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Bundesverwaltungsgericht genehmigt dritte Piste am Flughafen Wien

Die sehr umstrittene dritte Landebahn am Flughafen Wien nimmt eine wichtige Hürde - doch die Entscheidung ist noch nicht endgültig. Das BVwG nennt strenge Auflagen für den Bau. Parteiübergreifend kommt von SPÖ, ÖVP und FPÖ deutliche Zustimmung.

Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) genehmigt den Bau der umstrittenen 3. Piste am Flughafen Wien - allerdings unter deutlichen Auflagen, und das letzte Wort ist auch noch nicht gesprochen. Nun könnte noch das Höchstgericht angerufen werden, außerdem muss der Flughafen klimaneutral werden, teilte das BVwG mit.

Hier haben wir die Reaktionen zur dritten Piste zusammengefasst 

Verfassungsgerichtshof: Frühere Ablehnung zum Teil willkürlich

Vorausgegangen war ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) vom Juni des Vorjahres, wonach die Ablehnung der 3. Piste durch das BVwG falsch und zum Teil willkürlich gewesen sei und das BVwG die Sachlage nochmals zu prüfen habe. Zum heutigen Urteil des Bundesverwaltungsgericht teilte das Gericht mit: "Eine ordentliche Revision wurde zugelassen."

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Im Rückblick:
Gericht weist Baubegehrlichkeiten am Wiener Flughafen ab >>

Der BVwG nannte auch die Auflagen für den Bau: Es muss gewährleistet sein, dass innerhalb von fünf Jahren nach Inbetriebnahme der neuen Piste eine CO2-Neutralität des Flughafens erreicht wird.

Weiters heißt es: "Bereits vor Inbetriebnahme der 3. Piste sind Maßnahmen zu setzen, die eine Reduktion der CO2-Emissionsmengen um 30.000 Tonnen zur Folge haben. Diese Maßnahmen haben sich auf die Sparten Abfertigung, Triebwerk-Probeläufe oder etwa die stationäre Infrastruktur zu beziehen. Zur Reduktion des Fluglärms wurden deutlich strengere Grenzwerte für den Tag und für die Nacht vorgeschrieben."

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Begeisterung bei der Politik

Trotzdem zeigten sich der Flughafen Wien sowie Wiener und niederösterreichische Politiker von dem Urteil begeistert. "Damit wird ein zukunftsweisender Schritt zur Stärkung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Österreich gesetzt und dem Luftfahrtstandort Wien eine attraktive Wachstumsperspektive gegeben", so der Flughafen in einer ersten Reaktion.

Flughafenchefs: Einsprüche sind denkbar

Allerdings gibt das Flughafenmanagement zu bedenken, dass die Sache möglicherweise noch nicht ausgestanden ist: "Die im Erkenntnis enthaltenen umfangreichen Auflagen müssen nun auf ihre sachliche und rechtliche Grundlage geprüft werden. Abzuwarten gilt es auch, ob Projektgegner gegen diese Entscheidung die Höchstgerichte anrufen, die Frist dafür beträgt sechs Wochen. Davon hängt auch ab, wie sich der weitere Zeitplan für das Projekt gestalten wird, jedenfalls ist ein Realisierungsbeschluss erst möglich, wenn endgültige Rechtssicherheit besteht."

Die Gegner der 3. Piste hatten jedenfalls schon in der Vergangenheit klargestellt, dass sie sich nicht so leicht geschlagen geben werden, falls das Bundesverwaltungsgericht nicht in ihrem Sinne entscheidet.

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Strache, Brauner und Mikl-Leitner dafür

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) begrüßte heute die BVwG-Entscheidung zugunsten der 3. Piste, die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem "guten Tag für den Wirtschaftsstandort". Die Wiener Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) meinte, dass das grüne Licht eine "gute Nachricht für die gesamte Wirtschaftsregion ist".

Wien und Niederösterreich sind an dem Flughafen mit beteiligt. Außerdem ist die australische Finanzfirma IFM mit an Bord.

(apa/red)

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