Wirtschaft News Österreich im Februar : Konjunktur: Österreichs Industrie steckt in Rezession

Die Zusammenarbeit zwischen MAN Truck & Bus und Steyr Automotive wird verlängert. Konkret geht es um die Ausstattung von Fahrerhäusern und die Montage von LKW.

Wirtschaft News im Februar 2024: Sowohl der UniCredit Bank Austria EinkaufsmanagerIndex als auch der WIFO Konjunktur Test stiegen zum vierten Mal in Folge – bleiben aber dennoch deutlich unterhalb der Wachstumswerte.

- © GEORG SCHLEMMER

Die Industrie erlebte zu Jahresbeginn 2024 eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Doch sowohl der UniCredit Bank Austria EinkaufsmanagerIndex als auch die Ergebnisse des WIFO Konjunktur Tests bleiben im negativen Bereich. Die Indikatoren des INDUSTRIEMAGAZIN Konkunkturkompass für Dezember im Detail:

Neuaufträge: Zunahme.

Neuaufträge in der Industrie nahmen im Jänner etwas zu, aber die Nachfrage bleibt unter dem Produktionsniveau. Für knapp 50% der Unternehmen ist die Auftragslage zumindest ausreichend. Besonders die Auslandsaufträge haben sich verbessert.

Vormateriallager: Reduktion.

Fertigwarenlager: Reduktion.

Die Industrie reduzierte ihre Vormateriallager stark, ähnlich wie während der Finanzkrise im Herbst 2009. Dies war auf die sinkende Einkaufstätigkeit infolge geringerer Produktionsanforderungen zurückzuführen. Auch der Bestand an Fertigerzeugnissen sank stärker als im Vormonat, bedingt durch den Rückgang des Produktionsbedarfs und die verstärkte Bearbeitung von Auftragsbeständen.

Einkaufspreise: Reduktion.


Dies wirkt sich auch auf die Einkaufspreise aus – die Preise für Rohmaterial sinken erneut. Wobei dieser Trend erneut an Dynamik verloren hat.

Produktion: Reduktion.

Die Produktionsleistung in der österreichischen Industrie hat sich den zwanzigsten Monat in Folge eingeschränkt, jedoch mit einem etwas geringeren Tempo als im Vormonat.

Zusammengefasst kann man sagen: Die Wirtschaft zeigt zu Jahresbeginn 2024 gemischte Signale. Die Unternehmen erwarten eine Stabilisierung der Produktion in den kommenden Monaten, jedoch bleibt die Lage in der Industrie herausfordernd, und die Unternehmen stehen vor weiteren Unsicherheiten.

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Zum INDUSTRIEMAGAZIN Konjunkturkompass:

Gemeinsam mit den Industrieberatern der Syngroup analysiert INDUSTRIEMAGAZIN anhand der Finanzberichte der wichtigsten heimischen Unternehmen – und den Daten aus den Monats-Konjunkturberichten von WIFO und BankAustria – die Richtung in die sich die produzierende Wirtschaft bewegt.Der Konjunkturkompass stellt in der horizontalen Achse die Umsatzentwicklung dar – und in der vertikalen Achse die Ergebnisentwicklung. Daraus ergeben sich vier mögliche Pfade:

Profitables Wachstum (wenn Umsatz und Ertrag steigen)
Margenerosion (wenn der Umsatz steigt und der Ertrag zurückgeht)
Konsolidierung (wenn der Umsatz zurückgeht aber der Ertrag steigt)
Restrukturierung – wenn sowohl Umsatz als auch Ertrag schrumpfen

Konjunktur Kompass
Der Industriemagazin Konjunktur Kompass für Februar in Richtung Reorganisation. Österreichs Industrie befindet sich unverändert in einer Rezession. - © WEKA Industriemedien
VIDEO: Die Industrie hat die Talsole der Rezession überwunden, wachstum ist aber wenig zu erwarten. Walter Woitsch zu den Konjunkturaussichten im Industriemagazin news Studio.
Die Unternehmen haben sich so gut wie möglich auf die Rezession eingestellt. Klare Wachstumsimpulse werden 2024 erwartet.
Walter Woitsch, Syngroup Management Consulting

