Energiewirtschaft

"Fulminantes Quartal": Siemens trotzt der Flaute am Weltmarkt

Der deutsche Technologieriese kann mit einem starken vierten Quartal der Flaute auf vielen Märkten weltweit trotzen. Gut abgeschnitten haben zuletzt die Medizintechniksparte Healthineers sowie Digital Industries. Die Prognose bleibt trotzdem vorsichtig.

Mit einem starken vierten Quartal hat sich Siemens gegen die weltweite Konjunkturflaute gestemmt. Der Konzern, der sich in einer der größten Umbruchphasen seiner Geschichte befindet, steigerte Umsatz und operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2019, wie aus den vergangene Woche in München vorgelegten Zahlen hervorgeht.

Medizintechnik und Digitalisierungssparte überdurchschnittlich

Vor allem das bereits teilweise an die Börse gebrachte Medizintechnikgeschäft Healthineers und die Digitalisierungssparte Digital Industries liefen zuletzt gut. "Die Abschwächung der Weltwirtschaft hat sich im Lauf des Geschäftsjahrs 2019 deutlich beschleunigt", sagte Siemens-Chef Joe Kaeser. Dazu: Siemens Healthineers legt beim Jahresgewinn deutlich zu >>

Dennoch sei das vierte Quartal "fulminant" gewesen. Insgesamt konnte Siemens im Geschäftsjahr, das von Oktober 2018 bis September 2019 ging, den Umsatz um 5 Prozent auf 86,8 Mrd. Euro steigern. Der Gewinn nach Steuern lag mit 5,6 Milliarden zwar um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings hatte es im vergangenen Jahr positive Sondereffekte in Milliardenhöhe gegeben.

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2020 weiter Gegenwind erwartet

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Siemens weiter Gegenwind von der Weltwirtschaft und rückläufigen Märkte. Dennoch will der DAX-Konzern den Umsatz moderat steigern, was typischerweise ein Plus von 3 bis 5 Prozent bedeutet. Zum operativen Ergebnis des Unternehmens gab Siemens keine konkrete Prognose ab. Die für das Ergebnis je Aktie angegebene Spanne deutet allerdings tendenziell nach oben.

Siemens Energy: Abspaltung nach Plan

Wichtiger als die genauen Zahlen dürfte in den kommenden zwölf Monaten allerdings der Konzernumbau in Struktur und Führung sein. So soll das Energiegeschäft, das aus der heutigen Sparte Gas and Power sowie der Mehrheitsbeteiligung an Siemens Gamesa besteht, im Frühjahr als Siemens Energy abgespalten und voraussichtlich im September an die Börse gebracht werden. Dies werde unabhängig von der Entwicklung der Kapitalmärkte geschehen, betonte Finanzchef Ralf Thomas. "Wir sind nicht abhängig davon, ob die Börse gut gelaunt ist", betonte er.

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Medien fragen nach der verbliebenen Amtszeit

Die andere große Frage bleibt, wie lange Siemens-Chef Joe Kaeser noch an der Spitze des Unternehmens stehen wird. Sein Vertrag endet Anfang 2021 und sein Nachfolger Roland Busch läuft sich bereits in der neu geschaffenen Position eines stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden warm. Eine offizielle Entscheidung über die Nachfolge soll im Sommer kommenden Jahres getroffen werden.

Kaeser reagierte leicht genervt auf zahlreiche Nachfragen, ob er über seinen aktuellen Vertrag verlängern könnte. Mehr als dass er in fünf Jahren nicht mehr Siemens-Chef sein werde, und Busch nicht nur auf Bewährung stellvertretender Vorstandsvorsitzender sei, wollte er allerdings nicht zum Thema sagen. (dpa/apa/red)

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