Rohstoffe

Trump schürt Hoffnung auf Ende des Ölpreis-Kriegs

US-Präsident Donald Trump hat im Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland einen Waffenstillstand vermittelt - sagt er.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben im Ölpreis-Krieg zwischen Saudi-Arabien und Russland einen Waffenstillstand vermittelt. Er habe mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin und dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman telefoniert, teilte Trump auf Twitter mit.

Trumpf schrieb, er "erwarte und hoffe" nun, dass die beiden Konfliktparteien ihre Ölförderung um zehn oder gar 15 Millionen Barrel pro Tag reduzieren werden. Derzeit pumpt allein Saudi-Arabien täglich die Rekordmenge von zwölf Millionen Barrel aus dem Boden. Das werde für die Öl- und Gasindustrie "großartig" sein, so Trump. Er gab jedoch keinen Zeitraum dafür an.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies Trumps Darstellung zurück. Bisher sei kein Gespräch mit dem saudischen Kronprinzen geplant, sagte Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA bestätigte das Telefonat zwischen Trump und bin Salman.

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Saudi-Arabien rief zu einem Dringlichkeitstreffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und verbündeten Ländern wie Russland (OPEC+) auf. Ziel sei, die "erwünschte Balance der Ölmärkte mit einer fairen Vereinbarung" wiederherzustellen, teilte Saudi-Arabien der Nachrichtenagentur SPA zufolge mit. Insidern zufolge gibt es hierfür aber noch keinen Termin.

"Diese Einladung ist Teil der ständigen Bemühungen des Königreichs, die Weltwirtschaft in diesen außergewöhnlichen Umständen zu unterstützen", hieß es weiter aus Riad. Die Einladung erfolge auch in Anerkennung der Bitten Trumps sowie der Verbündeten der USA. Zu der angeblichen Einigung auf eine Absenkung der Produktionsmengen äußerte sich Saudi-Arabien zunächst nicht.

Der Ölpreis war zuletzt wegen eines Preiskriegs zwischen Russland und Saudi-Arabien sowie wegen der niedrigeren Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie drastisch gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni etwa kostete am Donnerstagvormittag nur knapp 27 US-Dollar. Bei solch niedrigen Preisen können viele Produzenten in den USA nicht mehr gewinnbringend produzieren. Die USA haben sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltgrößten Ölproduzenten entwickelt.

Auslöser des Preiskriegs war Anfang März die Weigerung Russlands, die Fördermengen wegen der Coronavirus-Krise weiter zu drosseln. Durch die Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ist der weltweite Rohöl-Bedarf binnen weniger Wochen um etwa ein Drittel oder 30 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen. Gleichzeitig stürzte der Ölpreis von zuvor etwa 50 auf teilweise unter 20 Dollar je Barrel (159 Liter) ab und lag so niedrig wie zuletzt Anfang des Jahrtausends.

Eine Förderkürzung werde das aktuelle Überangebot aber nicht beseitigen, warnte Robert Kaplan, Chef der Federal Reserve Bank von Dallas. Es werde noch lange dauern bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht stünden, sagte er dem Sender CNBC. Ähnlich äußerte sich der Chef der Internationalen Energie-Agentur, Fatih Birol, in einem Interview mit dem "Handelsblatt". "Wir brauchen auch ein schnelles Ende der Corona-Pandemie, damit die Menschen wieder mobil sein können und der wirtschaftliche Aufholprozess beginnen kann."

Dennoch bescherte Trumps Ankündigung der Rohöl-Sorte Brent am Donnerstag einen Preissprung von fast 50 Prozent auf 36,29 Dollar je Barrel, das US-Öl WTI verteuerte sich um 35 Prozent auf 27,39 Dollar. Damit steuerten beide auf den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte zu. Kursgewinne von 30 Prozent und mehr verbuchten auch US-Schieferölförderer. Diese Firmen leiden besonders stark unter dem niedrigen Ölpreis, weil sie Experten zufolge wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens erst ab einem Preis von etwa 50 Dollar profitabel arbeiten. Mit Whiting musste ein erster großer Schieferölförderer bereits Gläubigerschutz beantragen. (reuters/dpa/apa/red)