Schifffahrt

Linzer Hafen: Mehr Gewinn trotz der langen Hitzeperiode 2018

Der Linzer Hafen hat im Vorjahr Umsatz und Gewinn um rund ein Fünftel gesteigert - und das, obwohl die Pegelstände an der Donau wegen des Klimawandels auf historische Tiefststände gesunken sind.

Linz AG Schifffahrt Ergebnisse Donau Standort Oberösterreich

Trotz Niedrigwassers im Rekordhitzesommer 2018 hat der Linzer Hafen des städtischen Versorgers Linz AG 2018 Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Verkaufserlöse erhöhten sich den Unternehmensangaben zufolge gegenüber dem Jahr davor von 44,7 Mio. auf 50,2 Mio. Euro; das Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte um 19 Prozent auf 4,4 Mio. Euro, nachdem es 2017 um 18,8 Prozent eingebrochen war.

Die Gesamtbetriebsleistung des Linzer Hafen - nach eigenen Angaben der größte Binnenhafen an der oberen Donau - stieg um 45.879 Tonnen auf knapp 2,82 Mio. Tonnen, wie aus den Presseunterlagen zur Bilanz hervorgeht. Vor allem die Geschäftsfelder Transportlogistik, Lagerlogistik, Containerterminal sowie Vermietungen entwickelten sich positiv. Der Containerumschlag stieg um 7,3 Prozent auf fast 224.172 Standardcontainer (Twenty-foot Equivalent Unit, TEU).

Dazu:
Klimaerwärmung drückt Verkehr auf der Donau auf den tiefsten Stand seit 1993 >>

White Paper zum Thema

Allerdings bescherten der trockene Sommer des Vorjahres und damit verbundene Einstellungen des Schiffsverkehrs auf der Donau auch Einbußen. So fiel der Gesamtwasserumschlag des Handels- und Tankhafens mit 567.738 Tonnen um 20,8 Prozent niedriger aus als 2017, heißt es weiters. Nur 556 Schiffe liefen im vergangenen Jahr die beiden Linzer Häfen an, um 141 weniger als im Jahr zuvor. Aber auch den Rückgang im Düngemittelbereich durch die Sanierung bzw. Abstellung der Anlagen macht der Hafen für diese rückläufige Entwicklung verantwortlich. Weiterhin nur schleppend laufe auch der Transport von Mineralöl auf dem Wasserweg. So blieb der Umschlag im Tankhafen nach wie vor mit nahezu unverändert 265.217 Tonnen eher niedrig.

Ende April 2019:
Österreich steht schon jetz am Rande einer Dürrekatastrophe >>

Mit 11,5 Millionen Euro wurde im vergangenen Geschäftsjahr um 4,5 Mio. Euro mehr investiert. Das Geld floss hauptsächlich in den Umbau der Hafendirektion sowie in das "Projekt Neuland". Das Vorhaben soll das Linzer Hafenviertel in den kommenden Jahren zu einem urbanen Treffpunkt von Öffentlichkeit und Freizeit mit Gewerbe und Industrie entwickeln. Ein "Hafenportal" sowie ein "Hafenturm" sollen gebaut werden. Eine Freizeit- und Erlebniszone, die mit einer Fläche von 10.000 Quadratmetern um nur 3.000 Quadratmeter kleiner sein wird als der Linzer Hauptplatz, eine Aussichtsplattform, Büros, Gastronomie, Handelsbetriebe, ein Hotel, Tiefgaragen sowie ein Parkhaus sollen auch unter Mitwirkung von privaten Investoren entstehen.

Für das laufende Rechnungsjahr erwartet sich der Linzer Hafen ein hohes Auslastungsniveau im Bereich Lagerlogistik. Der Containerumschlag entspreche bisher der stagnierenden Wirtschaftsentwicklung. (apa/red)

Rückblick zum Vorjahr:
Katastrophen 2018: "Jede Region Österreichs war betroffen" >>  
Verbund berichtet über "historisch niedrige Wasserführung" >>
  
Auf die Industrie entfällt der Löwenanteil des Wasserverbrauchs in Österreich >>