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Elektroautos und Kinderarbeit: Daimler will neue Standards für Kobalt

Kobalt und Lithium sind unverzichtbare Rohstoffe beim Bau von Batterien für Elektroautos - und ihre Förderung ist oft mit massiven Menschenrechtsverletzungen und einer schweren Umweltzerstörung verbunden. Aktuell entspreche keine einzige Kobalt-Mine den Mindesstandards, heißt es bei Daimler.

Daimler will einem Industriestandard gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung bei den für E-Auto-Batterien noch unverzichtbaren Rohstoffen Kobalt und Lithium zum Durchbruch verhelfen. Ziel sei es, nur noch Rohstoffe aus zertifiziertem Abbau einzusetzen, erklärte bei Daimler Entwicklungschef Markus Schäfer.

Neben Leitlinien der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit sollen Daimlers Batteriezelllieferanten wie Catl aus China den 2018 beschlossenen Standard für verantwortungsvollen Bergbau der Organisation IRMA (Initiative for Responsible Mining Assurance) garantieren. Der Standard stehe am Beginn der industrieweiten Anwendung, die Daimler aktiv fördern wolle.

Keine einzige Kobalt-Mine entspricht heutigen Standards

Der Prozess geht aber langsam: "Stand heute gibt es noch keine Kobaltminen, die nach dem IRMA Standard für industriellen Bergbau zertifiziert sind", erklärte Daimler. Ein großer Teil des Kobalts wird in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen. Menschenrechtsorganisationen prangern dort Kinderarbeit und die Ausbeutung von Arbeitskräften an. Der Autobauer spricht von "anspruchsvollen Gegebenheiten".

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Im Kongo könne nur eine begrenzte Anzahl von Kobaltminen schrittweise zertifiziert werden. Dass die unter kritikwürdigen Bedingungen geförderten Rohstoffe trotzdem eingesetzt werden, begründet der Autobauer mit der Rücksicht auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der Menschen vom Bergbau.

"Kritische Herkunftsländer werden dabei bewusst nicht generell als Bezugsquelle ausgeschlossen", erklärte das Unternehmen. Der Ansatz ziele darauf ab, die Situation vor Ort für die Menschen zu verbessern und deren Rechte zu stärken. Das Prinzip "Befähigung vor Rückzug" werde auch von Nichtregierungsorganisationen, Politik und Interessensgruppen empfohlen. (reuters/apa/red)

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