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Lufthansa fixiert die Übernahme von Air Berlin - FlyNiki wandert zu Eurowings

Die Übernahme eines großen Teils der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch die Lufthansa ist fixiert - und damit auch die Zukunft der österreichischen Linie FlyNiki. Das Angebot von Niki Lauda konnte offenbar nicht überzeugen. FlyNiki wird in die Konzerntochter Eurowings integriert.

Zwei Monate nach der Pleite ist die Übernahme eines großen Teils der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin durch die Lufthansa unter Dach und Fach. Damit gehen voraussichtlich bis Jahresende 81 der zuletzt gut 130 Flugzeuge der Air-Berlin-Flotte an Eurowings.

Air Berlins lukrative österreichische Konzerntochter Niki (FlyNiki) und der Regionalflieger LGW, die beide nicht insolvent sind, gehen damit auch an Eurowings.

Eurowings, die Billigflugtochter des deutschen Marktführers Lufthansa, soll auch die 38 Maschinen, die Lufthansa bereits inklusive Besatzungen von Air Berlin gemietet hat, übernehmen.

Österreichische Gewerkschafter: Ein guter Tag - mit vielen offenen Fragen

"Für die Beschäftigten von Niki ist heute ein guter Tag", so der Kommentar von Peter Stattmann, Geschäftsführer von GPA-djp, der österreichischen Gewerkschaft für Privatangestellte. "Jubel ist aber nicht angebracht, es müssen einige offene Fragen geklärt werden", so Stattmann weiter. Die Lufthansa sei zwar ein starker Partner, aber es gäbe viele Details, die erst geklärt werden müssen.

Die wichtigste Frage nach der Übernahme

Die Gewerkschaft äußerte die Hoffnung, dass es keine negativen Änderungen für Mitarbeiter gebe und der neue Eigentümer eine "mittelfristige Garantie dafür" abgebe, dass "alle Arbeitsplätze und Verträge aufrecht bleiben", so der Chef des Betriebsrats, Stefan Tankovits.

Zentral für die Beschäftigten sei die Frage, wo die Flugzeuge zukünftig stationiert sein werden. "Natürlich wäre es wichtig, unsere Heimatbasis behalten zu können. Der Wunsch der Beschäftigten, mit dem

Niki Lauda enttäuscht

Der ehemalige Formel-1-Weltmeister und Pilot Niki Lauda hatte den Ferienflieger "flyniki" 2003 gegründet, 2004 beteiligte sich die Air Berlin. 2011 stieg Lauda komplett aus der Airline aus.

Nach der Air Berlin-Insolvenz bot Lauda mit einem Konsortium für eine Rückübernahme von Niki. Die Exklusiv-Verhandlungen der Gläubiger mit der Lufthansa kommentierte er enttäuscht und warnte vor einer zu großen Dominanz der deutschen Airline.

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Lufthansa kehrt endgültig nach Berlin zurück

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach in Berlin von einem "echten Meilenstein in der Geschichte von Lufthansa"

"Heute in wenigen Stunden mit der Unterschrift wird die Lufthansa-Gruppe endgültig wieder zum Heimatcarrier für Berlin." Schließlich sei die Kranich-Airline 1926 in Berlin gegründet worden. Um 12.00 Uhr sei ein Notartermin vereinbart.

Spohr setzt darauf, dass es bis Ende des Jahres grünes Licht von der EU-Kommission für die kartellrechtliche Prüfung gibt.

Air Berlin verhandelte neben der Lufthansa auch mit der britischen Billigfluglinie Easyjet über einen Teilverkauf. Spohr geht nach eigenen Worten aber nicht davon aus, dass es heute weitere Abschlüsse gibt. Easyjet lehnte einen Kommentar dazu ab. (red/Reuters/APA)