Konjunktur: So läuft es in den wichtigsten Branchen

In der, seit Monaten herrschenden trüben wirtschaftlichen Lage kann sich inzwischen nur noch eine Branche im Bereich des Profitablen Wachstums behaupten:

Bergbau und Metall

Die Lücke zwischen den aktuellen Zahlen der Unternehmen im Bereich Bergbau und Metall und den Rekordzahlen des Vorjahres ist im Vergleich zum vorherigen Quartal etwas geschrumpft. Die Branche kämpft zwar weiterhin mit niedrigeren Preisen und Absatzrückgängen, konnte aber die negativen Effekte durch eine hohe Branchen- und Produktvielfalt etwas minimieren. Eine kurzfristige deutliche Verbesserung wird jedoch nicht erwartet.

Produktionstechnik und Maschinenbau


Nach wie vor auf Rekordkurs befinden sich die Vertreter aus Produktionstechnik und Maschinenbau. Ein sehr guter Produktmix, und voll wirksame Preiserhöhungen lassen sowohl die Umsatz-als auch Ertragszahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigen. Eine Reduktion der Kosten für Frachten und Material wirkt sich zusätzlich günstig auf das Ergebnis aus.

Automotive


Die größten Autokonzerne der Welt konnten trotz schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den Umsatz und die Profitabilität im dritten Quartal steigern. Die österreichischen Automobilunternehmen können ebenfalls den Umsatz erhöhen, kämpfen allerdings mit inflationsbedingten Kostensteigerungen, die sich spürbar auf das Ergebnis auswirken. Der Preisdruck wird in den kommenden Monaten weiter zunehmen. Einige Automobilunternehmen fahren deshalb größere Kosteneinsparungsprogramme.

Verpackungsindustrie


Die höheren Lebenshaltungskosten verringern die allgemeine Nachfrage nach Konsumgütern, was speziell in den Quartalszahlen der österreichischen Verpackungsunternehmen deutlich wird. Sowohl Umsatz als auch EBIT sind im Vergleich zum Vorjahr, deutlich negativ. Mit einer unmittelbaren Marktbelebung wird in der Branche nicht gerechnet, doch ist man der Meinung, die Talsohle erreich zu haben.

Elektronikindustrie


Die europäische Elektronikindustrie ist einer der wenigen Branchen in der noch von einer positiven Dynamik und einem allgemeinen Wachstum gesprochen wird. Noch ist nicht klar ob auch die österreichischen Unternehmen davon profitieren können. Die Umsatz und EBIT Zahlen der ausgewählten Elektronikunternehmen, sind zwar noch im leicht negativen Bereich, haben sich aber im Vergleich zum vorherigen Quartal leicht verbessert.

Ausblick:


In der aktuellen Lage bleiben geopolitische Konflikte sowie Entwicklungen bei Zinsen und Inflation maßgebliche Unsicherheitsfaktoren. Diese können rasch zu Veränderungen im Marktumfeld führen. Die Unternehmen bleiben deshalb geschlossen vorsichtig bei Ihren Prognosen für die kommenden Quartale.

Quellen: Finanzberichte von AMAG Austria Metall AG, Andritz AG, AT&S Austria Tech.& Systemtech AG, Mayr-Melnhof Karton AG, Palfinger AG, Pierer Mobility AG, Polytec Holding AG, voestalpine AG, Zumtobel Group AG, Mondi Plc BASF SE, Continental AG, Schindler Aufzüge AG, ArcelorMittal S.A., Stora Enso SE. Analyse: SynGroup Management Consulting für INDUSTRIEMAGAZIN