Wirtschaftspolitik

Berlin will strategisch wichtige Firmen besser vor fremden Übernahmen schützen

In Europa gehen Investoren aus Übersee systematisch in zukunftsträchtigen Industriebranchen auf Einkaufstour - vor allem in Ländern wie Deutschland und Österreich. Nachdem die Regierung Merkel sehr lange gezögert hat, ringt sie sich nun zu ersten zaghaften Schritten durch.

Die deutsche Regierung will einem Bericht zufolge verhindern, dass strategisch bedeutende Firmen von ausländischen Unternehmen aufgekauft werden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, will sich die Regierung künftig ein Vetorecht vorbehalten. Dies gehe aus einer Verordnung des deutschen Wirtschaftsministeriums hervor, die das Kabinett diese Woche billigen solle.

In Österreich haben sich zuletzt zwei Topmanagerinnen dahingehend geäußert:

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In Deutschland soll in Zukunft der Bund Firmenübernahmen verbieten können, wenn er sogenannte kritische Infrastrukturen in Gefahr sieht - wie Stromnetze oder Wasserversorgung sowie Software von Krankenhäusern, Bahnhöfen oder Flughäfen. Auch für Firmen, die Zugriff auf Daten haben, die in Clouds abgelegt wurden, sollen der Zeitung zufolge künftig schärfere Übernahmeregeln gelten. Wichtiges Fachwissen soll nicht durch Übernahmen verloren gehen.

Stärkerer Schutz von Infrastruktur und Fachwissen

Die Verordnung ist eine Reaktion auf die Übernahme des Augsburger Roboterherstellers Kuka im vergangenen Jahr. Damals hatte der chinesische Haushaltswarenhersteller Midea schrittweise die Mehrheit an dem Mittelständler erworben. Die Übernahme des deutschen Spezialunternehmens war hochumstritten, weil Roboter zunehmend im Zentrum von Fabriken stehen.

Aufsehen verursachte auch der Fall des Aachener Maschinenbauers Aixtron, der ebenfalls von chinesischen Investoren aufgekauft werden sollte. Seine Übernahme scheiterte an den USA, die "Risiken für die nationale Sicherheit" geltend machten und die Übernahme der dortigen Aixtron-Tochter untersagten.  (afp/apa/red)

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