Automobilindustrie

Fiat: Fusion mit Peugeot kommt trotz Klage von GM noch heuer

Fiatchrysler will sich nicht von General Motors von der Fusion mit Peugeot aufhalten lassen. Mit der Klage wolle der amerikanische Konkurrent die Fusion zwar torpedieren, das sei aber kein Grund zur Sorge, heißt es.

Fiatchrysler will sich auf seinem Weg zu einem Zusammenschluss mit Peugeot nicht von einer Klage des Rivalen General Motors (GM) aufhalten lassen. Fiatchrysler-Chairman John Elkann sagte vergangene Woche, bis Jahresende könne ein verbindliches Memorandum unterzeichnet werden.

Die Klage des US-Konkurrenten "ist absolut unbegründet und macht uns keine Sorgen", betonte der Ururenkel des Fiat-Gründers Gianni Agnelli senior. GM war am Mittwoch wegen angeblicher Bestechung von Gewerkschaften gegen den US-italienischen Konzern vor Gericht gezogen. Fiatchrysler erklärte, es dränge sich der Verdacht auf, die Klage solle die Fusion mit den Franzosen torpedieren.

Die Vorbereitungen der Konzernhochzeit liefen auf beiden Seiten gut, sagte Elkann. Fiatchrysler und PSA wollen sich zum viertgrößten Autobauer nach Volkswagen, Toyota und Renault-Nissan zusammenschließen. Sie würden damit GM überrunden. GM selbst hatte vor einigen Jahren den damaligen Fiatchrysler-Chef Sergio Marchionne abblitzen lassen, als dieser eine Fusion vorschlug.

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Die Vorwürfe von GM

GM wirft Fiatchrysler in der nun eingereichten Klage vor, dass sich das Unternehmen noch unter der Ägide des inzwischen verstorbenen Marchionne bei Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) einen unfairen Vorteil verschafft habe. So habe der Konzern durch ein "System illegaler Machenschaften" niedrigere Löhne zahlen und mehr Zeitarbeitskräfte einsetzen können als GM. Der Fall habe mit dem geplanten Zusammenschluss von Fiatchrysler mit dem französischen Unternehmen nichts zu tun, betonte GM.

Dazu:
GM klagt Fiatchrysler wegen angeblicher Bestechung >>

Fiatchrysler-Chef Mike Manley zeigte sich in einer Reuters vorliegenden Mitteilung an die Belegschaft überrascht sowohl vom Inhalt als auch vom Zeitpunkt der Klage. "Wir können nur annehmen, dass sie den geplanten Zusammenschluss mit PSA beeinträchtigen soll." Das Unternehmen werde sich entschieden zur Wehr setzen und sich nicht bremsen lassen. PSA lehnte eine Stellungnahme ab. (reuters/apa/red)

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