Führungskräfte : Die Top 1000 Manager in Österreichs Industrie

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Die 1000 wichtigsten Topmanager der 5000 größten Unternehmen Österreichs – eine Analyse mit Daten des österreichischen Firmenbuchs

- © WEKA Industriemedien

Sie sind an der Spitze ihrer Unternehmen und führen diese wiederum zu Spitzenleistungen. Und das in oft herausfordernden Zeiten. Die Top Manager in Österreich schrecken nicht vor Krisen und Digitalisierung zurück, sondern setzen auf Innovation und Netzwerke.

Wie kommt man in das Top Management Ranking?


Die Analytiker von FASresearch nahmen für INDUSTRIEMAGAZIN mit den Daten des Firmenbuches das Netzwerk der Führungskräfte der 5000 größten Unternehmen Österreichs unter die Lupe. Alle Details zur Datenquelle, der Analyse und der Bewertung finden Sie am Ende dieses Artikels.

Welche Spitzenmanager haben die richtigen Antworten parat? Welche Persönlichkeiten sind für den Wandel in der Industrie am besten gewappnet? Wer sind die besten Zukunftsgestalter der heimischen Betriebe?

Wir verraten Ihnen in in diesem Artikel die Top 5 Manager Industriemanager Österreichs. Hier finden Sie das gesamte Ranking der Top 1000 Manager!

Was verdienen Top-Manager in Österreich?

Manager-Gehälter in Österreich stiegen 2021 deutlich. Im Top-Management liegt das Gehalt bei durchschnittlich 225.680 Euro brutto pro Jahr. Das sind um 4,5 Prozent mehr als 2020 und klar über der zeitgleichen Inflation von 2,8 Prozent.

65 Prozent der ersten Führungsebene, also Generaldirektoren und Geschäftsführer, erhalten einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erfolgsabhängig. Auf der zweiten Führungsebene sind es 73 Prozent.

Die Topmanager Österreichs

  1. Michael Strugl, 59, VV VERBUND AG
  2. Erwin Hameseder, 66, GA Österrreichischer Raiffeisenverband
  3. Andreas Brandstetter, 53, VV UNIQA Insurance Group AG
  4. Elisabeth Stadler, 60, VV VIENNA INSURANCE GROUP AG
  5. Sabine Herlitschka, 56, VV Infineon Technologies Austria AG
  6. Alfred Stern, 57, VV OMV AG
  7. Wolfgang Hesoun, 62, VV Siemens AG Österreich
  8. Karl-Heinz Strauss, 61, VV PORR AG
  9. Peter Weinelt, 56, GF WIENER STADTWERKE GmbH
  10. Georg Knill, 49, Gf. Ges. Knill Energy Holding GmbH
  11. Johann Strobl, 63, VV Raiffeisen Bank International AG
  12. Heinrich Schaller, 62, VV RLB OÖ AG
  13. Stefan Pierer, 65, VV Pierer Industrie AG
  14. Willibald Cernko, 66, VV Erste Group Bank AG
  15. Georg Pölzl, 65, VV Österreichische Post AG
  16. Herbert Eibensteiner, 59, VV voestalpine AG
  17. Edith Hlawati, 65, V Österreichische Beteiligungs AG
  18. Christian Knill, 52, Gf. Ges. Knill Energy Holding GmbH
  19. Robert Zadrazil, 51, VV UniCredit Bank Austria AG
  20. Klemens Peter Haselsteiner, 41, VV STRABAG SE (ab 2023)
  21. Franz-Peter Mitterbauer, 47, VV Miba AG
  22. Michaela Keplinger-Mitterlehner, 56, stv. VV RLB OÖ AG
  23. Günther Ofner, 65, V Flughafen Wien AG
  24. Thomas Birtel, 68, V STRABAG SE
  25. Heimo Scheuch, 55, VV Wienerberger AG
  26. Georg Kapsch, 63, GF KAPSCH-Group Bet. GmbH

Quelle: Österreichisches Firmenbuch, Analyse: FASresearch

Hier finden Sie die interaktive Datenbank der 1000 Topmanager Österreichs.

