Autoindustrie

Opel-Werk in Wien: Jeder dritte Mitarbeiter muss gehen

Im großen Motorenwerk von Opel in Wien sollen bis zu 400 Arbeitsplätze verschwinden, weil ein Großauftrag für ein Getriebe ausläuft. Der Standort soll aber weiter bestehen und produzieren - gerade befindet sich sogar eine neue Produktionslinie im Aufbau.

In der Getriebe- und Motoren-Fabrik von Opel in Wien-Aspern sollen 350 bis 400 Stellen abgebaut werden. Grund sei das "Auslaufen eines Getriebe-Großauftrags", so Betriebsratobmann Franz Fallmann gegenüber dem Radiosender Ö1. Fallmann bestätigt damit einen Bericht der "Kleine Zeitung".

Jeder dritte Job in Wien verschwindet

Damit geht rund jeder dritte Arbeitsplatz an dem Standort in Wien verloren. Der Standort soll jedoch weitergeführt werden, derzeit befindet sich sogar eine neue Produktionslinie im Aufbau.

Diese Hiobs-Botschaft hat die Belegschaft dem Bericht zufolge diese Woche in einer Betriebsversammlung erhalten. "Jetzt beginnen erst einmal die Detailverhandlungen mit der Geschäftsleitung", so Betriebsratsvorsitzende Renate Blauensteiner gegenüber der Zeitung. Man tue alles, um den Beschäftigten zumindest eine "halbwegs gesicherte Zukunft" garantieren zu können. Laut PSA soll es für die betroffenen Mitarbeiter einen Sozialplan geben.

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Für die betroffenen Mitarbeiter werde mit der Geschäftsführung gerade ein Sozialplan verhandelt, so Fallmann im Interview mit Ö1. Zunächst starte aber eine "freiwillige Aktion", in deren Rahmen sich Mitarbeiter melden können, die bis zum Jahresende austreten wollen. Das allein werde laut Fallmann aber nicht für die nötige Stellenreduktion reichen.

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Gewerkschaft: Stadt Wien hat zu weich verhandelt

Die Gewerkschaft kritisiert vor allem die Vorgehensweise der Stadtregierung im Vorfeld des Stellenabbaus. Diese hätte zwar das schon seit längerem in Schwierigkeiten steckende Opel-Werk mit einer Millionenförderung unterstützt. Allerdings seien als Bedingung für die Förderung lediglich der Fortbestand des Werkes und weiterer Investitionen festgelegt worden, nicht jedoch die Zahl der Arbeitsplätze, die erhalten bleiben müssen, kritisiert FCG-ÖAAB-Spitzenkandidat Fritz Pöltl die rot-grüne Stadtregierung. Hier der Rückblick: So hat die Stadt Wien die Schließung des Opel-Werks verhindert >>

PSA: Kein Ende für den Standort Wien-Aspern in Sicht

Im Rahmen des Opel-Strategieplans "Pace" erhöhe man "die Effizienz in allen Produktionswerken", so die PSA-Gruppe. In Aspern sei zudem entscheidend, dass man "auf Basis von Lieferverträgen noch Produkte für externe Unternehmen produziert". Dieses Produktionsvolumen laufe aber aus. Die Maßnahme bedeute kein absehbares Aus für das Werk.

Neue Fertigungslinie in Aspern im Aufbau

Aktuell etwa werde eine neue Fertigungslinie in Betrieb genommen, um "ab Sommer das 6-Gang-Schaltgetriebe MB6 für alle Fahrzeugmarken der Groupe PSA zu produzieren". Dieses solle am Standort ein "gutes Aktivitätsniveau sichern".

In so gut wie jedem Opel sind Komponenten aus Wien verbaut

Nach wie vor findet sich in Wien-Aspern die einzige Produktionsstätte von Opel in Österreich. Die sorgt dafür, dass in 90 Prozent aller neu zugelassenen Opel in Europa ein Teil aus Österreich verbaut ist. Der Überblick:
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(red mit apa)

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