Luftfahrtindustrie

Robert Machtlinger: FACC soll den Umsatz bald verdoppeln

Der oberösterreichische Zulieferer von Airbus, Boeing und so gut wie allen größeren Flugzeugbauern soll seinen Umsatz in den nächsten Jahren verdoppeln, meint Konzernchef Robert Machtlinger - auch mit Drohnen. Geld fließt in die Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Ehang.

Der oberösterreichische Flugzeugzulieferer FACC will seinen Umsatz in den nächsten fünf bis zehn Jahren verdoppeln. Der Airbus- und Boeing-Lieferant würde damit zu den 50 größten Unternehmen der weltweiten Luftfahrtzulieferindustrie gehören, derzeit gehöre man zu den Top 70, sagte Vorstandschef Robert Machtlinger im Klub der Wirtschaftspublizisten.

"Andere schrumpfen, FACC wächst immer noch"

Die US-Strafzölle gegen den europäischen Flugzeughersteller Airbus sowie der Handelskonflikt zwischen den USA und China spornen die Oberösterreicher zu Wachstum an: "Da gibt es sicherlich Verwerfungen. Mit denen muss man umgehen. Wir umgehen es ganz einfach, indem wir versuchen, Marktanteile zu gewinnen", sagte Machtlinger. "Andere Mitbewerber schrumpfen mittlerweile, die FACC wächst immer noch."

Die Strafzölle gegen Airbus lassen den Manager auch aus einem anderen Grund kalt. "Das gleiche Ergebnis wird es in sechs bis sieben Monaten geben, wenn die WTO über die Subventionen von Boeing entscheidet, also das wird sich wieder aufheben", so Machtlinger.

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Machtlinger kann sich für das Wachstum auch Zukäufe vorstellen, aufgrund hoher Preisvorstellungen sei ein organisches Wachstum, also eine Expansion aus eigener Kraft, derzeit aber lukrativer. Volumen zuzukaufen, zahle sich nicht aus, so Machtlinger, da warte man lieber zwei, drei Jahre länger. Interessant seien eine Portfolioerweiterung sowie eine vertikale Integration.

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Durch den Druck, Flugzeuge effizienter zu machen, sei FACC als High-Tech-Firma in einer "super Ausgangsposition", so Machtlinger. 500 der rund 3.400 Mitarbeiter seien in der Forschung. "Die arbeiten nur an Technologien, die der Markt 2023 braucht."

Viel Geld für chinesische Firma Ehang

Bei Flugtaxis habe man mit der Kooperation mit dem chinesischem Start-up Ehang auf "das richtige Pferd gesetzt". Nächstes Jahr sollen bereits 200 bis 300 Passagierdrohnen gefertigt werden, für den Export nach Asien, insbesondere China. In Österreich werde es für Tests mit Passagieren noch zwei bis drei Jahre dauern, schätzt Machtlinger. Derzeit sei dazu ein Konsortium mit österreichischen Firmen und Forschungseinrichtungen am Entstehen.

Um den Prototyp von Ehang serienreif zu machen, seien bis zu 30 Entwicklungsingenieure von FACC für das Projekt abgestellt gewesen. In der Produktion werden es 70 bis 90 Mitarbeiter sein, so Machtlinger. FACC habe das Gewicht des Flugobjekts reduziert, eine Klimaanlage eingebaut, die Konstruktion besser isoliert und die Lautstärke von 84 auf 78 Dezibel reduziert. In Megacities wie Sao Paulo, Manila oder Mumbai, wo mit solchen Passagierdrohen das Stauchaos am Boden überflogen werden soll, sei Lärm aber ohnehin kein Thema. "Es ist dort so laut, dass es nicht auffällt", erklärte Machtlinger.

Tests mit Passagierdrohnen in Österreich geplant

FACC hat einen einstelligen Millionenbetrag in die Kooperation mit Ehang investiert, dieser soll mit den ersten 250 Drohnen wieder hereingespielt werden. Die Abnahme der pilotenlos fliegenden Vehikel soll durch die Ehang International mit Sitz in Wien erfolgen, sagte Machtlinger. Auch deshalb sei ein Testgebiet in Österreich wichtig, drei unbewohnte Gebiete kämen dafür infrage.

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Nach dem Betrug Ende 2015 viel verändert

Aus dem Betrug, der bei FACC um Weihnachten 2015 einen Schaden von 54 Mio. Euro anrichtete, habe man die Lehren gezogen. Es seien "viele Sachen umgedreht" worden, sagte Machtlinger. 10,8 Mio. Euro sollen von eingefrorenen Konten in China zurückfließen. Der Rest sei abgeschrieben, durch den Prozess gegen die Ex-Unternehmensführung soll aber von der D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung) eine Deckung erwirkt werden. Machtlinger schätzt, dass viele andere Unternehmen in Österreich von Cybercrime betroffen sind, diese aber nicht wie FACC als börsenotiertes Unternehmen an die Öffentlichkeit gehen müssen.

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