Energiewende

Thyssenkrupp plant Anlage für Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff

Thyssenkrupp arbeitet an Plänen für eine Stahlproduktion, die weitgehend mit Strom aus Erneuebaren funktioniert. Der Stahlriese will in Duisburg in den nächsten fünf Jahren eine Anlage bauen, die dafür grünen Wasserstoff nutzt.

Der größte deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp drückt bei der Umsetzung seiner Pläne für eine umweltschonendere Produktion aufs Tempo. Das Unternehmen stellte in Duisburg Pläne für den Bau einer Anlage vor, die mit Hilfe von grünem Wasserstoff und erneuerbarer Energie CO2-freien Stahl produzieren soll.

Thyssenkrupp plant, den Hauptteil der Anlage bis 2025 fertigzustellen und dann 400.000 Tonnen grünen Stahl zu produzieren. Bis 2030 soll die Menge auf drei Millionen Tonnen hochgeschraubt werden. Bisher stellte der Stahlkocher auf herkömmliche Weise im Schnitt jährlich rund elf Millionen Tonnen des Werkstoffs her.

Vorstandschefin Martina Merz machte bei der Veranstaltung gegenüber dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet deutlich, dass der Konzern für eine Umsetzung der Pläne zum Bau der "Direktreduktionsanlage mit einem integrierten Schmelzaggregat" finanzielle Hilfen benötigt. "Wir sind uns mit der Politik einig, dass kein Unternehmen die Transformation alleine stemmen kann. Es braucht anfangs geeignete Förder- und Anreizinstrumente."

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Der deutsche Wirtschaftsminister Altmaier sagte dem Unternehmen seine Unterstützung zu. "Stahl ist eine deutsche Schlüsselindustrie. Wir müssen alles tun, damit in Zukunft klimafreundlicher und wettbewerbsfähiger grüner Stahl aus Deutschland kommt." Die deutsche Regierung habe mit ihrem Handlungskonzept Stahl die Rahmenbedingungen definiert. "Jetzt kommt es auf die Umsetzung und konkrete Projekte an." Die Anlage von Thyssenkrupp sei dafür ein exzellentes Beispiel.

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Der Ruhrkonzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 bei der Stahlproduktion den Kohlendioxidausstoß um 30 Prozent zu reduzieren und bis 2050 gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen auf null zu senken. Der Standort Duisburg steht bisher für zwei Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland. Thyssenkrupp will bis Anfang 2021 in einer Studie Details für den Umbau seiner Produktion vorlegen. (reuters/apa/red)

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