Bauindustrie

Strabag, Swietelsky und Marti bieten für Bahntunnelprojekte in Slowenien

Drei Tunnelbauer aus Österreich bieten für ein großes Bauprojekt in Slowenien mit. Dabei geht es um die Strecke zwischen dem Hafen Koper und dem Bahnkoten Divaca, die großteils aus Tunneln bestehen soll. Es bewerben sich aber auch Konkurrenten aus Italien, der Türkei und China.

Am größten Bahnprojekt in Slowenien herrscht reges Interesse. Mehr als zwei Dutzend Angebote gingen laut Medien für den Bau der Strecke zwischen dem Hafen Koper und dem Bahnkoten Divaca ein. Unter den Bietern sind auch drei Baufirmen aus Österreich: die Strabag AG, Swietelsky Tunnelbau und die Marti GmbH.

Die staatliche Zweckgesellschaft 2TDK teilte die Bauarbeiten, deren Volumen laut Medien auf rund 700 Mio. Euro geschätzt wird, in zwei Abschnitte auf. Für die Strecke zwischen Divaca und Crni Kal, auf der es zwei je sechs Kilometer lange Tunnels geben wird, bewerben sich insgesamt 15 Unternehmen, neben den drei österreichischen auch Baukonzerne und Konsortien aus Slowenien, China, der Türkei und Italien. Dieselben Unternehmen, mit Ausnahme der österreichischen Marti-Tochter, legten auch Offerte für den zweiten Abschnitt zwischen Crni Kal und dem Hafen Koper mit sechs Tunnels und zwei Viadukten.

In dem mehrstufigen Auswahlprozess wird 2TDK zunächst innerhalb von 90 Tagen qualifizierte Bieter auswählen. Diese würden dann in der zweiten Phase eingeladen, ihre Preisangebote einzureichen, berichtete die Nachrichtenagentur STA. Slowenische Medien gehen davon aus, dass die Bauaufträge frühestens im September erteilt werden.

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Auch Chinesen und Türken stehen schon bereit

Für die Ausschreibung meldeten sich sechs chinesische Bauunternehmen an. Auch mehrere türkische Firmen möchten die Bahnstrecke bauen: unter den Bietern findet sich auch der Konzern Cengiz Insaat, der den Zuschlag für die slowenische Seite der zweiten Röhre des Karawankentunnels bekommen hat. Das führende slowenische Bauunternehmen Kolektor tritt ebenfalls mit türkischen Partnern auf.

Ein Konsortium mit einem türkischen und einem deutschen Partnern bildete auch die Strabag AG mit Sitz im Spittal an der Drau (Kärnten). Die Marti GmbH aus Graz tritt mit der Schweizer Mutter Marti AG und einem Partner aus der Slowakei auf. Die Swietelsky Tunnelbau GmbH & Co KG bewirbt sich zusammen mit der Konzernmutter Swietelsky AG, wie aus der Mitteilung der staatlichen slowenischen 2TDK hervorgeht.

27 Kilometer lange Strecke großteils durch Tunnel

Die 27 Kilometer lange leistungsstarke Strecke, die landschaftlich bedingt überwiegend durch Tunnel verlaufen wird, ist das größte Infrastrukturprojekt in Slowenien, das in den nächsten Jahren mit öffentlichen Mitteln gebaut wird. Der Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 1,2 Mrd. Euro. Geplant ist eine Mischfinanzierung aus Budgetmitteln, Gebühren für die Infrastrukturnutzung, EU-Geldern und Darlehen bei internationalen Finanzinstitutionen und Banken. (apa/red)

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