Kraftwerkbau

Trotz Krim: Siemens will russische Kraftwerke beliefern

Trotz der Schwierigkeiten um verschwundene Turbinen und ihre mögliche Nutzung auf der Krim will Siemens weiter in Russland Geschäfte machen. Jedes zweite Kraftwerk des Landes müsse modernisiert werden - Siemens sei "bereit" mitzubieten.

Siemens will sich trotz des jüngsten Ärgers um verschwundene Turbinen weiter bei der Modernisierung von Kraftwerken in Russland engagieren.

"Rund 50 Prozent der Kraftwerke müssen modernisiert werden, und Siemens ist bereit, um Aufträge mitzubieten", sagte der Russland-Chef des Münchner Industriekonzerns, Dietrich Möller, auf einer Energiekonferenz in Moskau.

Im Juli waren vier Siemens-Gasturbinen, die eigentlich für ein Projekt auf der südrussischen Insel Taman bestimmt waren, auf der Halbinsel Krim aufgetaucht, die 2015 von Russland annektiert wurde und deshalb Wirtschaftssanktionen unterliegt. Siemens hatte daraufhin über Konsequenzen für sein Geschäft in Russland nachgedacht.

Die jüngsten Meldungen dazu:

White Paper zum Thema

Siemens-Turbinen für die Krim: Russen beantragen Verschiebung >>

Streit um Turbinen für die Krim: Siemens blitzt in Moskau ab >>

Vorstandschef Joe Kaeser hatte betont, man dürfe nicht alle Kunden über einen Kamm scheren. Um ähnliche Unregelmäßigkeiten zu verhindern, hatte er jedoch angekündigt, Lieferungen an staatliche Kunden künftig besser zu überwachen. So will Siemens Turbinen selbst an ihren Bestimmungsort bringen und einbauen. (reuters/apa/red)

Aktuell zu Siemens:

Wolfgang Hesoun: "Erwarte keine negativen Auswirkungen" >>

Digitalisierung: Es geht auch ganz ohne Europa >>

Verwandte tecfindr-Einträge