Aluminiumindustrie

Höhere Alupreise: Amag legt ein starkes erstes Halbjahr hin

Vor allem dank der höheren Aluminiumpreise hat der oberösterreichische Metallverarbeiter seine Ergebnisse im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Amag profitiert aber auch von neuen Aufträgen von Autobauern und aus der Luftfahrtindustrie.

Der börsenotierte Aluminiumkonzern Amag hat dank höherer Alupreise ein starkes erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 535,4 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (EBITDA) kletterte im Vergleich zur Vorjahresperiode um 26 Prozent auf 92,4 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet die Amag ein EBITDA zwischen 150 und 160 Mio. Euro.

Die Segmente Metall und Walzen als Treiber

Allein der höhere Aluminiumpreis ließ das operative Ergebnis im ersten Halbjahr um 14,4 Mio. Euro ansteigen. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 37,6 Mio. Euro, nach 25,9 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Zuwächse beim Absatz wurden in allen Geschäftsfeldern verzeichnet.

Wesentlicher Ergebnistreiber war das Segment Metall, auch im Segment Walzen gab es einen "schönen Anstieg im operativen Ergebnis", sagte Finanzvorstand Gerald Mayer bei der Präsentation der Halbjahreszahlen vor Journalisten in Wien.

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"Modernstes Kaltwalzwerk in Europa"

Gute Geschäfte erhofft sich der Chef der Amag Austria Metall AG, Helmut Wieser, langfristig vor allem durch die weltweit höhere Nachfrage der Autohersteller und der Flugzeugindustrie. Die Nachfrage nach Aluminiumblechen für die Autoindustrie soll sich in den kommenden fünf Jahren verdoppeln, sagte Wieser. Auch die Luftfahrtindustrie soll die Amag-Kassen klingeln lassen: Bis 2036 sollen weltweit 41.000 neue Flugzeuge gebaut werden.

Das neue Kaltwalzwerk, "das modernste in Europa", wurde plangemäß am 22. Juni 2017 in Betrieb genommen und soll den Umsatz weiter ankurbeln. Durch den Ausbau könne nun die komplette Palette für die Automobilindustrie angeboten werden: Amag eröffnet modernstes Aluminium-Kaltwalzwerk Europas >>

In den vergangenen zehn Jahren hat die Amag insgesamt 1 Mrd. Euro investiert, 90 Prozent davon in Österreich. "Wir haben fast 500 Leute in den letzten Jahren eingestellt", so Wieser. Der Standort Österreich würde bei den Kunden gut ankommen, trotzdem wünsche er sich von der Politik etwas mehr Anerkennung und einen Ausbau der Infrastruktur.

Schwierigkeiten bei der Suche nach neuen Mitarbeitern

Die Amag-Gruppe mit Sitz in Ranshofen (OÖ) beschäftigt weltweit um die 2.000 Mitarbeiter, davon rund 1.700 in Österreich. Passendes Personal zu finden, ist "keine gemähte Wiese", so Mayer. Aber die Amag tue sich seit dem Börsengang leichter, auch die öffentliche Aufmerksamkeit helfe. Kleinere, unbekanntere Unternehmen hätten es da sicher schwerer.

Von etwaigen Handelsbeschränkungen durch US-Präsident Donald Trump zeigt sich der Amag-Chef unbeeindruckt. Die USA seien auf Importe angewiesen, die Amag stehe mit ihrer Beteiligung an der Elektrolyse Alouette in Kanada gut da. Denn: Eine neue Elektrolyse zu bauen, würde gut zehn Jahre dauern. Da ist Trump wohl nicht mehr Präsident, so Wieser.  (apa/red)

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