Rang 1: Michael Strugl, Verbund AG

Michael Strugl, 59
Vorstandsvorsitzender Verbund AG

Höchstwert 100 beim systemischen Risiko - und dementsprechend viele Hebelpunkte: Der großflächige Umbau der Energiesysteme - europaweit muss in den nächsten Jahren eine Kapazitätsverdreifachung bei Erneuerbaren sowie der Ausbau von Netzen und Speichern vorangetrieben werden - macht Michael Strugl zum einflussreichsten Manager. Bis 2024 werden beim Verbund drei Milliarden Euro investiert, vor allem die Wasserkraft sowie über die Tochter APG den Netzausbau. Ein nicht vernachlässigbarer Netzwerkhebel: Seine politische Vergangenheit. Heute noch pflegt er einen sehr direkten Draht zu Entscheidungsträgern wie Umweltministerin Gewessler.



Michael Strugl Topmanager Verbund
Topmanager Michael Strugl: In Sachen systemische Verantwortung ist der Verbund-Vorstandschef das Maß der Dinge. - © Verbund / redtenbacher.net

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Rang 6: Alfred Stern, OMV AG

Alfred Stern, 57

Vorstandsvorsitzender OMV AG

Wenn die OMV dieser Tage rund drei Kilometer unterhalb von Wien - genauer: im Beckenuntergrund des Wiener Beckens - im Rahmen eine Fördertests das geothermische Potenzial erprobt, folgt das einer grundlegenderen Systematik. Geothermie ist eine Säule der OMV Strategie 2030. Vorstandschef Alfred Stern erwartet, dass der Anteil der erneuerbaren Energiegewinnung inklusive Erdwärme durch die OMV bis 2030 auf bis zu neun Terawattstunden ansteigen wird. In Niedersachsen ist die OMV übrigens ebenfalls an einem geothermischen Explorationsprojekt - Projektname: Thermo - an Bord. Aktuell wird dort das geothermische Energiepotenzial evaluiert.

CEO und Vorstandsmitglied OMV Aktiengesellschaft, Executive Officer Chemicals & Materials
Topmanager Alfred Stern: Erfahrung über und unter Tage, das nötige Equipment und einen CEO mit der richtigen Vision: Der OMV-Vorstandschef managt die Transformation schwindelfrei. - © OMV Solutions GmbH

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Rang 130: Andreas Gerstenmayer, AT&S

Andreas Gerstenmayer, 57

Vorstandsvorsitzender AT&S

Eine halbe Milliarde Euro läuft bis 2025 in F&E für Substrat- und Packaging-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie. Ein R&D-Center soll Ausgangspunkt für künftiges Wachstum werden. Die Großinvestition in der Steiermark wird neben der Produktionserweiterung auch eine engere Zusammenarbeit mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen bringen. Ein Kurs, der vom Aufsichtsrat gestützt wird: "Es geht darum, dass sich Europa ein Mindestmaß an digitaler Souveränität bewahrt", sagt Chefausseher und Kernaktionär Hannes Androsch unlängst. Das setze voraus, dass es auch in Europa digitale Player wie AT&S gibt, "sonst werden wir eine digitale Kolonie".

Andreas Gerstenmayer ATS AT&S
Andreas Gerstenmayer: Die Summen, die der AT&S-Chef in die Hand nimmt, sind spektakulär. Sein Netzwerk in die geopolitisch wichtige Halbleiterindustrie ebenfalls. - © AT&S

1000 Topmanager - wie entsteht das Ranking?

Basis des Rankings sind die Firmenbuchdaten aller Personen in Österreichs 5000 umsatzstärksten Industriebetrieben, den zehn größten Kreditinstituten (nach Bilanzsumme) sowie den mit jenen verbundenen Privatstiftungen. Aufnahme in die Liste fanden alle in diesen Unternehmen operativ tätigen Menschen (Vorstände, Geschäftsführer) sowie die Aufsichtsrats-Vorsitzenden dieser Unternehmen. Keine Aufnahme in das Ranking fanden wie in den Vorjahren Politiker oder Anwälte.

