Smart Factory

Best Practices: Was macht eine Fabrik smart?

Gronbach hat beim Wettbewerb Fabrik2021 in der Kategorie Smart Factory gewonnen. Was man sich von dem Gerätebauer aus Tirol abschauen kann. Über Produktionssysteme, Poka Yoke und Automatisieurung.

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Zum mittlerweile 11. Mal veranstalteten diesen Herbst das Industriemagazin und Fraunhofer Austria Österreichs wohl härtesten Wettbewerb in Sachen Produktion. Fünf Unternehmen trafen im Finale von Fabrik2021 aufeinander. 

Erfahren Sie in dieser Serie, was von den Siegern in den Kategorien Efficient Factory, Smart Factory und Green Factory übernommen werden kann. Lesen Sie alles über den besten Shopfloor, Best Practices, die wichtigsten Benchmarks und potenzielle Handlungsfelder.

Gronbach holt den Sieg in der Kategorie Smart Factory! 

Was macht Gronbach?

Der Gerätebauer mit Hauptsitz in Tirol verarbeitet Metall und Kunststoff, fertigt Oberflächen und entwickelt Gebläsesysteme. Das Unternehmen beliefert verschiedenste Industrien mit Baugruppen und Komplettgeräten – Automotive, Gewerbliches Kochen und viele mehr. Ein bekannter Abnehmer ist zum Beispiel der deutsche Lüftungstechniker Bora. Geführt wird es vom Inhaber Wilhelm Gronbach.

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Was macht der Gerätebauer so gut?

Bei Gronbach will man nicht nur den state of the art erfüllen, sondern sich immer weiter bessern. Wenn Alexander Weweck, Standortchef in Niederndorf bei Kufstein, Produktionsexzellenz und Digitalisierung vorantreiben will, stößt er damit niemanden vor den Kopf, sondern findet Gehör. Das merkt man sowohl an den Prozessabläufen als auch den resultierenden Endgeräten.

Wilhelm, Gronbach © Matthias Heschl

Wofür steht das Unternehmen?

1. Das Toyota-Produktionssystem – auch, wenn es nicht um Autos geht, sondern um Kochfelder und Dunstabzüge. Laut Gronbach haben externe Berater dem Werk sogar die Werte eines Tier-2-Lieferanten in der Automotivindustrie attestiert.

2. Poka Yoke, ein japanischer Begriff für das Konzept der ständigen Qualitätsverbesserung durch Vermeidung unbeabsichtigter Fehler.

3. Kurze Wege im Einzelstückfluss. Die Linien lassen sich multifunktional – also mit unterschiedlichsten Produktaufträgen – füttern. Vieles fließt bereits im Wertstrom. Das Ziel: „Prozesse stets von Rampe zu Rampe zu betrachten“, so Florian Brunnhuber, Lean Manager und Prozessgestalter bei Gronbach.

Was macht Gronbach anders?

Bei der Automatisierungstechnik geht der Supplier eigene Wege – und nicht unbedingt jeder Prozess wird automatisiert. Das vorgelagerte Kleben und Fügen ist hochautomatisiert. Hier kommen Roboter zum Einsatz – künftig vielleicht sogar kollaborative, diese werden gerade evaluiert. Das Assemblieren erfolgt aber größtenteils manuell. Die Werkführung erfolgt digital.

Wohin führt die Reise?

2018 wurde das Werk flächenmäßig erweitert, doch ein weiterer Ausbau ist geplant. In Michalovce, in der Ostslowakei, gibt es ein zweites Werk innerhalb der Division Appliances. Dieser Standort ist größer und ebenfalls auf Gerätebau spezialisiert. Es ist das bevorzugte Werk für personalintensive Tätigkeiten wie Lasern, Abkanten und Pressen. Hier wird auch der größere Expansionsspielraum gesehen.

Lesen Sie am Donnerstag, von welchem Unternehmen man sich in Sachen Effizienz eine Scheibe abschneiden kann! Wieder auf industriemagazin.at!