Infrastruktur

ÖBB und Industriellenvereinigung fordern neues milliardenschweres Tunnelprojekt

Der Koralmtunnel und der Semmeringtunnel sind in Bau - beide Projekte nicht unumstritten und viele Milliarden Euro schwer. Jetzt fordert die steirische Industriellenvereinigung gemeinsam mit den ÖBB auch den Ausbau der Phyrn-Schober-Achse.

Neben Koralm- und Semmeringtunnel - beide im Bau - soll nach den Vorstellungen von ÖBB und IV auch die Phyrn-Schober-Achse ausgebaut werden. Das gaben Andreas Matthä, ÖBB-Vorstandsvorsitzender und Georg Knill, Präsident der steirischen Industriellenvereinigung bekannt. Der neue Bosruck-Eisenbahntunnel zwischen der Steiermark und Oberösterreich könnte 2040 fertig sein.

Den ÖBB kann es nicht schnell genug gehen

"2040 klingt lange, aber die Planung muss rasch eingeleitet werden", so Matthä in einem Pressegespräch. Der Tunnel habe als Projekt überregionale Bedeutung: Die Verbindung von Südosteuropa mit den zentralen Marktregionen der EU würde wesentlich verbessert und Österreich erhielte zugleich über diese Achse einen Zugang zu den Häfen Triest, Koper, Rijeka und Piräus sowie nach Istanbul.

Wann jedoch konkret mit der Planung und dem Bau begonnen wird und welche Kosten genau anfallen, ist unklar. Es gibt laut Matthä zwar bereits Kostenschätzungen, aber er ziehe es vor, zunächst genauer in die Planung zu gehen, bevor diese genannt werden. Es würde noch "einige Jahre" dauern, bis die Erkundungsbohrungen beendet seien, auf deren Basis sollen dann die genauen Kosten ermittelt werden. Von der Bundesregierung würde der neue Tunnel jedenfalls unterstützt, so Matthä.

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Auch die Rolle der Schiene im Kampf gegen den Klimawandel sprachen Knill und Matthä an. Die Schiene sei eine Chance, die CO2-Emissionen in Österreich wesentlich zu reduzieren, dazu müsse das Angebot jedoch wettbewerbsfähig mit der Straße und auch dem Fliegen werden. Ganz Europa betreffend wünscht sich Matthä außerdem eine bessere Vernetzung bei den Bahnen. Ein koordinierter Ausbau, eine Vernetzung und Harmonisierung der Infrastruktur seien erforderlich. "Es muss am Schluss so einfach sein mit einem Zug durch Europa zu fahren, wie es aktuell mit einem Lkw ist", sagte Matthä. (apa/red)

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