Pöttinger Landmaschinen : Pöttinger unter Druck: Deutlicher Umsatzeinbruch und temporäre Kurzarbeit
Der Landmaschinenhersteller Pöttinger, mit Hauptsitz in Grieskirchen, Oberösterreich, musste im Geschäftsjahr 2023/24, das am 31. Juli endete, einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen. Der Umsatz sank von 641 Millionen Euro im Vorjahr auf 491 Millionen Euro. Trotz dieser Einbußen wurde der Personalstand beibehalten, obwohl zwischenzeitlich 200 Mitarbeitende arbeitslos gemeldet waren.
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In den Geschäftsjahren 2021/22 und 2022/23 hatte Pöttinger noch starke Umsatzsteigerungen von 25 Prozent bzw. 27 Prozent verzeichnet. Obwohl der aktuelle Umsatz deutlich unter dem von 2022/23 liegt und leicht unter dem von 2021/22 (506 Millionen Euro), übertrifft er dennoch die Werte der Jahre davor. Gregor Dietachmayr, der Sprecher der Geschäftsführung, äußerte sich zu den kommenden Monaten: "Wir holen in der Zeit von September bis Dezember die Aufträge von unseren Partnern im Landtechnik-Fachhandel ein. Nach dieser Phase werden wir ein besseres Bild davon haben, wie das eben begonnene Geschäftsjahr verlaufen wird."
200 Beschäftigte Arbeitslos gemeldet
Aufgrund der Umsatzrückgänge meldete Pöttinger im Sommer vorübergehend 200 seiner 1.200 Beschäftigten in Grieskirchen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos. Diese Maßnahme wurde jedoch rasch wieder aufgehoben: "Die Produktion ist wieder angelaufen, die vorübergehende Meldung beim AMS für einige Mitarbeitende musste nicht verlängert werden, es gab auch keine Freisetzungen", erklärte Dietachmayr. Insgesamt beschäftigte Pöttinger weltweit 2.216 Mitarbeitende, was im vergangenen Geschäftsjahr einen Zuwachs von 50 Personen bedeutete. In Österreich arbeiten 1.266 Menschen für das Unternehmen, 447 in Tschechien, 227 in Deutschland, und der Rest verteilt sich auf Niederlassungen in weiteren Ländern.
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Trotz der Umsatzeinbußen ist die Exportquote mit rund 90 Prozent weiterhin hoch, und die Marktanteile bleiben stabil. Deutschland bleibt der wichtigste Markt des Unternehmens, obwohl der Umsatz dort zurückging und nur noch 18,2 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Auf den Plätzen folgen Frankreich mit 17,1 Prozent und Österreich mit 10,4 Prozent. Der wichtigste Umsatzbereich von Pöttinger ist die Grünlandbewirtschaftung, die rund zwei Drittel der Erlöse generiert. Der Bereich "Original-Ersatzteile" konnte sich ebenfalls positiv entwickeln, mit einem Umsatzanstieg von 6 Prozent auf 65 Millionen Euro.