Zulieferindustrie

Reifenproduktion: Jetzt positionieren sich auch Japaner in Serbien

Mehrere chinesische Hersteller bauen in Serbien eine "Startrampe" auf, um Europas Autobauer zu beliefern. Jetzt zieht auch der japanische Reifenproduzent Toyo Tires mit einer großen Investition nach.

Das ist ein Symbolbild.

Der japanische Reifenproduzent Toyo Tires hat Serbien für den Standort seines neuen Produktionsbetriebs in Europa gewählt. Wie Präsident Aleksandar Vucic bei einer Pressekonferenz mitteilte, sei die Entscheidung nach dreijährigen Verhandlungen getroffen worden.

Mehr als ein Zehntel aller ausländischen Investitionen in Serbien heuer

Die Investition macht laut Vucic 12 bis 13 Prozent aller Investitionen in Serbien auf Jahresebene aus. Toyo Tires will demnach in der ersten Phase 390 Mio. Euro in den Bau des in Indija, nordwestlich von Belgrad, geplanten Produktionsbetriebes investieren.

In dem Werk sollen 523 Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Bauarbeiten sollen im Herbst starten. Im serbischen Betrieb sollen Reifen vom Typ Proxes hergestellt werden. Über die Größe der Jahresproduktion hat Vucic keine Angaben gemacht.

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Vor wenigen Wochen hat auch der chinesische Eigentümer des burgenländischen Flachkabelherstellers I&T, der Autozulieferer Xingyu, den Bau eines großen Werks in Serbien angekündigt. Vom Standort mit 1000 Mitarbeitern wollen die Chinesen "führende Autobauer" in Deutschland, Frankreich und der Slowakei beliefern. Aktuell dazu: Chinesen wollen von Serbien aus deutsche und französische Autobauer beliefern >>

Investitionen von außen sind in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien begehrt. China nutzt das voll aus - und schichtet viele Milliarden in die Region, um so für sich selbst ein Sprungbrett in die Mitte Europas zu schaffen.

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(red mit apa)

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