekonzern mit der Zugsparte von Siemens fusionieren - trotz Widerständen in der EU. Jetzt meldet Alstom ein starkes Umsatzplus und ein Auftragspolster in Rekordhöhe.

Während in Österreich ein hartes Ringen um den Bahn-KV stattfindet, meldet der französische Bahnkonzern Alstom gute Zahlen. Zum österreichischen Bahn-KV: Interview mit Thomas Scheiber zum Bahn-KV: "Unerfüllbares Belastungspaket" >>

Mit einem Rekordauftragsbestand im Rücken zeigt sich Alstom vor der geplanten Fusion der Bahnsparten mit Siemens gut in Schuss. Der französische Zughersteller machte von April bis September einen Umsatz von gut 4 Mrd. Euro. Das war ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum, wie Alstom in Saint-Ouen bei Paris mitteilte.

Auftragsbestand in Rekordhöhe

Der Konzern verbuchte neue Bestellungen im Umfang von 7,1 Mrd. Euro. Das war mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr. Der Auftragsbestand summierte sich bis Ende September auf 38,1 Mrd. Euro, neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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Unter dem Strich blieb ein auf die Aktionäre anfallender Überschuss von 563 Mio. Euro, nach 177 Mio. Euro im Vorjahr. Alstom profitierte von einem Spartenverkauf, der 245 Mio. Euro zum Gewinn beisteuerte.

Arbeit an den Fusionsplänen geht weiter

Alstom strebe weiterhin eine Fusion mit der Siemens-Zugsparte an, bekräftigte Unternehmenschef Henri Poupart-Lafarge. Das Unternehmen und Siemens arbeiteten konstruktiv mit der EU-Kommission zusammen, um die Bedenken der Behörde auszuräumen.

Die EU-Kommission fürchtet Medienberichten zufolge bei Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie bei fahrerlosen U-Bahnen Einschränkungen des Wettbewerbs. Im Juli hatte die Kommission eine eingehende Prüfung der Fusion bis spätestens zum 28. Januar 2019 angekündigt.

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Zusammenschluss im ersten Halbjahr 2019 angestrebt

Der TGV-Hersteller Alstom soll im ersten Halbjahr 2019 mit der Siemens-Zugsparte fusionieren, die den ICE baut. Der deutsche Industriekonzern soll eine knappe Mehrheit an dem neuen europäischen Branchengiganten erhalten. Siemens und Alstom wollen mit dem Bündnis dem neuen staatlichen chinesischen Riesenkonzern CRRC Paroli bieten. (dpa/apa/red)

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