Elektroindustrie

Nächster Milliardendeal bei ABB: Schweizer kaufen das Industriegeschäft von GE

Der Schweizer Industrieriese ABB vergrößert sein Geschäft mit Elektrobauteilen und Stromaggregaten. Der Deal mit dem Konkurrenten General Electric ist 2,6 Milliarden Dollar schwer.

Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB vergrößert mit einem milliardenschweren Zukauf sein Geschäft mit Elektrobauteilen und Stromaggregaten. Der Konzern aus Zürich übernimmt für 2,6 Mrd. Dollar (2,2 Mrd. Euro) die Sparte GE Industrial Solutions vom US-Rivalen General Electric. Die Transaktion werde vom ersten Jahr an den Gewinn je Aktie steigern, teilte ABB mit.

"Mit der Übernahme von GE Industrial Solutions werden wir unsere Position als weltweite Nummer 2 in der Elektrifizierung stärken und unseren Zugang zum attraktiven nordamerikanischen Markt verbessern", erklärte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer.

ABB hat bereits mehrere Anläufe dazu unternommen: Neuer Anlauf: ABB will die Industriesparte von General Electric >>

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Eckdaten zu dieser Sparte

Industrial Solutions bietet unter anderem Anlagen zur Verteilung von Strom sowie Antriebstechniken an. Die GE-Sparte kam vergangenes Jahr auf einen Umsatz von rund 2,7 Mrd. Dollar und eine operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von etwa 8 Prozent. ABB erwartet, dass der Deal im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden kann und stellt ab dem fünften Jahr jährliche Kosteneinsparungen von 200 Mio. Dollar in Aussicht.

Rentabilität dürfte sinken

Spiesshofer rechnet mit Kosten von 400 Mio. Dollar. Anfangs wird der Zukauf zudem die Rentabilität des Geschäftsbereichs Elektrifizierungsprodukte schmälern: Spätesten 2020 soll die Ebitda-Marge der Sparte aber wieder in der angepeilten Bandbreite von 15 bis 19 Prozent liegen.

Der Abschluss der Übernahme wird in der ersten Jahreshälfte 2018 erwartet. Teil der Vereinbarung ist, dass ABB die Marke GE nutzen darf. Wegen des Zukaufs will ABB den Rückkauf eigener Aktien vorübergehend aussetzen. Die Schweizer wollen bis 2019 eigene Titel für bis zu 3 Mrd. Dollar zurückkaufen.

Im April hatte der Konzern den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer übernommen, um den Rückstand auf den Rivalen Siemens zu verkürzen. Der Kaufpreis wurde von Branchenkennern auf 1,8 Mrd. Euro geschätzt.

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Die Übernahme der GE-Sparte hatte sich bereits abgezeichnet. Die US-Amerikaner sind seit Jahren dabei, das Geschäft zu straffen und haben unter anderem die Bereiche Haushaltsgeräte und Medien verkauft. Zusätzlicher Druck kommt von Nelson Peltz vom Hedgefonds Trian Fund, der eine Konzentration auf das Industriegeschäft sowie Kostensenkungen fordert.

ABB dagegen hatte sich Forderungen des aktivistischen Investors Cevian, die Stromnetzsparte zu verkaufen, widersetzt und setzt auf einen Ausbau. (APA/Reuters/sda/red)

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