Stahlindustrie

Thyssenkrupp: Konzernchef Kerkhoff will mehr Rendite sehen

Bei Thyssenkrupp verspricht der neue Vorstand Guido Kerkhoff den Geldgebern für das laufende Jahr mehr Rendite. Drei Themen stehen auf der Agenda: Bessere Ergebnisse, die Fusion mit Tata Steel und die Aufspaltung des Konzerns in einen Hersteller von Industriegütern und einen Konzern für Werkstoffe.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hat nach den Turbulenzen des vergangenen Geschäftsjahres vor den Aktionären um Unterstützung für die geplante Aufspaltung des deutschen Traditionskonzerns geworben.

Drei Themen auf der Agenda

Der Fokus liege auf drei Themen, kündigte Kerkhoff an. Er werde die Performance der Geschäfte verbessern, das Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel vorantreiben und die Aufspaltung des Konzerns umsetzen. Kerkhoff will das Unternehmen in einen Industriegüter-Konzern und einen Werkstoff-Konzern aufteilen. Zur Industrials AG sollen neben den Aufzügen das Autozuliefergeschäft und der Kernanlagenbau gehören. In der Materials AG sollen der Werkstoffhandel, die Anteile des Konzerns am Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel und das Marinegeschäft gebündelt werden.

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"Nach der Teilung werden wir mittelfristig deutlich höhere Ergebnis-, Cash- und Wertbeiträge erzielen", sagte der Manager auf der Hauptversammlung in Bochum. "Damit sollten dann wieder höhere Dividenden möglich sein." Der langjährige Finanzchef, der im vergangenen Sommer die Nachfolge des im Streit mit Investoren zurückgetretenen Heinrich Hiesinger übernommen hatte, bereitete die Aktionäre zugleich auf mögliche Rückschläge vor.

Kerkhoff bekräftigte die Prognose des Konzerns für das Geschäftsjahr, erwartet aber im Auftaktquartal schwächere Ergebnisse als im Vorjahreszeitraum. "Traditionell ist das erste Quartal das schwächste für Thyssenkrupp", sagte der 51-Jährige. "Wir liegen aber voll im Rahmen unserer Guidance, aber damit auch unter den Werten des Vorjahresquartals." Das Unternehmen legt am 12. Februar die Zahlen für das erste Vierteljahr des Geschäftsjahres 2018/19 (per Ende September) vor. Im Gesamtjahr will der Konzern im fortgeführten Geschäft, das heißt ohne Stahl, ein bereinigtes Ebit von mehr als einer Milliarde Euro einfahren, nach zuvor 706 Mio. Euro.

Die in den vergangenen Monaten schwächelnde Aktie legte zeitweise um mehr als fünf Prozent zu. "Keine negativen neuen Nachrichten sind gute Nachrichten", sagte ein Händler. "Die Leute sind erleichtert, dass das Ergebnis im Rahmen der Erwartungen blieb und sich die Lage nicht noch weiter eingetrübt hat", ergänzte ein anderer.

Kerkhoff will die Hauptversammlung in einem Jahr über die Pläne bereits abstimmen lassen. "Die Teilung reduziert die Komplexität und macht uns schneller und flexibler", betonte Kerkhoff. "Getrennt sind wir stärker." (reuters/apa/red)