Klimawandel

EAG reagiert auf schwere Unwetter: Kabel statt Freileitungen

Das schwere Unwetter vor wenigen Tagen hat die Stromversorgung für 150.000 Haushalte in Oberösterreich lahmgelegt. Manche Reparaturen dauern bis heute an. Versorger EAG reagiert bereits auf die zunehmende Häufigkeit der schweren Stürme.

Energie AG Energieversorger Standort Oberösterreich Infrastruktur

Die Energie AG Oberösterreich (EAG) beziffert den Schaden nach dem Sturm, der am 18. und 19. August mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern über das Land gezogen ist, mit mehr als 2,5 Millionen Euro. Das berichtete das Unternehmen. Die orkanartigen Böen rissen etliche Bäume aus und richteten vor allem im Inn- und Mühlviertel schwere Schäden an den Leitungen an.

Das Stromnetz war an rund 150 Stellen unterbrochen, vor allem Mittel- und Niederspannungsleitungen. Der Großteil der rund 150.000 betroffenen Haushalte konnte binnen weniger Stunden wieder mit Strom versorgt werden, berichtete EAG-Generaldirektor Werner Steinecker. Die Vollversorgung war rund 36 Stunden nach dem Sturm wiederhergestellt. Rund 200 Mitarbeiter standen dafür im Einsatz.

EAG setzt jetzt auf Verkabelung

Positiv hat sich laut Energie AG das nahezu abgeschlossene Verkabelungsprogramm auf der Mittelspannungsebene ausgewirkt, das nach den Stürmen "Kyrill" und "Emma" in den Jahren 2007 und 2008 gestartet worden war und im Rahmen dessen u.a. 470 Kilometer Freileitungen verkabelt wurden.

Ohne diese Maßnahmen wäre die Zahl der betroffenen Kunden "sicher um bis zu 100.000 höher gelegen", schätzte Technikvorstand Stefan Stallinger. Derzeit werden nach wie vor einige Gebiete durch Ersatzschaltungen und -leitungen versorgt. Laut EAG werden die Arbeiten bis zum vollständigen Wiederaufbau des Stromnetzes noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Schäden in ganz Österreich

Das Unwetter hatte im gesamten Bundesland etliche Bäume entwurzelt sowie Häuser, Straßen, Autos und Stromleitungen beschädigt. In St. Johann am Walde im Bezirk Braunau stürzte ein Festzelt ein. Dieses Unglück forderte zwei Tote und rund 120 zum Teil Schwerverletzte. (apa/red)

Zum Thema Klimawandel:

Was beim Klimaschutz überhaupt noch erreichbar ist >>

Forscher: Ohne doppelt so hohe Investitionen in Erneuerbare ist Klimawandel nicht zu stoppen >>