Österreichs Wirtschaft im Mai 2024 : Konjunktur im Mai: Unternehmen melden ausreichend Aufträge

Die Zusammenarbeit zwischen MAN Truck & Bus und Steyr Automotive wird verlängert. Konkret geht es um die Ausstattung von Fahrerhäusern und die Montage von LKW.

Mehr Aufträge: Industrie-Unternehmen blicken immer zuversichtlicher in die Zukunft

- © GEORG SCHLEMMER

Die österreichische Industrie zeigt Anzeichen einer möglichen Erholung. Die im Fokus stehenden Indizes erreichten im Mai Höchstwerte, liegen aber dennoch knapp unterhalb der Wachstumsgrenze. Im vergangenen Monat gab es nur noch einen leichten Rückgang der Auftragseingänge. Besonders die fehlenden Aufträge aus dem Ausland scheinen langsam zurückzukommen. Im Mai melden 51% der Industrieunternehmen zumindest ausreichende Aufträge.

Im ersten Quartal 2024 verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum real um 1,1 Prozent, hauptsächlich bedingt durch negative Entwicklungen in der Industrie und im Großhandel, wie die Statistik Austria mitteilte. Im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen verlangsamte sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung jedoch.

Im vierten Quartal des Vorjahres betrug das Minus noch 1,6 Prozent, nach Rückgängen von 2,0 Prozent und 1,7 Prozent in den beiden Quartalen davor. Belastend wirkten im ersten Quartal 2024 die Bereiche Warenherstellung (minus 5,9 Prozent) und Handel (minus 4,8 Prozent). Unterstützung erhielt die Wirtschaft hingegen vom Beherbergungs- und Gastronomiesektor, der ein leichtes Wachstum von 0,7 Prozent verzeichnete.

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Neuaufträge: Reduktion.
Die vorsichtige Lagerpolitik lockert sich und die Reduktion des Vormateriallagers nimmt zunehmend ab. Das Fertigwarenlager verzeichnete im Mai einen deutlichen Rückgang.

Vormateriallager: Reduktion.

Fertigwarenlager: Reduktion
Der Preisrückgang im Einkauf verlangsamte sich im Mai deutlich im Vergleich zum Vormonat.

Einkaufspreise: Reduktion
Der Produktionsindex des UniCredit Bank Austria EinkaufsManagerIndex weist den höchsten Wert seit zwei Jahren auf und liegt nun knapp unter der Wachstumsschwelle. Dies deutet auf eine bevorstehende Produktionsausweitung hin und signalisiert eine mögliche Stabilisierung der Industriekonjunktur.

Produktion: Reduktion.
Das Ende der Rezession in der heimischen Industrie könnte unmittelbar bevorstehen. Österreichische Betriebe blicken zunehmen positiver in die Zukunft. Aktuell zeigt der Industriemagazin Konjunktur-Kompass, basierend auf den vorliegenden Werten in Richtung geringem Umsatzrückgang bei nahezu gleichbleibender Ertragslage.

Die Industrie hat sich auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt, notwendige Maßnahmen umgesetzt und blickt zunehmend positiver in die Zukunft.
Walter Woitsch, Syngroup Management Consulting

Wirtschaftliche Lage der wichtigsten Branchen der Industrie im April

Für die österreichische Industrie geht 2023 ein äußerst schwieriges Jahr zu Ende. Es war geprägt von schwachen Auftragseingängen und hoher Inflation. Das vierte Quartal brachte für viele überraschende Umsatz- und Ergebnisrückgänge. Die Industrieproduktion befindet sich nun schon seit fünf Quartalen im Abwärtstrend. Nur wenige Unternehmen können sich in diesem Umfeld behaupten.

Bergbau und Metall
Die nachlassende Nachfrage, geringere Verkaufspreise und steigende Kosten setzten österreichischen Unternehmen der Bergbau und Metall Branche im letzten Quartal 2023 stark zu. Positive Impulse kommen aus der Energie-, Automobil-, Eisenbahn- und Luftfahrtindustrie.

Produktionstechnik und Maschinenbau
Trotz den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können die Vertreter aus Produktionstechnik und Maschinenbau ihre Ergebnisse abermals verbessern. Bei anhaltender Inflation, hoher Zinsen und einer sich rasant eintrübenden Konjunktur behaupten sie sich durch den richtigen Produktmix und steigender Effizienz.

Automotive
Die Automotive Branche ist im letzten Quartal 2023 sehr durchwachsen. Jene Unternehmen, die in unserer Auswertung berücksichtigt werden, zeigen aber zum Teil deutliche Ergebnisverbesserungen in ausgewählten Segmenten. Aktuelle Umfragen gehen davon aus, dass das wachsende Interesse an umweltfreundlicher Mobilität und die Fortschritte bei Elektrofahrzeugen die Branche weltweit umwälzen werde. Welche Unternehmen sich hier insbesondere auch der zunehmenden Konkurrenz aus Asien behaupten können, wird sich weisen.

Verpackungsindustrie
Österreichische Verpackungsunternehmen spüren weiterhin die deutliche Nachfrageschwäche. Die Hoffnung liegt auf einem steigenden Privatkonsum, ab der zweiten Jahreshälfte.

Elektronikindustrie
Die Vertreter der Elektronikindustrie sind aktuell einem sehr schwierigem Marktumfeld mit sehr großem Preiskampf ausgesetzt. Starke Volatilität, hohe Personalkosten, schwierige Produktmix-Anforderungen und zum Teil hohe Lagerstände bei Kunden setzten den Unternehmen zusätzlich zu.

Ausblick

Trotz der anhaltenden Konjunkturflaute setzen die heimischen Unternehmen ihre Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung und bevorstehende Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte 2024. Diese Erwartungen und die Aussicht auf eine erfolgreiche Expansion in neue, dynamischere Absatzmärkte haben den Optimismus in der Wirtschaft gestärkt. Als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen soll 2024 als Jahr der Konsolidierung genutzt werden, um das Kerngeschäft zu stärken und die Basis für zukünftiges Wachstum zu legen.