Kunststoffindustrie : Internorm-Miteigentümer Christian Klinger freut sich über "stärkstes Sanierungsjahr in der Geschichte"

Internorm Zentrale: Der oberösterreichische Fenster- und Türenhersteller hat 2023 ein leichtes Umsatzplus auf 494 (2022: 488) Mio. Euro erzielt. Durch den rückläufigen Markt mussten 93 Mitarbeitende gehen, in den Werken gibt es unterschiedliche Kurzarbeitsmodelle für die übrigen 2.107.
- © IFNKein gutes Jahr hatte der oberösterreichische Fenster- und Türenhersteller IFN Internorm. Aufgrund der Marktsituation mussten 93 Mitarbeiter entlassen werden, während für die verbleibenden 2.107 Mitarbeiter in den Werken verschiedene Kurzarbeitsmodelle eingeführt wurden. Dennoch blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft und erwartet für das Jahr 2024 "das stärkste Sanierungsjahr der Geschichte", angetrieben durch staatliche Förderungen. Besonders im Sanierungsbereich sehen sieht Miteigentümer Christian Klinger, aufgrund der attraktiven Förderungen großes Potential.
Die Bundesregierung hat sich angesichts der Rezession nicht nur auf dem Baumarkt auf ein Wohnbaupaket verständigt. Eine Milliarde Euro sollen, so wurde Ende Februar beschlossen, in die Errichtung bzw. Sanierung von Wohnhäusern fließen. Für Häuselbauer werden beim ersten Eigenheim die Nebengebühren entfallen, außerdem sollen die Länder dabei unterstützt werden, günstige Wohnbaudarlehen zu vergeben.
Konkret sollen mithilfe der Mittel 10.000 Eigenheime und zusätzliche 10.000 Mietwohnungen entstehen. 5.000 Objekte sollen saniert und wieder auf den Markt gebracht werden.
Internorm plant, seine vorhandenen Kapazitäten zu nutzen, um die aufgrund der großzügigen Bau- und Konjunkturförderungen erwarteten Zunahme an Sanierungsprojekten zu bewältigen und die Kurzarbeitsmodelle schrittweise auslaufen zu lassen. Die Mitarbeiter haben unter anderem die Möglichkeit, ihre Jahresprämie in Zeitguthaben umzuwandeln oder für 90 Prozent der Arbeitszeit 95 Prozent des Gehalts zu erhalten. Diese Modelle sind bis Ende 2025 festgelegt, können aber bei Bedarf angepasst werden.
Im Jahr 2023 hat Internorm 25 Millionen Euro investiert und plant, diese Ausgaben in den kommenden Jahren auf 40 Millionen Euro in 2024 und 35 Millionen Euro in 2025 zu erhöhen. Die Investitionen fließen in neue Technologien, Ersatzbeschaffungen und die Erweiterung der Werke in Traun, Sarleinsbach und Lannach. Trotz der soliden finanziellen Basis mit Cash-Reserven statt Bankschulden, betont Klinger die vorsichtige Investitionsstrategie des Unternehmens, das weiterhin ausschließlich in Österreich produziert.

2023 verzeichnete der Fenster- und Türenhersteller Internorm aus Oberösterreich einen leichten Anstieg des Umsatzes auf 494 Millionen Euro, verglichen mit 488 Millionen Euro im Vorjahr. Trotz eines um 11 Prozent geschrumpften Marktes, insbesondere im Neubausegment, konnte das Unternehmen dank seiner internationalen Ausrichtung diesen Rückgang teilweise ausgleichen. Verluste in Österreich, Deutschland und besonders Großbritannien wurden durch Steigerungen in Italien, der Schweiz, Frankreich und Osteuropa kompensiert. Die Exportquote erreichte 2023 64 Prozent, obwohl der Auftragseingang um 12 Prozent auf 428 Millionen Euro sank. 36 Prozent des Umsatzes wurden in Österreich erzielt, und die Produktionskapazitäten waren zu 85 bis 90 Prozent ausgelastet.