Wasserstoff

Regierung will mit der Industrie eine "Wasserstoff-Strategie" vorlegen

Die Voestalpine arbeitet mit dem Verbund und Siemens daran, wie man Wasserstoff als Energiespeicher bei der Stahlerzeugung einsetzen könnte. Bei den ÖBB fahren schon heute Busse damit. Jetzt plant die Regierung eine offizielle "Strategie" für den Standort.

Die ÖBB haben nach Probeläufen angekündigt, mehr Autobusse mit Wasserstoffantrieb einsetzen zu wollen. Die Voestalpine will mit dem Verbund und Siemens herausfinden, wieweit Wasserstoff bei der Stahlerzeugung als Energielieferant eingesetzt werden kann.

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Österreichs Regierung will bis Jahresende eine "Wasserstoff-Strategie" fertig haben. Federführend arbeiten daran die Ministerien für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie für Verkehr, Infrastruktur und Technologie. "Nur mit den Unternehmen und der Industrie als Partner kann eine erfolgreiche Energiewende gelingen. Erneuerbarer Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle spielen", so Energieministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

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Österreich hat als EU-Ratsvorsitz 2018 eine so genannte Hydrogen Initiative vorgelegt. Diese Deklaration spricht sich für die Anwendung von erneuerbarer Wasserstofftechnologie aus. Sie wurde laut Köstinger von 26 Mitgliedstaaten, der EU-Kommission, 2 EFTA Staaten sowie rund 100 Unternehmen, Organisationen und Institutionen unterstützt. "Wasserstoff hat das Potenzial, unser Energiesystem langfristig zu revolutionieren", erklärte Köstinger. "Er kann uns als Langfristspeicher, zur Integration von Strom und Wärme, in der Industrie und im Verkehrsbereich helfen".

Die ausgearbeiteten Maßnahmen sollen in den nationalen Klima- und Energieplan einfließen, der bis Ende dieses Jahres an die EU-Kommission übermittelt wird und zum Teil schon im Erneuerbaren-Ausbau Gesetz (EAG) 2020 umgesetzt werde.

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Chemische Industrie: Der Weg ist noch sehr weit

In den Augen der chemischen Industrie gibt es bis zur kommerziellen Anwendung indes noch viele Hürden zu meistern. Eine der Herausforderungen, die es am Weg zur Wasserstofftechnologie zu lösen gelte, liege im Ausbau der erforderlichen Infrastruktur, insbesondere der Leitungen zum Transport.

"Für einen Umstieg braucht es massive Investitionen in die Infrastruktur", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung des Chemie-Fachverbands. Die chemische Industrie sehe sich hier als wichtiger Player, da sie nicht nur Wasserstoffverbraucher sein werde, sondern auch als dezentraler industrieller Wasserstofferzeuger fungieren könne. (apa/red)

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