Atomstrom

Tschechien kommt neuen Atomreaktoren immer näher

Tschechien hat einen weiteren Schritt in Richtung Ausbau seiner Atomkraftwerke Temelin und Dukovany getan. Der zu 70 Prozent staatliche Tschechische Energiekonzern (CEZ) hat die Gründung von zwei Tochter-Gesellschaften beschlossen, die das Projekt des Aufbaus neuer Reaktoren realisieren sollten, so ein CEZ-Sprecher.

Atomenergie Atomkraft Temelin

"Es wurde endgültig entschieden, diese Projekte in selbstständige Tochter-Gesellschaften auszugliedern", sagte CEZ-Sprecher Ladislav Kriz mit Blick auf einen entsprechenden Beschluss des CEZ-Vorstandes. Der Grund sei, dass diese selbstständigen Tochter-Firmen ihre Partner für den Aufbau der Atomblöcke einfacher aussuchen können, so der Sprecher.

Der Nationale Plan der Entwicklung der Atom-Energieindustrie, den die Regierung im Juni gebilligt hatte, sieht den Aufbau eines neuen Reaktors in Dukovany und eines in Temelin mit der Möglichkeit vor, in beiden Kraftwerken dann noch einen weiteren Block aufzubauen. Die Regierung und CEZ müssen aber noch klären, wie die Projekte finanzieren werden sollen.

Im Frühjahr 2014 hatte der CEZ seinen ursprünglichen Plan für den Aufbau von zwei zusätzlichen Reaktoren in Temelin storniert. Der Grund war, dass die Regierung keine Garantien dafür erteilen wollte. Seitdem spricht man jedoch in Prag immer wieder darüber, dass die heimische Atom-Energieindustrie doch ausgebaut werden sollte.

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Das Anti Atom Komitee forderte indes erneut eine internationale Prüfung der tschechischen Atomkraftwerke (AKW). Vor allem im AKW Dukovany seien die Probleme "offenbar größer als zugegeben". Selbst die Atomaufsichtsbehörde forderte die Abstellung, hieß es in einer Aussendung. Sicherheit der Schweißnähte der Reaktoren seien nicht gewährleistet. (apa)

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