Autoindustrie

PSA mit Fiat: Trübe Aussichten für Opel und Standort in Wien

Falls Fiat Chrysler, PSA und Opel fusionieren, hätte der neue Autoriese zu viele Motorenwerke, so der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer. Die Fusion werde auf jeden Fall nicht spurlos an Opel vorbei gehen.

Der deutsche Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer warnt mit Blick auf die Fusionspläne der französischen PSA-Gruppe und des US-italienischen Autoherstellers Fiat Chrysler vor negativen Folgen für Opel. Zu den Fusionsplänen: Peugeot mit Opel mit Fiat Chrysler: Ein neuer Autoriese entsteht >>

Nach einem möglichen Zusammenschluss müsse "einiges an Überkapazitäten" abgebaut werden - womöglich beim deutschen Autobauer. Weder in Frankreich noch in Italien seien demnach bedeutende Stellenstreichungen wahrscheinlich.

Zum neuen Chef:
Carlos Tavares' immer gleiche Linie: Weniger Menschen, mehr Produktion >>

White Paper zum Thema

Damit bleibe bei den möglichen Kürzungen vor allem Opel übrig: "Beide Seiten wollen die Fusion, für beide hat sie Vorteile. Aber Opel zieht den schwarzen Peter", so Dudenhöffer gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dudenhöffer unterrrichtet als Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Auswirkungen auf den Standort Wien wahrscheinlich

Dies könnte auch Auswirkungen auf Österreich haben. Opel betreibt in Wien-Aspern eine Fabrik für Getriebe und Motoren. Im Frühjahr wurde dort bereits ein Jobabbau angekündigt: Rund 400 der insgesamt knapp 1.200 Stellen wurden gestrichen.

Der neue fusionierte Großkonzern hätte trotzdem zu viele Motorenwerke, so Dudenhöffer vor wenigen Tagen gegenüber dem ORF. "Ich glaube nicht, dass man langfristig ohne Werkschließungen auskommt", so der Autowirtschaftsexperte. Denn die einzelnen Teile von Fiat, Chrysler, Peugeot und Opel hätten jeweils eigene Motorenwerke. Dazu komme noch als großer Faktor die Umstellung auf Elektroantriebe.

Zukunft des Entwicklungszentrums von Opel offen

Auch sei ungewiss, ob PSA und Fiat Chrysler das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim weiter betreiben wollten. Zum derzeitigen Sanierungsplan bei Opel gehört unter anderem ein Abbau von 2.000 der 6.400 Stellen im Entwicklungszentrum, der französische Ingenieursdienstleister Segula übernahm bereits Teile der Entwicklungsarbeit in Rüsselsheim.

(red mit afp/apa)

Im Überblick:
Von Daimler bis Volvo: Die Megahochzeiten der Autoindustrie >>

Aktuell zu Opel:
Kurzarbeit im Stammwerk von Opel >>  
Verkauf abgeschlossen: 700 Ingenieure wechseln von Opel zu Segula >>
Segula öffnet Opels früheres Entwicklungszentrum für andere Autobauer >>

Verwandte tecfindr-Einträge