Mineralölindustrie

Wegen Corona: OMV plant Einsparungen von vier Milliarden Euro

Das Management des größten österreichischen Industriekonzerns will heuer deutlich weniger investieren, Ausgaben senken und riesige Projekte verschieben. Bei der milliardenschweren Übernahme von Borealis bekommt die OMV in Abu Dhabin eine Ratenzahlung bewilligt.

Die Coronavirus-Pandemie zwingt die OMV zu einer drastischen Kostensenkung. Der Mineralölkonzern will heuer über 4 Mrd. Euro einsparen, "um die Finanzkraft sicherzustellen", wie das Unternehmen mitteilte.

Die organischen Investitionen werden 2020 um rund 500 Mio. Euro, das sind etwa 20 Prozent, auf knapp unter 2 Mrd. Euro zurückgefahren, die Kosten um rund 200 Mio. Euro gesenkt und Projekte im Volumen von etwa 1,5 Mrd. Euro verschoben.

Arabischer Staatsfonds bewilligt Ratenzahlung

Weiters werden laut OMV über 2 Mrd. Euro für die Übernahme von weiteren 39 Prozent am Chemiekonzern Borealis erst Ende nächsten Jahres fällig - eine entsprechende Anpassungsvereinbarung zum Kaufvertrag vom 12. März 2020 sei diese Woche unterzeichnet worden. Darauf habe man sich mit dem Verkäufer Mubadala geeinigt, teilte die OMV mit.

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In der "Anpassungsvereinbarung" zum Kaufvertrag habe man festgehalten, dass der Kaufpreis von der OMV in einem Betrag von 2,34 Mrd. Dollar bei Closing der Transaktion und in einem Betrag von 2,34 Mrd. Dollar bis spätestens zum 31. Dezember 2021 mit einer marktüblichen Verzinsung ab Closing gezahlt werden soll. Die OMV hat die Option, den aufgeschobenen Betrag zur Gänze oder teilweise bei Closing der Transaktion oder nach dem Closing zu jedem Monatsletzten bis zum 31. Dezember 2021 zu bezahlen.

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Trotz Krise: Aktionäre bekommen höhere Dividende

Damit spart die OMV nun an allen Ecken und Enden - die Aktionäre bekommen aber weiterhin so viel Geld wie vor der Krise geplant. Die Dividende wird weder gekürzt noch ausgesetzt. "Das war überhaupt kein Thema", sagte OMV-Sprecher Andreas Rinofner auf APA-Anfrage.

Die Dividende für 2019 soll sogar nach wie vor, wie bereits angekündigt, angehoben werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte der Konzern seinen Nettogewinn - trotz deutlich eingebrochener Öl- und Gaspreise im vierten Quartal - um acht Prozent auf 2,15 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 4,40 auf 5,14 Euro und davon sollen 2,00 Euro an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für 2018 hatten die Anteilseigner 1,75 Euro je Aktie erhalten.

OMV-Chef Rainer Seele habe die Dividendenpolitik zuletzt am 13. März bestätigt, so der Sprecher. "Seither gibt es keine neuen Aussagen dazu, das heißt, das ist nach wie vor gültig", betonte Rinofner. (apa/red)

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