Nach welchen Kriterien wird bewertet?


1. Umsatz: Für jede Person wird der Umsatz der Unternehmen, in denen sie Funktionen bekleidet, aufsummiert – gewichtet nach der Funktion (Vorstandsvorsitz = 1, Aufsichtsratsvorsitz = 0,75 etc.) Dies wird für Industrie- und Finanzunternehmen getrennt durchgeführt, um nicht Bilanzsumme und Umsatz zu vermischen.

2. Vernetzung: Jede Person übernimmt die Netzwerkzentralität aller Institutionen (Firmen, Politik/Staat, Gesellschaft), in denen sie Funktionen bekleidet. Die Netzwerkzentralität wiederum umfasst die beiden Dimensionen „Brokerage Capital“ (Verbindung unterschiedlicher Netzwerkbereiche) und „Closure Capital“ (Einbettung in Cliquen). Internationale Positionen wurden stärker gewichtet.

3. Variabilität: FASresearch erzeugt das Netzwerk der Top-5.000-Unternehmen und ihrer Eigentümer und Töchter anhand von Kapitalbeteiligungs-/Eigentums-Beziehungen und/oder Verbindungen über Personen. Aus der Zuordnung der Unternehmen zu ÖNACE-Klassen wird ein Variabilitäts-Index für jede Firma errechnet. Der ist umso höher, mit je mehr Unternehmen verschiedener Klassen die Firma verbunden ist und je gleichmäßiger sich die Verbindungen auf die Klassen verteilen. Darüber hinaus wurde berücksichtigt, wie sehr die Manager die Sektoren Politik/Staat (z.B. Wirtschaftsverbände), Wirtschaft (Unternehmen und Privatstiftungen) sowie Gesellschaft (Clubs und Vereine, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung, Sport etc.) miteinander verbinden.

4. Systemrelevanz: Heuer erstmals analysiert, bildet es die Abhängigkeitsverhältnisse in der Wertschöpfungskette ab. Zur Berechnung der systemischen Risiken wurden die Güterklassen der Input-Output-Matrix der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung herangezogen. Die Gewichtung erfolgte über die Bruttowertschöpfung innerhalb der Sektoren sowie zwischen den Sektoren auf Basis zirkulierender Güterflüsse in Millionen Euro. Jede weitere zusätzliche Funktion einer Person fließt - ebenso auf Basis der Güterklassezuordnung des jeweiligen Unternehmens - aufaggregiert in den Gesamtwert ein. Güterklassen mit hohem Energie- und / oder Materialanteil wie etwa "Energie und Dienstleistungen der Energieversorgung" (Höchstwert 100) oder "Metallerzeugnisse" oder der Bauwirtschaft konnotierten Güterklassen wurden stärker gewichtet.

Wie wird bewertet?


Für alle Kriterien werden die Firmenwerte (nach den obigen Schlüsseln) auf die Personen übertragen, aufsummiert und auf ein Maximum von 100 Prozent normalisiert. Das bedeutet zum Beispiel: Die Person mit dem höchsten Umsatzgewicht im Ranking (2022: Alfred Stern) stellt die 100%­Benchmark für alle anderen Personen im Ranking dar. Das Kriterium Variabilität ergibt sich aus dem Durchschnitt der Einzelvariabilitäten, ebenso das Kriterium Systemisches Risiko. Die Rangreihung innerhalb von Ex-aequo-Wertungen geschieht nach den weiteren Nachkommastellen, die im Heft nicht abgebildet werden. Die zum Teil deutlichen Abstände zwischen den Managern bei der Netzwerkzentralität zeigen, wie hoch konzentriert die Netzwerkeinbettung für sich genommen ist (was typisch ist für Machtnetzwerke). Außerdem stellt sich heraus, dass die Manager im Ranking in manchen Dimensionen (z.B. Variabilität) gar nicht den maximal möglichen Wert von 100 erreichen. Die vordersten Plätze dieser Dimension werden von Personen eingenommen, die nicht im Ranking enthalten sind (Politiker, Funktionäre von Wirtschafsverbänden etc.).